Abspecken ist bei den SUV-Dickschiffen in Mode . Audi will die nächste Generation des Q7 um 200 Kilogramm leichter machen, Range Rover will dem Vernehmen nach mit einer mehr als 200-Kilogramm-Diät und einer Aluminium-Karosserie nachziehen und auch Nissan hat den neuen Pathfinder abspecken lassen: Rund 227 Kilogramm Hüftgold purzelten im Vergleich zum Vorgänger. Hauptgrund für das Gewichtsreduzierung liegt in der Abkehr von der Leiterrahmen-Bauweise, hin zur selbsttragenden Karosserie. Wurde ja auch Zeit. Mit 1.882 Kilogramm Basisgewicht kann sich der Nissan auch bei den automobilen Weightwatchers sehen lassen.
Der Paradigmenwechsel hat aber ganz pragmatische wirtschaftliche Gründe: Der Pfadfinder wird sich mit dem Infiniti JX die Plattform teilen. Das Downsizing setzt sich auch bei den Motoren fort. Selbst für die Hubraum-versessenen Amerikaner wird es kein V8-Triebwerk mehr geben. Stattdessen wird ein 3,5-Liter-V6-Aggregat mit 260 PS und einem maximalen Drehmoment von 325 Newtonmeter bei 4400 U/min für den Vortrieb sorgen.
Mit der Abkehr von der achttöpfigen Kraftmeierei geht auch der Wandel weg vom Gelände-Kraxler hin zum komfortablen Familien-Van im SUV-Outfit einher. Ein neues CVT-Getriebe soll den Komfort erhöhen und beim Spritsparen helfen: Nissan verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 11,2 Litern auf 100 km bei der Allrad-Version und 10,7 Litern mit Vorderradantrieb.
Ein SUV mit Vorderradantrieb ist eher was für die Flaniermeile und nicht für das Gelände. Die Weichspülerei setzt sich auch optisch fort. Das Outfit des neuen Pfadfinders ist schicker, moderner und nichts mehr mit der kantigen Cowboy-Attitüde des Vorgängers gemein.
Die Scheinwerfer sind größer und der Kühlergrill nicht mehr von Längsstreben geteilt. Das lässt den SUV satter auf der Straße stehen. Die obere Kante der Scheinwerfer setzt sich in der akzentuierten Linie fort, die sich über die Flanke zieht. Auch die Fensterlinie steigt langsam an und die schmaleren Säulen verbessern die Rundumsicht. Beim Heck setzen sich die fließenden Formen fort. Die Heckleuchten ragen in die Heckklappe und den hinteren Kotflügel hinein.
Auch innen ist der Komfortgewinn spürbar. Die neue Architektur verspricht mehr Platz für die Insassen. Damit die Mütter auch die Kids der Nachbarschaft von der Schule abholen können, gibt es eine dritte Sitzreihe. Der Einstieg nach ganz hinten erleichtert ein Easy-Entry-System. Die Sitze der Passagierreihen lassen sich umlegen und ergeben so eine ebene Ladefläche. Das Extrafach unter dem Ladeboden ist praktisch. Damit die Herrschaften in der letzten Reihe auch etwas Komfort genießen, lässt sich die zweite Sitzreihe verschieben und die Sitzlehnen verstellen.
Komfort wird auch beim Interieur großgeschrieben: Die Vordersitze sind beheiz- und kühlbar, ein Bose-Soundsystem ist ebenso zu haben, wie eine Birdview-Kamera oder eine Zweizonen-Klimaanlage. Die Modernisierung geht aber nicht zu Lasten des Kunden. Mit einem Preis von 23.360 Euro ist der Neue knapp 804 Euro billiger als der Vorgänger.