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Merken   Drucken   30.04.2010, 14:00 Schriftgröße: AAA

Neuvorstellung: Maybach Modellpflege - schwäbischer Adel

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen ist kein leichtes Tarrain für Luxuslimousinen made in Germany. Doch mit einer überarbeiteten Version ihrer Edelkarosse hofft Daimler, Rolls Royce und Bentley endlich Paroli bieten zu können.
Eine Modellpflege ist nichts Weltbewegendes, doch sie kostet einen Autobauer immer Geld und Mühe. Die Nachricht, dass der Maybach ein Facelift erhält, darf man daher wohl als Zeichen werten, dass der Daimler-Konzern das Segment der gehobenen Luxuslimousinen nicht kampflos aufgeben will.
Wie VW mit dem Phaeton, scheinen sich auch die Stuttgarter Autobauer nicht von ihrem prestigeträchtigen Flaggschiff trennen zu wollen. Dabei sind die Maybach-Verkaufszahlen verschwindend gering: im vergangenen Jahr waren es 200 Fahrzeuge weltweit.
Galerie Maybach Modellpflege - schwäbischer Adel
Der überarbeitete Maybach bekommt einen neuen Kühlergrill mit einer senkrechten Strebe in der Mitte, dazu einen neuen Frontstoßfänger mit LED-Tagfahrleuchten.
Duftzerstäuber für den Fond Der Chrom-Kühlergrill wird in zwei Varianten gefertigt: Bei den Modellen Maybach 57 und 62 trägt er 20 feine Längsstäbe, bei den kräftigeren und besser ausgestatteten Modellen Maybach 57 S und 62 S zwölf massive Doppellamellen.
Im Interieur setzt Maybach auf neue Möglichkeiten zur Individualisierung des Fahrzeugs. So gibt es zum Beispiel eine Beduftungsanlage, die bisher dem auf 100 Exemplare limitierten Sondermodell Maybach Zeppelin vorbehalten war.
Für die Modelle mit langem Radstand gibt es ein elektrotransparentes Panorama-Glasdach für den Fond. Es ist mit einer Flüssigkristall-Folie aus elektrisch leitfähigem Polymer-Kunststoff versehen, dessen Kristalle sich unter Wechselstrom so ordnen, dass die Scheibe durchsichtig ist und auf ihrer gesamten Fläche Tageslicht in den Fondraum lässt. Sobald die elektrische Spannung abgeschaltet wird, verlieren die Flüssigkristalle ihre Klarglasordnung und streuen das Licht in alle Richtungen.
In den Maybach 62-Modellen ergänzt gegen Aufpreis ein in der Mitte der Trennwand zwischen Chauffeur und Fond befestigter, hochauflösender 19-Zoll-Bildschirm die bisherigen 9,5-Zoll-Monitore im Fond. Die Wand lässt sich mit individuellen Motiven verzieren.
Acht Jahre Herstellergarantie Dank eines Kamerasystems können die Passagiere selbst bei geschlossener Trennwand das Verkehrsgeschehen beobachten. Neben einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung steht ein WLAN-Router zur Verfügung, so dass die Insassen drahtlos ins Internet gelangen.
Auch unter der Haube wurde die Luxuslimousine, die ausschließlich mit Zwölfzylindermotoren zu haben ist, modifiziert. Die Leistung der S-Modelle steigt um 18 Pferdestärken auf 630 PS, gleichzeitig wurde der Durchschnittsverbrauch um 0,6 Liter auf 15,8 Liter pro 100 Kilometer reduziert. Die Leistung der Modelle 57 und 62 bleibt bei 550 PS, der Verbrauch sinkt allerdings um rund einen Liter. Alle Motoren erfüllen jetzt die Euro-5-Norm.
Mit der Modellpflege führt Maybach eine Neuregelung ein. Die Garantie gilt jetzt für acht Jahre oder eine Laufleistung von 200.000 Kilometern. Die Preise des überarbeiteten Wagens liegen unter denen des Vorgängers: Der Maybach 57 kostet nun 340.900 Euro, also rund 50.000 Euro weniger. Das Topmodell Maybach 62 S ist ab 458.200 Euro zu haben.
  • Pressinform, 30.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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