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Merken   Drucken   09.05.2012, 14:00 Schriftgröße: AAA

Fahrbericht: Chevrolet Camaro Cabrio - kein Komfortcruiser

Zum 45. Jubiläum des Camaro legt Chevrolet eine Sonderedition seines Dauerläufers auf. Also einsteigen und Spaß haben, wenn der Achtzylinder brüllt und der Fahrtwind die Frisur zerstört.

Neben dem Ford Mustang und der Corvette ist der Chevrolet Camaro der Vorzeigesportler aus den USA. Wer Natur, Fahrtwind und bewundernde Blicke der Umgebung genießen möchte, greift zum Camaro Cabrio. Das Verdeck des Amerikaners lässt sich auf Knopfdruck öffnen. Ärgerlich, dass anschließend noch eine Abdeckung über das gefaltete Verdeck gesteckt werden muss. Der Amerikaner wurde speziell für die europäischen Vorlieben optimiert. Bei Lenkung und Fahrwerk wurde nachgeschärft.

Auf dem Fahrersitz ist die Sitzposition sportwagentypisch niedrig. Verstärkt wird der Eindruck durch die hohe Fensterlinie und die rund zehn Zentimeter hohe - Powerdome genannte - Aufwölbung der Motorhaube. Während andere Hersteller sich mit riesigen Fensterflächen gegenseitig überbieten, geht Chevrolet mit dem Camaro den entgegengesetzten Weg. Die extrem schräg gestellte Frontscheibe und die geringe lichte Höhe der Seitenscheiben gewähren einen guten, wenn auch ungewöhnlich schlitzartigen Rundumblick. Nach hinten hilft die serienmäßige Rückfahrkamera mit Ausblicken.

Galerie Chevrolet Camaro Cabrio - kein Komfortcruiser

Umgeben von 1,8 Tonnen Stahl und Kunststoff erscheint der Camaro wie eine fahrende Festung, mit der man sich unbedenklich in jeden beliebigen Vorstadtdschungel stürzen kann - so wie es die Ermittler der Fernsehserie "Hawaii Five-0" in der Neuauflage der Kultserie machen.

Der Camaro ist kein Komfortcruiser. Die Karosserie könnte verwindungssteifer sein, die Sitze besser, und ein Windschott ist ebenfalls kein Hexenwerk. Gibt es beim Camaro nicht einmal als Extra.

Kompromisslos, laut und durstig

Der Camaro mimt das sehenswerte Powerraubein - kompromisslos, laut und durstig. Das straffe Fahrwerk, die zupackenden Bremsen und der kräftige Motor lassen mimosenhafte Kaprizen gar nicht aufkommen. Allzu zartfühlend darf man dennoch nicht sein. Für Sicherheit wird nur mäßig gesorgt. ESP, ABS und zwei Front- sowie Seitenairbags sind dünn. Im Coupé werden Fahrer und Beifahrer noch durch zusätzliche Kopfairbags geschützt. Insgesamt scheint das Konzept des Camaro einer anderen Zeit zu entstammen. Aber überall, wo er hinkommt, hinterlässt er einen bleibenden Eindruck.

Doch Design und Cabriogefühle sind das eine. Wer einen Camaro kauft, der will pure Kraftausbrüche. Welches Auto bietet heute noch acht Zylinder, 6,2 Liter Hubraum und einen zum Niederknien brüllenden Sound? Der Durchschnittsverbrauch wird offiziell mit 14,1 Litern angegeben. Die Automatikmodelle liegen mit 13,1 Litern auf 100 km etwas besser. In der Realität spielt sich wenig unter 16 Litern ab.

Immerhin weiß man, wohin der Kraftstoff in Strömen fließt. Der Achtzylinder leistet 432 PS und schafft den Imagespurt auf Tempo 100 in 5,2 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit wird bei 250 Stundenkilometern elektronisch abgeregelt.

Die Preise beginnen bei 38.900 Euro für das Chevrolet Camaro Coupé und 43.900 Euro für das Cabrio. Dabei ist die Serienausstattung üppig. Einzig ein Glasschiebedach für das Coupé und einige Zierstreifen können zusätzlich bestellt werden. Das aktuelle "45th Anniversary"-Sonderpaket bietet eine Carbon-Flash-Metallic-Lackierung mit silbernen Rallyestreifen und eine schwarze Lederausstattung mit roten, weißen und blauen Ziernähten - Kostenpunkt: 2200 Euro.

  • Pressinform, 09.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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