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Merken   Drucken   08.10.2012, 14:00 Schriftgröße: AAA

Fahrbericht: Kia Sorento 2.2 CRDI - koreanische Wertarbeit

Der Kia Sorento bekommt nach drei Jahren eine Modellpflege spendiert. Doch das Facelift entpuppt sich als grundlegende Überarbeitung, die dem SUV sehr gut steht.

Wenn Pressemappen bei Modellüberarbeitungen über hochkant positionierte Nebelschlussleuchten und "neu designte LED-Heckleuchten" philosophieren, ist es in der Regel mit den echten Änderungen nicht weit her. Doch bei Kia ist das diesmal anders. Die wahre Neuigkeit verbirgt sich unter der aufgefrischten Karosserie. Das koreanische SUV teilt sich jetzt die Plattform mit dem Hyundai Santa Fe.

So ein Umbau bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Der 4,69 Meter lange Sorento wiegt knapp 100 Kilogramm weniger und steht jetzt etwas schnittiger im Wind. Die Einstiegskante ist einen Zentimeter tiefer und in der zweiten Reihe ist die Beinfreiheit um drei Zentimeter gestiegen. Bei der optionalen dritten Reihe sind es allerdings nur kümmerliche neun Millimeter. Aber diese Plätze will man Erwachsenen sowieso nur auf Kurzstrecken zumuten.

Galerie Kia Sorento 2.2 CRDI - koreanische Wertarbeit

Hinter den Fahrersitzen geht es zwar kommoder zu, aber ab einer Größe von etwa 1,90 Meter kommt das Dach dem Kopf schon bedrohlich nahe. Dafür hat der Korea-SUV nichts von seinem Nutzwert eingebüßt: Die hinteren Sitze lassen sich umlegen, sodass eine ebene Ladefläche entsteht. So wächst beim Fünfsitzer das Kofferraum-Volumen von 660 auf vernünftige 1675 Liter. Eltern freuen sich über die mechanische Kindersicherung und die weit aufschwingende Heckklappe, unter der auch größere Menschen aufrecht stehen können. Weniger angenehm ist dagegen die hohe Ladekante.

Ansonsten fühlt man sich im Sorento wohl. Nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch das Interieur wurde überarbeitet und ist nicht mehr ganz so trist. Chromakzente an Lufteinlässen, Schaltern und dem LCD-Tacho fallen positiv auf. Auch die Materialien sind etwas hochwertiger und das Cockpit überschaubarer. Allerdings trüben die etwas lieblos entgrateten Fensterheber und die nicht immer einwandfreie Verarbeitung das Bild ein wenig.

Immerhin gibt es einige Extras: Schon bei der Basisversion gibt es unter anderem eine Klimaanlage, eine Stereoanlage mit sechs Lautsprechern und beheizbare Aussenspiegel. Bei den Topmodellen kommen Klimasitze, Xenon-Licht und ein Parkassistent dazu, der auf Wunsch das Einparken übernimmt. Wer etwas Geld in die Hand nimmt, freut sich über eine Gegenlenkunterstützung und einen Spurwechselassistenten.

Da sind wir schon beim Thema: Solange es geradeaus geht, macht der Sorento richtig Laune. Der 2,2-Liter-Diesel zieht mit seinen 197 PS und dem Drehmoment von 436 Newtonmetern, das ab 1800 U/min bereitsteht, kräftig genug an. Dass die Höchstgeschwindigkeit nur bei 190 Stundenkilometer liegt, lässt sich verschmerzen. Der Verbrauch ist mit 6,7 Litern auf 100 Kilometer auch in Ordnung.

Kein Spaß in Kurven

Das Fahrwerk ist komfortabel und reagiert nur bei gröberen Schwellen etwas hölzern, was auch an den schicken 19 Zöllern liegt. Doch sobald es um engere Kurven geht, hört der Spaß größtenteils auf. Schon bei etwa Tempo 50 jaulen die Vorderreifen so laut, das ganze Wolfsrudel neidisch werden würden. Garniert wird das Ganze von ungemütlichen Wankbewegungen und einer unmotiviert hin-und-her-schaltenden Sechsgangwandlerautomatik.

Immerhin bekommt man ab 29.990 Euro ein ordentlich ausgestattetes Auto mit einem direkteinspritzenden 192-PS-Beziner. Der im Test gefahrene 2,2-Liter-Diesel ist ab 32.990 Euro zu haben. Allerdings sind die beiden Einstiegsmodelle nur Mimikry-Kraxler mit besserer Ausstattung und Frontantrieb. Wer einen artgerechten Allradler will, muss etwa 1.500 bis 2.000 Euro zusätzlich hinlegen und bekommt dann immerhin ein sperrbares Mitteldifferenzial.

  • Pressinform, 08.10.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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