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Merken   Drucken   18.12.2009, 14:00 Schriftgröße: AAA

Neuvorstellung: Mercedes E Cabriolet - ein Dach aus Luft

Die Schwaben bändigen den Sturm im Cabrio. Für die neue offene Version der E-Klasse haben sie einen Zugluftschutz entwickelt, der das sperrige Windschott auf raffinierte Weise überflüssig macht.
Hardcore-Cabriosi werden wieder einmal den Verfall der guten Oben-Ohne-Sitten wittern. Doch alle, denen Alltagstauglichkeit mehr wert ist als Nostalgie, wird es freuen: Mercedes macht das Windschott überflüssig.
Die neue offene E-Klasse kommt im Frühjahr auf den Markt. Stilecht mit Stoffdach. Der Sündefall für Freiluft-Puristen offenbart sich bei offenem Verdeck und höherem Tempo. Dann fährt automatisch ein Windabweiser aus, der sogar auf den hinteren Plätzen für angenehme Fahrtwindflaute sorgt.
Galerie Mercedes E Cabriolet - ein Dach aus Luft
Wer Cabriofahren als reines Vergnügen sieht, wird den "Air Cap" getauften Flügel schnell zu schätzen wissen. Nicht nur, dass er in dem viersitzigen Cabrio das fummelige Windschott überflüssig macht - er funktioniert auch verblüffend effektiv.
Kleine Taste, große Wirkung Mit hochgedrehten Scheiben lässt es sich im neuen E-Klasse-Cabrio bis Tempo 100 prima aushalten. Zumindest auf den vorderen Plätzen. In der zweiten Reihe bläst es dagegen schon recht heftig. Bei 140 Stundenkilometern wird es auch vorne langsam ungemütlich - hinten ist es kaum noch auszuhalten. An eine gepflegte Unterhaltung ist gegen den Geräuschpegel nicht zu denken.
Ein kurzer Druck auf die kleine Taste zwischen den Frontsitzen ändert alles. Vorne fährt der Wind auch bei großen Passagieren nur noch als leichtes Säuseln durchs Haar, hinten schwächt sich der Sturm zumindest bis auf Luftzug-Niveau ab. Die Geräuschkulisse schwindet, als habe jemand am Verstärker gedreht. Bis Tempo 200, verspricht Jörg Bartels, der bei Mercedes für die Entwicklung des Air Cap verantwortlich ist, funktioniere die Verständigung im offenen Auto ohne große Probleme.
An einem Dach aus Luft fürs Cabrio arbeitet Mercedes schon lange. So versuchten die Aerodynamiker bereits 1991 beim A 124, der damaligen offenen E-Klasse-Variante, den Wind mit einem aufsteckbaren Windabweiser an der Frontscheibe über die Köpfe der Passagiere hinweg zu leiten.
Windschott war nie mehr als ein Notbehelf Denn mit dem üblichen Windschott waren die Stuttgarter vor allem bei den großen Cabriolets nie so richtig glücklich. Die angewinkelten Gitterkonstrukte, die mehr oder wenig fummelig hinter den vorderen Sitzen eingespannt wurden und dabei regelmäßig die Innenverkleidungen zerschrammten, machten aus dem Vier- ebenso regelmäßig einen Zweisitzer.
Zusammengepackt flogen sie meist im ohnehin schon spärlichen Kofferraum herum und lagen immer dann unter Gepäck vergraben, wenn man sie gerade brauchte. Andererseits waren sie gefragt: Rund 90 Prozent der Cabrio-Käufer ordern ein Windschott aus der Zubehörliste.
Das neue System besteht aus zwei Komponenten: Einer um sechs Zentimeter ausfahrbaren Windlamelle mit Netz im Dachrahmen und einem kleinen Gitter zwischen den Kopfstützen der Rücksitze. Wird hinten ein Sicherheitsgurt angelegt, fahren die Kopfstützen mit dem Gitter hoch. Ein Druck auf den Air-Cap-Knopf fährt die Lamelle samt Netz aus.
Im Stand und bei geschlossenem Dach lässt sich das Netz ebenfalls hochfahren und mit einem kräftigen Wasserstrahl von den eingesammelten Insekten reinigen. Mit rund 800 Euro extra schlägt Air Cap in der Aufpreisliste zu Buche - in etwa doppelt so viel wie derzeit ein herkömmliches Windschott.
Verdeck auch während der Fahrt bedienbar Das Verdeck lässt sich vollautomatisch binnen 20 Sekunden öffnen oder schließen, auch während der Fahrt bis zu 40 Stundenkilometern. Bei offenem Auto legt sich die Stoffmütze in einer Wanne über dem Kofferraum zusammen. Der Laderaum bietet dann 300 Liter Stauraum, bei geschlossem Dach sind es 390 Liter.
Im Design lehnt sich das Cabrio eng an Limousine und Coupé an. Die Front ist vom Stoßfänger über die Kühlermaske bis in die Motorhaube hinein stark gepfeilt. Die Scheinwerfer sind schräger geschnitten, flacher und länger als bei der Limousine. Die indirekt illuminierten LED-Heckleuchten sind geteilt und reichen vom Heckdeckel weit in die Seitenwand hinein.
Unter der Fronthaube wird die komplette Auswahl der E-Klasse-Motoren mit vier, sechs und acht Zylindern zur Auswahl stehen und eine Leistungspalette von 150 kW/204 PS im E 250 CDI/CGI bis 285 kW/388 PS im E 500 Cabrio bieten. Für ein hohes Sicherheitsniveau sorgen unter anderem eine um 30 Prozent verbesserte Verwindungssteifigkeit, ein durch zwei zusätzliche Rohre in der A-Säule und gesteckte B-Säulen verbesserter Überrollschutz. Als erstes Mercedes-Cabrio bringt es zudem Kopfairbags mit.
  • Pressinform, 18.12.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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