Fahrbericht:Maserati Gran Cabrio - Lustreise zu viert
Vier Sitze, grandioser Sound und graziles Design: Maserati feiert den Frühlingsanfang mit einem Cabrio, das seinesgleichen sucht - vor allem beim Preis.
Exklusivität hat in Krisenzeiten ihren Preis. Um satte 35 Prozent brachen die Verkaufszahlen der italienischen Edelschmiede nach dem Rekordjahr 2008 mit rund 8600 verkauften Fahrzeugen weltweit ein.
Beim Gran Cabrio planen die Italiener darum konservativ. In Deutschland hoffen sie, im laufenden Jahr 150 Stück zu veräußern. Die Chancen stehen also gut, den einzigen Freiluft-Dreizack in der ganzen Stadt zu besitzen.
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Maserati Gran Cabrio - Lustreise zu viert
Die offenen Maserati-Renner waren schon immer etwas Besonderes. Vom A6G Frua Spyder zum Beispiel entstanden nur fünf Exemplare, vom 3500 GT Vignale 245, beim 255 Stundenkilometer schnellen Mistral Spyder waren es 125 Stück. Die späteren Cabrios bis hin zum GranSport Spyder hatten eins gemeinsam: Es waren im Prinzip reine Zweisitzer, allenfalls mit Notsitzen für extrem zierliche Mitreisende versehen.
Sonnenbank in 28 Sekunden
Das Platzangebot auf den hinteren Rängen ist zwar auch im neuen Gran Cabrio nicht allzu üppig - vor allem bei geschlossenem Verdeck. Doch einer Landpartie mit vier Erwachsenen steht es nicht mehr entgegen.
Genau 28 Sekunden dauert es, bis der Maserati seine fein geschneiderte Stoffmütze abstreift, die samt Mechanik 60 Kilogramm auf die Waage bringt. Vier Sekunden lang fahren die Scheiben herunter, 20 Sekunden benötigt das elektrische Dach für seinen kunstvollen Faltvorgang und in den letzten vier Sekunden surren die Fenster wieder nach oben.
Das Stoffdach erfreut mit einer guten Dämmung, erst ab höherem Autobahntempo werden die Windgeräusche störend. Die Luftverwirbelungen im Innenraum halten sich in Grenzen, nur der Sicherheitsgurt flattert nervös im Wind. Maserati hat dafür allerdings eine elegante Lösung: Schmucke Lederschlaufen mit Clip-Verschluss an der Sitzlehne halten den Gurt an Ort und Stelle. 283 Stundenkilometer rennt das Gran Cabrio in geschlossenem Zustand, bei geöffnetem Dach stoppt die Tachonadel bei Tempo 274.
Wichtigstes Extra: Das Lederkofferset
Natürlich fährt man diesen Wagen offen, wann immer es geht. Schon allein wegen des unnachahmlichen Sounds des 440 PS starken Achtzylinders, der im Schnitt übrigens 15,4 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verschlingt.
Das Gran Cabrio ist mehr gemütlicher Cruiser als agiler Sportwagen, trotz einer standesgemäßen Beschleunigung von 5,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und einer keineswegs schwammigen Straßenlage. Für wirklich sportliche Ambitionen fehlt es an einer knackigen Lenkung, die im Gran Cabrio eindeutig auf Komfort ausgelegt ist.
132.770 Euro ruft Maserati für das GranCabrio auf. Dafür ist es immerhin komplett ausgestattet, und die Aufpreisliste muss eigentlich nur noch für das Lederkofferset gezückt werden (3600 Euro plus Mehrwertsteuer). Das kann man mit Riemen auf den
Rücksitzen befestigen und wird es brauchen. Denn der Kofferraum des Gran Cabrio ist so gar
nicht groß: Magere 173 Liter stehen zur Verfügung.
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