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Merken   Drucken   14.10.2011, 14:00 Schriftgröße: AAA

Fahrbericht: Volkswagen Up 1.0 - Spaß statt sparen

Der neue Wolfsburger wird ab dem kommenden Winter auf Europas Großstädte losgelassen. Mit seinen 3,54 Metern Länge ist er bei der Parkplatzssuche ein ernster Rivale für den Smart. Beim Verbrauch enttäuscht der Kleine aber.
Anfang Dezember ist es soweit: Der Up kommt nach Deutschland. 9850 Euro soll der 3,54 Meter kurze VW kosten. Tatsächlich dürfte er aber nur in den seltensten Fällen in der Minimalausstattung geordert und der Kaufpreis damit unter der 10.000-Euro-Grenze bleiben. Der teuerste Up beginnt bei 14.300 Euro. Kein preiswertes Vergnügen.
Galerie Volkswagen Up 1.0 - Spaß statt sparen
VW will mit dem Up vor allem in den Großstädten punkten. Mit einem günstigen Auto, welches in nahezu jede Parklücke passt, die Umwelt schont und gleichzeitig Spaß macht. Neben dem nicht ganz erreichten Ziel des Preiswertseins verfehlt er leider auch das des Umweltschonens. 4,7 Liter Super auf 100 Kilometern sollen es beim 55 kW/75 PS starken Wolfsburger sein, 4,2 Liter beim kleinen Bruder mit 44 kW/60 PS.
Fahrspaß unabhängig von der PS-Zahl Auf der Landstraße mit viel Geradeauslauf und wenig Verkehr erreicht er diese Werte tatsächlich. Doch bei der Testfahrt im Stadtverkehr mit vielen Stopp-and-Go-Phasen liegt der Verbrauch laut Bordcomputer bei 6,8 Litern.
Der in sieben Farben und fünf verschiedenen Ausstattungsvarianten erhältliche Kleinwagen von VW muss also beim Thema Fahrspaß punkten. Das schafft er auch - unabhängig von der Motorisierung. Beide Dreizylindermotoren beziehen ihre Kraft aus einem Liter Hubraum und verfügen über ein maximales Drehmoment von 95 Newtonmetern. Lediglich die Programmierung der Software entscheidet über den PS-Zuwachs. Und natürlich der finanzielle Zuschlag in Höhe von 600 Euro.
Doch zurück zum Fahrvergnügen. Im dem Stadtverkehr angemessenen dritten oder vierten Gang lassen sich kleine Zwischensprints mit dem 929 Kilogramm schweren Stadtwagen äußerst flott realisieren. Auch im typischen Stopp-and-Go-Betrieb spielt der kleine Lückenspringer seine Stärken voll aus. Für den Fall, dass es der Fahrer bis Tempo 50 vielleicht ein wenig zu spaßig meint und dem Vordermann so schnell und dicht auf die Stoßstange rückt, dass ein Unfall unvermeidbar wird, sorgt die City-Notbremsfunktion für einen automatischen Stopp. Das funktioniert ausgezeichnet, sofern der Fahrer völlig teilnahmslos bleibt. Sollte er während der Aktion stark lenken, selbst bremsen oder die Kupplung treten, wird die automatische Bremsung deaktiviert.
Positiv überraschen kann der leichte Einstieg in die zweite Reihe dank eines schnellen Zurückgleitens des Vordersitzes. Der Kofferraum bietet Platz für 251 Liter Gepäck. Nach Zurückklappen der Rücksitzbank erhöht sich das Volumen auf 951 Liter. Ärgerlich für Fahrer mit kurzen Armen ist die fehlende Bedienbarkeit des Beifahrerfensters. In der Fahrertür befindet sich nämlich lediglich der Kippschalter für das eigene Fenster.
Für das Jahr 2013 hat VW eine Elektroversion eingeplant. Dass der völlig neu konzipierte Kleinstwagen keinen sparsamen Dieselmotor verbaut bekommt, liegt an den Kosten und am Raumangebot. Kurz gesagt, ein kleiner Diesel wäre zu teuer - außerdem passt er gar nicht unter die Motorhaube. Schade, denn dann könnte es mit dem geringen Verbrauch vielleicht doch noch klappen.
  • Pressinform, 14.10.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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