Eigentlich ist er gar kein Japaner: Denn der geschärfte iQ wurde nicht im japanischen Toyota-Hauptquartier, sondern im umtriebigen Köln-Marsdorf entwickelt. Dort wo einst die hauseigene Formel-1-Schmiede beheimatet war, werden seit geraumer Zeit Spezialaufträge abgearbeitet. Einer diese Aufträge begann bereits 2010. "Hier haben wir angefangen, eine leistungsstärkere Sportversion des iQ zu entwickeln. Insbesondere für Japan", sagt Sebastian Janssen aus dem Entwicklungsbereich von Toyota Motorsport.
Seit kurzem ist der 3,14 Meter lange Toyota iQ Sport in Japan beim Händler - als Topversion mit Sportfahrwerk, Breitreifen, Spoiler und munterer Kriegsbemalung. Leistet der normale Vierzylinder mit seinem 1,3 Litern Hubraum im Serien-iQ 72 kW/98 PS und ein maximales Drehmoment von dünnen 123 Nm, sorgt ein Kompressor im Winzling für mehr Schärfe auf der Piste.
"Wir hatten im Motorraum nicht allzu viel Platz und hatten die Vorgabe, möglichst wenig zu verändern", sagt Janssen. Daher entschied das Team für eine Kompressorlösung. Nach der Marsdorfer Kraftkur gab es einen nennenswerten Leistungsnachschlag von 25 Prozent. 90 kW/122 PS lesen sich dabei weit weniger beeindruckend, als es sich am aufgedickten Lederlenkrad der Sonderedition erfahren lässt. Gut abgestimmt: das leichtgängige Sechsganggetriebe.
Insbesondere die Leistungsentfaltung bei niedrigeren Drehzahlen und das muntere Drehmomentplus von 41 Nm auf 174 Nm bei 4800 Touren machen sich im ambitionierten Fahrbetrieb nennenswert bemerkbar. Der iQ Sport hat echten Biss. Den Spurt von 0 auf Tempo 100 schafft der Fronttriebler in unter neun Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 190 Stundenkilometern abgeriegelt. Der Verbrauch dürfte jedoch über den 4,9 Litern der 98-PS-Version liegen. Doch der schafft eben auch nur Tempo 170.
Der Toyota iQ Sport ist zumindest in Deutschland noch ein Versuchsträger. Vor dem Fahrer thronen drei aufgesetzte Zusatzinstrumente von Stack. Kein digitales Flimmerdisplay, das Drehzahl, Tempo und Reichweite anzeigt. Das ist Oldschool im Hightech-Toyota. Neben den Temperaturen von Wasser und Öl ist hier ganz analog der Ladedruck abzulesen. Maximal leistet der kleine Supercharger, der unten links an den Vierzylinder angeschraubt wurde, 0,45 bar.
Kupplung kommen lassen und schon geht der ansonsten wenig bissige Vierzylinder so engagiert zur Sache, als wäre er zu Höherem berufen. Wer Gas gibt, zaubert schwarzen Gummi auf den Asphalt. Das Steuer zuckt und zerrt wie man es von Renault R5 Turbo oder Fiat Uno Turbo i.E. kennt. Doch die beiden Retro-Kraftprotze mussten im Gegensatz zum iQ Sport ohne Regelsystem und ein Maxi-Paket von Airbags auskommen. So ändern sich die Zeiten.
Ob der Toyota iQ Sport bald auch eine Chance in Deutschland hat, steht noch nicht fest. Während ein gut ausgestatteter Toyota iQ hierzulande aktuell rund 16.000 Euro kostet, wäre für das japanische Sportabzeichen ein Preis von knapp über 20.000 Euro denkbar. Dem müden Toyota-Image hierzulande könnte ein Marktstart in Deutschland allemal brauchen.