"Die neue GL-Klasse besetzt die Spitzenposition bei den Luxus-SUVs", sagt Joachim Schmidt von Daimler. Er ist verantwortlich für Vertrieb und Marketing und verspricht: "Mit ihren umfangreichen Assistenzsystemen liegt sie auf dem Niveau einer S-Klasse auch abseits befestigter Wege." Nur allzu gerne hätte Mercedes die Spitzenposition unter den Luxus-Geländewagen inne.
Doch hier sitzt seit Anfang der 70er-Jahre dick und breit der Range Rover. Der neue Range feiert seine Weltpremiere im Sommer, Ende des Jahres kommt er in den Handel. Zumindest in Sachen offizielle Weltpremiere gewinnt Mercedes wertvolle Monate. Denn der neue GL als großer Bruder des zunehmend SUV- und kombigeneigten ML feierte seine Weltpremiere bereits auf der New York Motorshow.
Der 5,12 Meter lange Mercedes GL der zweiten Generation ist von seinem Grundkonzept ganz der Alte. Er ist die große Version des ML, bietet üppige Platzverhältnisse für bis zu sieben Personen und soll insbesondere in den USA auf Kundenfang gehen, wo es bekanntlich gerne etwas größer sein darf. Optisch macht der um 100 Kilogramm leichtere GL wie schon sein Vorgänger einen betont eigenständigen Eindruck.
Der steil stehende Kühlergrill, die großen Lufteinlässe und der weithin sichtbare Unterfahrschutz gefallen ebenso wie die nicht übertrieben dynamische Seitenlinie. Im überraschenden BMW-Design präsentiert sich sein Heck mit üppig dimensionierten LED-Leuchten und einer breiten Chromspange.
Im Innenraum zeigt sich das bekannt hochwertige und aufgeräumte Mercedes-Bild: mit bequemen Ledersitzen, großen Interieurflächen und der auch bei Daimler immer wichtiger werdenden Mittelkonsole mit Bedienmodulen für Luftfederung, Fahrprogramme und Multifunktionseinheit. Die Becherhalter lassen sich auf Wunsch beheizen und sie sind so groß, dass in ihnen auch die amerikanischen Kaffeetöpfe von Starbucks und Co ausreichend Platz finden.
Im Fond würde man sich wieder einmal ausreichend groß dimensionierte Kopfstützen wünschen und nicht solche, wie sie in der neuen G-Klasse zu finden. Das machen andere Hersteller nach wie vor besser als Mercedes. Elektrisch lässt sich nicht nur die dritte Sitzreihe versenken, auch der Einstieg auf die beiden Sitzplätze in Reihe drei wird durch ein elektrisches Umlegen der Sitzreihe davor nennenswert erleichtert. Das GL-Ladevolumen liegt zwischen 680 und 2300 Litern. Alle nennenswerte Assistenzsysteme, die auch E- und S-Klasse bieten wie Abstandstempomat, Spurwechselassistenz und Kollisionswarner hat auch der GL.
Bei den Antrieben gibt es keine Überraschungen. In Europa dürfte der Mercedes GL 350 Bluetec mit dem bekannten Dreiliter-Diesel und seinen 190 kW/258 PS, 620 Nm und 220 Stundenkilometer Spitze den Ton angeben. Sein Normverbrauch sank um knapp 20 Prozent auf 7,4 Liter. In den USA ist der 300 kW/408 PS starke Mercedes GL 500 das erwartete Volumenmodell. Sein 4,7 Liter großer V8-Turbo ermöglicht ein Höchsttempo von 250 und einen Verbrauch von 11,3 Litern Super.
Beide Versionen bieten serienmäßig Allradantrieb und eine Siebengangautomatik. Eine AMG-Version soll mittelfristig ebenfalls verfügbar sein. Die genauen Preise des neuen Mercedes GL stehen noch nicht fest. Sie dürften jedoch durch Mehrleistung und das Plus an Sicherheits- und Komfortausstattungen knapp über dem Vorgängermodell liegen, das mit dem Mercedes GL 350 Bluetec bei rund 77.000 Euro startete.