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08.02.2010, 14:00
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Fahrbericht:
Audi A8 4.2 TDI quattro - eleganter Netzwerker
Starke Motoren sind in der Oberklasse wichtig, doch auch dort zählen heute Effizienz sowie Bits und Bytes. Der neue Ingolstädter punktet mit vernetzten Assistenzsystemen und schluckt in der Spar-Version nur sechs Liter.
Erst 7er, dann S-Klasse, dann A8. Zumindest was die aktuellen Verkaufszahlen betrifft, ist die Rangfolge in der Oberklasse deutscher Premiummarken klar definiert. Doch mit seinem neuen Flaggschiff will die Marke mit den Ringen verlorenen Boden gut machen.
Ein wenig Überzeugungsarbeit muss der 5,14 Meter lange Wagen dabei durchaus leisten, denn schließlich ist der beschworene Vorsprung durch Technik auf den ersten Blick nicht erkennbar: Den früheren Audi-Bonus Allradantrieb haben längst
auch 7er und S-Klasse, und in Sachen Assistenzsystemen haben die
Ingolstädter nur aufgeschlossen.
Bilderserie
Audi A8 4.2 TDI quattro - eleganter Netzwerker
Doch der A8 hält einige Überraschungen parat, wenn die Türen seiner dezent
gezeichneten Karosserie satt ins Schloss fallen und man durch
gute Geräuschdämmung wie in Watte gepackt die Fahrt antritt.
Handschrifteingebe mit dem Touchpad
Das Ziel muss bei Audis Navigationssystem nicht unbedingt per Bedienrädchen
an der Mittelkonsole Buchstabe für Buchstabe ausgewählt werden. Alternativ kann man die Lettern auch mit dem Zeigefinger auf ein Touchpad malen. Selbst bei krakeliger
Schrift erkennt sie der Computer.
Xenon-Licht ist serienmäßig an Bord, doch die neuen LED-Scheinwerfern geben der Karosse ein gewisses Hightech-Etwas. Die elektronisch gesteuerten, wartungsfreien und aufwändig gekühlten Leuchten dienen zum Beispiel als Autobahnlicht, Abbiegelicht und Allwetterlicht.
Komplett überarbeitet wurde der Abstandsregeltempomat ACC, der neben
Kamera- und Radaraugen die Datenbasis des Navigationssystems nutzt. "In
Sekundenbruchteilen werden mehr als 1600 Signale zwischen 27
verschiedenen Steuergeräten ausgetauscht", sagt Marc-Oliver Fischer, bei
Audi für die Entwicklung der Sicherheitssysteme zuständig.
"Die Regelzeit des
Bremsbeginns wird zum Beispiel davon abhängig gemacht, ob die Nebenspur
frei ist", sagt Fischer. Ist das der Fall, bremst der Wagen etwas später, weil die
Elektronik davon ausgeht, dass man ohnehin gleich zum Überholen ansetzt.
Das überzeugt auch in der Praxis: Die ACC lotst den Wagen flüssig durch den
Verkehr und gibt nach dem Spurwechsel schnell wieder Gas - der Fahrer
muss nur noch lenken.
Audis Nachtsichtassistent erkennt per Wärmebildkamera Menschen und
markiert sie wie bei einem Computerspiel mit farbigen Balken. Kommt die
Person gefährlich nahe, wird der Balken rot und es ertönt ein
Warnglöckchen. Eine Verkehrszeichenerkennung per Kamera, wie es sie bei
Mercedes und BMW gibt, soll Mitte 2010 zu haben sein.
Der A8
schützt seine Insassen auch aktiv bei einem Heckaufprall: Wenn die
Sensoren eine bestimmte Geschwindigkeitsdifferenz zum Hintermann messen
und ein Aufprall unmittelbar bevorsteht, tritt das System in Aktion. "Der
Warnblinker leuchtet auf, die Scheiben werden geschlossen, Sitze und
Kopfstützen nach vorn geschoben und zuletzt die Gurtstraffer aktiviert",
beschreibt Audi-Entwickler Fischer das System, wie es ähnlich bereits im Lexus
LS verbaut wird.
Teil 2: Motoren von sparsam bis sportlich
-
Pressinform, 08.02.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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