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Merken   Drucken   18.09.2012, 14:00 Schriftgröße: AAA

Fahrbericht: Mini John Cooper Works Countryman - schwerer Raser

Der Mini John Cooper Works Countryman bietet einen automobilen Kompromiss für die junge, sportliche Familie. Doch der Fahrer sollte sich schon mal darauf einstellen, dass sein Gefährt an Übergewicht leidet.

Mit viel Platz, noch mehr Kraft und der einen oder anderen Neuigkeit rollt der Mini John Cooper Works Countryman heran. Der für einen Mini auch in der sportlichen Variante auffällig groß gewachsene Allradler verfügt mit 160 kW/218 PS im Vergleich zum herkömmlichen Countryman über zusätzliche 25 kW/34 PS. Die Kraft bezieht er jedoch nicht aus einem bereits bekannten Aggregat, sondern aus dem ganz neu entwickelten 1,6 Liter großen Vierzylinderbenzinmotor.

Dank der Sportauspuffanlage lässt sich diese neue Sportlichkeit nicht nur sehen, sondern auch hören. Allerdings muss dafür entweder mit der Sechsgangautomatik oder dem Sechsganghandschalter die Nadel des Drehzahlmessers ordentlich gen roten Bereich getrieben werden, sonst tut sich da nicht allzu viel. Sein maximales Drehmoment von 300 Nm liegt von 1900 bis 5000 Touren an.

Galerie Mini John Cooper Works Countryman - schwerer Raser

Für einen stets guten Grip sorgen die 18 Zoll Sportreifen - die es auf Wunsch auch in 19 Zoll gibt. Der Viertürer, der in seiner Serienausstattung mit einer Klimaanlage aufwartet, läutet gleichzeitig eine neue Ära bei Mini ein. Denn die Fensterheberschalter befinden sich ab sofort nicht mehr in der Mittelkonsole, sondern dort, wo sie auch ein Mini-Laie zuallererst suchen würde, in der Tür.

Bei vorsichtiger Fahrweise müssen an der Tankstelle nach 100 Kilometern 7,4 Liter Benzin in den 47 Liter fassenden Tank nachgefüllt werden - zumindest beim Handschalter. Der Automat gönnt sich einen halben Liter mehr. Der CO2-Ausstoß liegt somit bei 172 beziehungsweise 184 Gramm pro Kilometer.

Von außen ist der neue Mini an seiner Bremsanlage mit roten Bremssätteln, einer Tieferlegung um 10 Millimeter, einem Aerodynamik Kit und den beiden John-Cooper-Works-Logos in der Front und auf dem Heckdeckel zu erkennen. Der Innenraum lässt sich optional mit Ledersportsitzen und den auch für den Mini Countryman erhältlichen Sonderausstattungen aufwerten. Serienmäßig ist ein Sportknopf an Bord. Versteckt hinter dem Schalthebel liegend beeinflusst er das Ansprechverhalten und die Soundcharakteristik des Motors sowie die Kennlinie der Lenkkraftunterstützung.

Nichts für Schaltfaule

Im ersten Moment nach dem Drücken des Schalters fühlt sich die Lenkung spürbar schwerer an, die Gasannahme ist direkter. Die Schaltpunktanzeige versucht indes zu jedem Zeitpunkt mit einem Gangvorschlag den Fahrer vom verbrauchsarmen Fahren zu überzeugen. Pech nur, dass die Augen des Fahrers, wenn sie nicht gerade auf die Straße gerichtet sind, auf die Mittelkonsole schielen, denn dort befindet sich Mini typisch das überdimensionale Tachoblatt.

Wer auf freien Landstraßen die Kurvenhatz beginnt, sollte beim Mini John Cooper Works Countryman nicht zur schaltfaulen Gesellschaft gehören. Denn ein sattes aus Kurven Herausbeschleunigen ist vornehmlich erst im hohen Drehzahlbereich möglich - sein sattes Übergewicht macht ihm deutlich zu schaffen. Wenn er aber erst einmal in Fahrt ist, wie zum Beispiel auf der Autobahn, dann treibt ihn sein neuer Motor äußerst flott in Richtung Höchstgeschwindigkeit, die sowohl im fünften als auch im sechsten Gang erreichbar ist. Den Mini gibt es in dieser Variante ab 34.800 Euro.

  • Pressinform, 18.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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