Das infernalische Trio ist komplett: Nach Seat Ibiza Cupra und VW Polo GTI bekommt im Herbst auch der Kleinwagen aus Tschechien den leistungsstarken 180-PS-TSI-Motor aus dem Konzernregal unter die Haube. Ein Proberitt.
180 PS, ein doppelt aufgeladener Vierzylinder und ein maximales Drehmoment von 250 Nm verschaffen dem Tschechen reichlich Vortrieb.
Laut Werksangabe braucht der kleine Kraftmeier nur 7,3 Sekunden, um aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen. Und erst bei 224 Stundenkilometern bleibt die Tachonadel stehen.
Mit diesen Werten liegt der Fabia gleichauf mit seinem spanischen Bruder Seat Ibiza Cupra. Nur bei der Muttermarke durfte es etwas mehr sein. Volkswagen lässt den Polo GTI in ein paar Zehntelsekunden weniger beschleunigen und packt fünf Stundenkilometer Topspeed drauf.
Zu viel Kraft für die Elektronik
Doch der leicht schwächere Skoda hat auf feuchter Fahrbahn trotz aller Elektronik auch so schon Schwierigkeiten, seine Kraft auf die Straße zu bringen. Bei beherztem Tritt aufs Gaspedal rutschen die Vorderräder durch. Wer es allerdings etwas ruhiger angehen lässt, der kommt mit dem Fabia flott voran.
Einen Gutteil dazu trägt auch das serienmäßige Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe bei. Es passt sehr gut zu dem kräftigen Motor. Erfreulicherweise haben ihm die Ingenieure eine Sportoption beigegeben, die den automatischen Schaltpunkt deutlich in die höheren Drehzahlen verlagert.
Optionale Schaltwippen am Lenkrad machen aus der Automatik eine schnelle manuelle Schaltung. Und die Zwischengasfunktion lässt den Fabia RS beim schnellen Herunterschalten zwischen den Gangstufen geschäftig losbrabbeln.
Auf der Straße ist der Fabia RS flott und souverän unterwegs und mit einem DIN-Verbrauch von 6,4 Litern Super auf 100 Kilometern auch nicht übermäßig durstig. Das Fahrwerk wurde ein paar Millimeter tiefer gelegt und an der Vorderachse sorgt ein serienmäßiges XDS-Differenzial dafür, dass der RS exakt um die Kurven zirkelt.
Ein paar Kleinigkeiten trüben das Gesamtbild: Sinnvolle Kopfairbags gibt es nur gegen Aufpreis, und die Federung wirkt etwas arg sportlich abgestimmt. Immerhin werden die Schläge von den guten Sportsitzen etwas abgefedert.
Optisch dezenter Auftritt
Das unten abgeflachte Leder-Sportlenkrad mit drei Speichen ist in zwei Ebenen einstellbar. Die Instrumente und Tasten sind klar angeordnet und gut ablesbar. Bis auf die allgegenwärtigen RS-Logos entspricht der Fabia RS ansonsten weitgehend der Normalversion.
Auch außen unterscheidet sich der RS nur dezent von den zahmeren Fabia. Die Stoßfänger mit Nebelscheinwerfern wirken angemessen sportlich. Hinter den Speichen der 17-Zoll-Alufelgen leuchten die Bremssättel kräftig rot. Für die sportliche Optik sorgen zudem ein Doppelrohr-Auspuff und ein Dachspoiler.
Anders als den Ibiza Cupra oder den Polo GTI gibt es den Fabia RS auch in einer Kombi-Version mit einem Ladevolumen zwischen 480 und 1460 Litern. In der Schrägheck-Variante sind es 300 bis 1163 Liter.
Wieviel Limousine und Kombi kosten werden, wenn sie im September 2010 zu den Händlern rollen, darüber schweigt sich Skoda noch aus. Vermutlich wird der Preis - je nach Karosserievariante - 1500 bis 2000 Euro unter dem des VW Polo GTI liegen. Der kostet aktuell 22.500 Euro.
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