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12.07.2010, 14:00
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Fahrbericht:
Renault Wind 1.6 16V 130 - kleines Cabriowunder
Der Freiluftflitzer ist nett anzuschauen, gut ausgestattet, alltagstauglich und vergleichsweise günstig. Nur unter der Haube weht ein eher laues Lüftchen.
Endlich kommen begehrenswerte Autos wieder aus Frankreich. Citroën bietet mit dem DS3 eine schicke Mini-Alternative an, Peugeot gelingt mit dem RCZ ein reinrassiges Sportcoupé. Nun ist Renault an der Reihe und platziert zwischen Twingo und Clio ein Spaßcabrio mit elektrischem Klappdach.
Die Front des 3,8 Meter langen Wagens trägt das typische Renault-Gesicht, ist aber trotz der bläulich schimmernden Scheinwerfer nicht die Schokoladenseite: Vor allem das Heck mit der elegant ansteigenden Seitenlinie, den beiden Höckern und dem Spoiler wirkt schön knackig und sportlich.
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Renault Wind 1.6 16V 130 - kleines Cabriowunder
Weniger schön ist das Cockpit. Die vielen Plastikflächen und die lieblos gestaltete Schalterbatterie an der Mittelkonsole für Fenster und Verdeck wirken billig. Die Sitze bieten dafür einen ordentlichen Seitenhalt und formen sich gut an den Körper an.
Die schwere Heckklappe muss mit viel Kraft geöffnet und geschlossen werden, dahinter verbirgt sich ein 270 Liter großer Laderaum - so groß wie der Kofferraum eines normalen Kleinwagens. In seiner Nutzbarkeit wird das Gepäckabteil durch zwei Versteifungsstreben etwas geschmälert, der komplette Laderaum bleibt aber auch bei offenem Verdeck erhalten.
Das Verdeck öffnet sich in einer Rekordzeit von 12 Sekunden: Die Heckklappe schwenkt nach oben, das Dachteil dreht sich um 180 Grad nach hinten, fertig. Zum Verriegeln muss man nach dem elektrischen Schließvorgang nur einen Drehgriff betätigen. Dicker Minuspunkt: Der Wind wirft sein Häubchen nur im Stand ab.
Kaum Luftverwirbelungen im InnenraumMit offenem Dach lässt es sich bei hochgefahrenen Seitenscheiben selbst bei 180 Stundenkilometern noch gut aushalten, es gibt kaum Luftverwirbelungen im Innenraum. Durch die hohen Seitenteile hat man zwar eine dürftige Sicht beim Spurwechsel, fühlt sich aber wie von einem Kokon umhüllt. So puristisch wie im Mazda MX-5 ist man im Wind daher nicht unterwegs, man genießt eher Targa- als Cabrio-Feeling - das aber in Vollendung.
Angetrieben wird Renaults Freiluftflitzer, der technisch auf dem Clio 2 RS basiert, von einem 1,2 Liter großen Turbomotor mit 100 PS (74 kW) oder von einem 1,6-Liter-Saugmotor mit 133 PS (98 kW). Der kleine Turbo ist aus dem Drehzahlkeller heraus spritziger und macht im Stadtverkehr mehr Laune, auch wenn er beim Spurt auf Tempo 100 mit 10,5 Sekunden mehr als eine Sekunde langsamer ist als der 1.6. Dafür hat das 100-PS-Maschinchen beim Verbrauch Vorteile: Er genehmigt sich im Schnitt 6,3 Liter pro 100 Kilometer (Werksangabe), während der größere Motor 7 Liter benötigt. Die 133 PS merkt man dem 1.6 nicht wirklich an, er gibt sich bei Überholmanövern eine Spur zu zäh.
Mit der überschaubaren Leistung ist der 1,2 Tonnen schwere Wagen nicht überfordert: Die Traktion ist gut, das Fahrwerk hält den kleinen Franzosen sauber auf Kurs. Die Federung ist aber eher komfortabel als straff ausgelegt. Mehr Pfeffer unter der Haube schließt Renaults Kleinwagen-Programmdirektor Ali Kassai erst einmal aus: "Eine rein sportliche Auslegung stand nicht im Lastenheft, der Wagen ist aus unserer Sicht leistungsstark genug." Der Wind hat ein Fünfganggetriebe, das präzisere und kürzere Schaltwege vertragen würde - Mazda etwa bietet mit seiner knackigen Schaltbox im MX-5 deutlich mehr Spaß am Gangwechsel.
Teil 2: Ausstattung ist großzügig
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Pressinform, 12.07.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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