Fahrbericht:Toyota RAV4 2.0 Valvematic - Urahn in neuem Gewand
Weniger Offroad-Look, mehr Boulevard-Kreuzer: Die Japaner verpassen ihrem Geländewagen ein elegantes Facelift. Der Begründer des kompakten SUV-Segments sammelt Pluspunkte - pflegt aber auch ein altes Manko.
In London macht man sich über Geländewagen gerne mit einem Spruch lustig: Das einzige Gelände, dass die "Chelsea Tractors" je sehen würden, sei der Bordstein. Die Autohersteller haben längst reagiert, allerdings nicht so, wie es SUV-Verächter gerne hätten.
Denn es gibt immer mehr SUV, doch die Offroad-Tauglichkeit steht nicht mehr im Vordergrund. Auch Toyotas RAV4, der 1994 den SUV-Trend in die Kompaktklasse holte und seit 2006 in der dritten Generation auf den Straßen rollt, ist inzwischen mit reinem Frontantrieb und kleinen Motoren zu bekommen.
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Toyota RAV4 2.0 Valvematic - Urahn in neuem Gewand
Während die neuen Aggregate schon länger verfügbar sind, haben die Japaner jetzt vor allem die Optik überarbeitet. Der Kühlergrill war bisher eher schmucklos. Nun hat er eine dynamische V-Form und ist mit reichlich Chrom verziert.
Unpraktische Ladeklappe
Beim Heck hat sich dagegen nichts getan. Nach wie vor hat der RAV4 eine zur Seite öffnende Heckklappe, durch die man zum Beladen viel Platz hinter dem Auto benötigt und außerdem rechts angeschlagen ist. Man steht - zumindest in Ländern mit Rechtsverkehr - beim Einladen darum immer auf der Straßenseite statt in Richtung des Bürgersteiges.
Platz bietet der RAV4 reichlich, der Einstieg ist sehr komfortabel und die Übersicht gut. Das hat den Wagen nicht zuletzt bei älteren Autofahrern beliebt gemachen. Vom Kofferraum aus kann man mit zwei Hebelzügen die Sitze automatisch umklappen, und es entsteht eine ebene Ladefläche.
Der RAV4 ist mit drei verschiedenen Vierzylinder-Motoren zu haben. Der Benziner 2.0 Valvematic leistet 158 PS/116 kW, der Basisdiesel 2.2 D4D hat 150 PS/110 kW und der stärkere Diesel 177 PS/130 kW. Die sparsamste Variante mit 150 Diesel-PS erzielt einen Durchschnittsverbrauch von sechs Litern pro 100 Kilometer. Geschaltet wird mit sechs Gängen manuell oder automatisch in sechs Stufen.
Immerhin 40 Prozent der RAV4-Käufer entscheiden sich für den Zweiliter-Benziner. Den gibt es optional auch mit dem stufenlosen CVT-Getriebe Multidrive S. Das Automatikgetriebe ermöglicht unendlich viele Übersetzungsverhältnisse.
Das ist in der Praxis jedoch gewöhnungsbedürftig. Zwar lassen sich mit den Schaltwippen am Lenkrad verschiedene Stufen und auch eine Motorbremsung elektronisch simulieren, doch das wirkt arg synthetisch. Bei Vollgas wird der Benziner ziemlich laut und zeigt bei der Beschleunigung den für stufenlose Getriebe typischen Gummiband-Effekt. Ein Vorteil des CVT-Systems ist allerdings der fehlende Zeitverlust, den bei vielen Automatikgetrieben das Herunterschalten vor einem Überholvorgang bereitet.
Solide Fahrleistungen
Die Fahrleistungen stimmen: In 10,2 Sekunden beschleunigt der Wagen von 0 auf 100 Stundenkilometer, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei Tempo 185. Den Durchschnittsdurst des Wagens gibt Toyota mit 7,6 Litern auf 100 Kilometer an. Solide zeigt sich der Japaner auch beim Fahrverhalten. Das Fahrwerk ist auf Komfort abgestimmt, schluckt Bodenwellen gut weg. In schnellen Kurven neigt sich der Toyota aber spürbar zur Seite.
Der frisch geliftete Japaner steht ab 23.800 Euro ab sofort beim Händler. Zur Serienausstattung gehören sieben Airbags, ESP, Nebelscheinwerfer, Dachreling, CD-Radio, elektrische Fensterheber und Klimaanlage. Beim Modell Life (ab 26.250 Euro) kommen getönte Seitenscheiben hinten, CD-Wechsler, Multifunktions-Lenkrad, Tempomat, Klimaautomatik, Lederapplikationen und ein Regensensor hinzu.
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