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Merken   Drucken   26.03.2010, 14:00 Schriftgröße: AAA

Fahrbericht: Nissan Qashqai 2.0 dCi 4WD - zwischen den Welten

Für Nissan ist der Crossover Qashqai zu einem unerwartet großen Erfolg geworden. Entsprechend dezent ist das Facelift ausgefallen. Trotzdem will man jetzt auch in der Golfklasse wildern.
Seit dem Debüt des Crossover im März 2007 haben die Japaner, die den Wagen in ihrem britischen Werk Sunderland produzieren, den Qashqai europaweit 542.250 Mal verkauft (Stand: Januar 2010). Dazu kommen noch Märkte wie China und Japan. "Wir hätten uns also zurücklehnen, alles beim Alten lassen und einen Verkaufsrekord nach dem anderen genießen können", sagt Nissans Vizepräsident Simon Thomas.
Dennoch war ein Facelift fällig, es soll Nissan vor allem mehr Kunden aus einem neuen Segment bringen. Die Marketingabteilungen der Hersteller haben es nüchtern "C-Segment" getauft, besser bekannt ist es als "Golfklasse". War der Qashqai anfangs noch eher als eine Art Wanderer zwischen den Welten von SUVs und Kompaktautos gedacht, als Crossover eben, so hat man mittlerweile einen deutlich größeren Kundenkreis im Sinn. Die "Eroberungsquote" des Qashqai, der seinen Namen einem Stamm von Wüstenkriegern verdankt, liegt in Europa bei über 70 Prozent. Das heißt: Etwa drei von vier Käufern hatten zuvor ein Auto einer anderen Marke in der Garage stehen.
Galerie Nissan Qashqai 2.0 dCi 4WD - zwischen den Welten
Wer sich den Qashqai genauer ansieht, der wird schnell feststellen: Der vermeintliche SUV konkurriert in der Tat eigentlich eher mit dem Golf Plus als zum Beispiel mit den Tiguan oder dem Ford Kuga. Schon von seiner Länge her passt der Qashqai mit 4,33 Metern eher zwischen Golf (4,20 Meter) und Astra (4,42 Meter). Auch von der Höhe her passt er mit 1,62 Metern eher zum gleich hohen Golf Plus. Selbst die Breite passt mit 1,78 Metern (Golf Plus: 1,76 Meter). Dafür bietet der fünfsitzige Qashqai mit 410 bis 1513 Litern mehr nutzbaren Laderaum als der Wolfsburger mit 395 bis maximal 1450 Liter.
Die Modifikationen am neuen Qashqai beschränken sich vor allem aufs Optische, auf verbesserte Materialien und mehr Komfort. An der Fahrzeugfront etwa wurden Motorhaube, Kotflügel, Kühlergrill und Scheinwerfer überarbeitet. Von vorne wirkt er nun etwas moderner und schärfer geschnitten. Am Heck gab es einen neuen Dachspoiler und deutlicher strukturierte Rückleuchten. Weniger zu sehen sind die Arbeiten an der Aerodynamik - wie zum Beispiel ein glatterer Unterboden. Der hilft mit, den CW-Wert auf jetzt 0,33 zu senken.
Geringeres Geräuschniveau im Innenraum
Der glattere Unterboden ist auch eine der Veränderungen, die zu einem merkbar geringeren Geräuschniveau im Innenraum geführt haben. Weitere Maßnahmen: eine geräuschschluckende Frontscheibe, eine bessere Schallisolierung zum Motorraum hin und eine überarbeitete Einzelradaufhängung. Entsprechend angenehm ist nun der Geräuschpegel für die Passagiere selbst bei Reisegeschwindigkeiten jenseits von Tempo 130.
Die Materialien im Innenraum machen einen hochwertigen Eindruck, ein paar Staufächer sind dazugekommen - das war's auch fast schon. Für größere Fahrer hätte Nissan die Verstellmöglichkeit der Vordersitze noch um ein, zwei Stufen erweitern können - ansonsten kann man sich über die Sitze nicht beschweren: straff, bequem, mit ordentlichem Seitenhalt.
Das Armaturenbrett zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es nicht mit Knöpfen und Schaltern überladen ist und sehr intuitiv bedienbar bleibt. Überarbeitet wurde die (gegen Aufpreis erhältliche) Navigation, der Sound kommt aus sieben Lautsprechern von Bose. Nun besser lesbar: das neue Kombiinstrument vor dem Fahrer.
Nach wie vor kann der Qashqai mit zwei oder als Qashqai+2 (dann auch insgesamt 21 cm länger) mit drei Sitzreihen geordert werden. Wirklich bequem geht es allerdings in der dritten Sitzreihe nicht zu. Für den Qashqai+2 bleibt als Argument im Grunde nur der etwas größere Laderaum von 550 Litern bei zwei Sitzreihen.

Teil 2: Wenig geändert hat sich beim Motorenprogramm

  • Pressinform, 26.03.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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