Der Seat Leon stand schon immer in zweiter Reihe : Und das ist sein größtes Problem. Denn wenn der neue VW Golf VII auf dem Pariser Automobilsalon im Herbst erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wird, steht nur ein paar Meter weiter das Schwestermodell aus Spanien. Beide Autos zeitgleich zu präsentieren mag den Golf nicht weiter stören. Bei Seat in Martorell dürfte man das mit anderen Augen sehen. Denn der neue Leon ist alles andere als zweite Wahl.
Sein Design orientiert sich zwar am Vorgänger, bringt es jedoch auf einen neuen, deutlich schärferen Nenner. Besonders die Front mit dem gefeilten Blick kann gefallen. Auf der Motorhaube gibt es eine zentrierte Falz. Auf Wunsch gibt es den neuen Seat Leon nicht nur mit Xenon- sondern auch Voll-Led-Scheinwerfern. Damit ist er der erste im Segment. Audi A3 und der neue VW Golf werden hier mittelfristig folgen.
Die obere Kante des Frontscheinwerfers zieht sich über die Unterkante der Schulterlinie mit einer kleinen Unterbrechung am hinteren Türgriff bis hin zur Heckleuchte, die auf Wunsch ebenfalls mit Led-Technik arbeitet. Markant bei der Seitenansicht ist nicht nur der Brüstungsspiegel, sondern insbesondere das spitz auslaufende Seitenfenster in der C-Säule.
Technisch basiert der 4,26 Meter lange Seat Leon auf der Quer-Plattform, die auch dem neuen Audi A3 und dem VW Golf VII eine Basis gibt. Der Innenraum des Seat Leon präsentiert sich ebenso nüchtern und aufgeräumt wie sein Äußeres. Die beiden Runduhren und das zentrale Multifunktionsdisplay lassen im Innern sogar etwas Audi-Atmosphäre aufkommen. Etwas trist und grau präsentiert sich dagegen die Mittelkonsole, die mit zwei großen Lüftungseinheiten rechts und links vom Radio- beziehungsweise Navigationsdisplay beginnt und über den Getriebetunnel nach hinten läuft.
Den Anfang macht ab November der Seat Leon als Fünftürer. Dreitürer und Kombi folgen später. Dank der modernen Konstruktionstechnologien und des Einsatzes von Leichtbaumaterialien konnte das Gewicht im Vergleich zum Vorgängermodell um bis zu 90 Kilogramm reduziert werden.
Alle Triebwerke des neuen Seat Leon bekommen durchweg Turboaufladung und Direkteinspritzung. Bis zum Frühjahr 2013 sollen vier Diesel mit 90 bis 184 PS und vier Benziner zwischen 86 und 180 PS angeboten werden.
Vorne arbeitet eine McPherson-Achse mit Hilfsrahmen, hinten gibt es bis 150 PS eine Verbundlenkerachse. Die stärkeren Varianten nutzen eine Vierlenker-Konstruktion, die die Längs- und Querkräfte voneinander getrennt verarbeitet. Zur Sicherheitsausstattung gehören unter anderem Müdigkeits- und Spurhalte- sowie ein Fernlichtassistent. Preislich wird sich der Seat Leon auf dem Niveau des aktuellen Modells bewegen. Losgehen dürfte es bei rund 16.000 Euro.