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Merken   Drucken   11.05.2012, 14:00 Schriftgröße: AAA

Fahrbericht: Citroën C1 - französischer Sparmeister

Klein und laut ist er immer noch. Doch der C1 von Citroën ist unter das Designermesser geraten und wurde äußerlich ein wenig aufgehübscht.

Der Citroën C1 fährt auch nach seiner Gesichtskorrektur mit dem bekannt brummenden 50 kW/68 PS starken Dreizylinder durch nahezu jede Gasse. Der Unterschied zum direkten Vorfahren liegt sowohl in der Optik als auch ein wenig in der Technik. So verfügt der ab 9450 Euro erhältliche Franzose serienmäßig über ESP und LED-Tagfahrlichter. An seinem Äußeren ist lediglich an der Front das Designermesser gewetzt worden.

Neben den neu gestalteten Doppelwinkeln, welche im neuen Outfit etwas runder geworden sind, ist die gesamte Motorhaube und somit das ganze Fahrzeug in die Länge gezogen worden. Doch wird der sowohl mit manuellem Fünfganggetriebe als auch mit der Fünfgangautomatik verfügbare C1 auch weiterhin in nahezu jede Parklücke zu rangieren sein, denn das Längenwachstum beträgt mickrige fünf Millimeter.

Galerie Citroën C1 - französischer Sparmeister

Den nun genau 3,44 Meter kurzen Citroën gibt es in drei Ausstattungsvarianten zu kaufen, wobei die Einstiegsvariante Attraction Kopfstützen an allen vier Sitzplätzen, 14-Zoll-Stahlfelgen und eine komplett umklappbare Rücksitzlehne aufweist. Mit zwei zusätzlichen Türen, sprich als Viertürer, müssen 440 Euro extra überwiesen werden.

Der mit Außenspiegeln 1,86 Meter schmale und somit für die linke Spur in jeder Baustelle Deutschlands zugelassene C1 lässt trotz seiner 1,47 Meter Höhe in der ersten Sitzreihe keine Platzwünsche offen. Nach oben, zur Seite und nach vorn - Platz ist genügend. Auf der Rückbank sieht es da natürlich ein wenig anders aus, doch bis zu einer Größe von gut 1,85 Meter stößt zumindest nicht der Kopf an die Decke.

Schlaglöcher machen ihm nichts

Während der Fahrt zeigt der 93 Newtonmeter an die Vorderachse liefernde Ottomotor, dass die Kraft aus einem Liter nicht nur für die Stadt völlig ausreichend ist. 13,5 Sekunden reichen dem 160-Stundenkilometer-Spitze fahrenden Kleinstwagen für den Sprint von 0 auf Tempo 100. Neben seinem überraschend flotten Antrieb zeigt er sich auch in puncto Federung überaus langstreckentauglich. Schlaglöcher oder unebene Wege machen ihm und seinen vier Insassen nichts.

Anders sieht es da bei seinem Motorsound und den Bremsen aus. Während die Motorlautstärke proportional zur Geschwindigkeit zunimmt und das eingeschaltete Radio ab Tempo 100 lediglich am leuchtenden Display als noch spielend identifiziert werden kann, nehmen es die Scheibenbremsen an den Vorderrädern und die Trommelbremsen an den Hinterrädern nicht allzu ernst mit ihren Aufgaben. Hier muss ordentlich Druck aufgebaut werden, bis der 900 Kilogramm leichte C1 mit dem Verzögern beginnt.

Ist er erst einmal zum Stehen gekommen, kann er auch beladen werden. Doch das Wort beladen sollte hier zumindest solange die Rückbank auch als solche fungiert, nicht allzu genau genommen werden. 139 enge Liter treiben nach einem ausgiebigen Shoppingerlebnis dem potenziellen Bepacker leichte Schweißperlen auf die Stirn. Ist er allein oder allerhöchstens zu zweit unterwegs, trocknen die Perlen jedoch relativ schnell wieder, denn zwei kurze Handbewegungen später offenbart der Stadt-Franzose mit 712 Litern Stauvolumen ein Platz-Eldorado für volle Einkaufstüten und Wasserkästen.

Mit dem Durst hält er sich im Übrigen einigermaßen zurück. 4,3 Liter gönnt sich der Handschalter auf 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von 99 Gramm pro Kilometer entspricht.

  • Pressinform, 11.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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