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Merken   Drucken   04.12.2012, 14:00 Schriftgröße: AAA

Fahrbericht: VW Beetle Cabrio - ein Enkel zum Vorzeigen

Für Puristen und Nostalgiker ist er natürlich nichts. Doch als Lifestyle-Kugel findet der Beetle genügend Fans. Das neue Cabrio der Retro-Reihe könnte auch wieder ein Liebhaberstück werden.

"Der ist ja der Hammer! Auf den hat ganz Los Angeles gewartet!", sagt Mark Shapiro. "Eine Schande, dass wir ihn erst im Januar bekommen. Schon heute würden wir spielend drei oder sogar vier von ihm pro Woche verkaufen."

Dass Mark Shapiro der Marketing- und Verkaufsmanager des größten Volkswagenhändlers im amerikanischen Santa Monica ist, verleiht dem auf Europäer äußerst aufgesetzt wirkenden Enthusiasmus zwar einen gewissen Grad an Subjektivität. Doch die Menschentraube, die sich im Nu um das neue VW Beetle Cabrio gebildet hat, spricht Bände. Der Neue im VW-Stall kommt an.

Galerie VW Beetle Cabrio - ein Enkel zum Vorzeigen

Der in seiner Topversion mit 147 kW/200 PS ums Eck flitzende und 221 Kilometer pro Stunde schnelle Fronttriebler kann aber mehr, als nur mit seinem modernen und dem klassischen Käfer wieder näher kommenden Design glänzen. Der mit einem ordentlichen Gaspedaldruck nach mehr als nur dem verbauten 2,0 Liter großen Vierzylindermotor klingende Beetle beschleunigt mit Hilfe von 280 Newtonmetern Drehmoment in knapp sieben Sekunden von 0 auf Tempo 100.

Etwas langsamer, aber immer noch schneller als Sprintstar Usain Bolt die 100 Meter zurücklegt öffnet das edel anmutende Stoffverdeck. Nach 9,5 Sekunden und bis Tempo 50 ist der Blick in den Himmel frei. Das Schließen dauert zwar 1,5 Sekunden länger, doch dürften die elf Sekunden auch für einen Platzregen völlig ausreichen.

Das in Deutschland im Februar auf den Markt kommende neue Beetle Cabrio ist um 15,2 Zentimeter auf 4,25 Meter in der Länge gewachsen, was sich bei einer Parkplatzsuche allerdings nicht wirklich bemerkbar macht. Und auch seine um 8,4 Zentimeter angewachsenen Hüften lassen den 1,81 Meter breiten Beetle in jede Parklücke rangieren. Dank seiner mit 1,47 Metern um fast drei Zentimeter flacher gewordenen Silhouette wirkt er zudem etwas maskuliner als noch sein direkter Vorfahre.

Was gleichzeitig nicht heißen soll, dass in dem Viersitzer nur noch Einkaufstüten auf die hinteren Sitze und in den Kofferraum ein paar Badelatschen hineinpassen. Ganz im Gegenteil finden auch hochgewachsene Mitfahrer im Fond ausreichend Platz für eine Spritztour - auch bei geschlossenem Dach.

Er fährt und fährt...

Der Kofferraum ist um 24 Liter auf 225 Liter erweitert worden. Gut gelöst ist die Windschottunterbringung: Es lässt sich einfach in einer flachen und an der Decke des Kofferraums befindlichen Plastikverschalung verstauen.

Gar nicht aus Plastik ist das Sportfahrwerk des 1,5 Tonnen schweren Cabrios, welches sich trotz einer auf Kopfsteinpflaster deutlich zu spürenden sportlichen Abstimmung auf jedem anderen Untergrund von seiner besten Seite zeigt. Im Zusammenspiel mit der sehr direkten Lenkung und des in den Sportmodus wechselbaren Sechsgangdoppelkupplungsgetriebes werden kurvenreiche Landstraßen zur natürlichen Umgebung des offenen Käfers. Kein Versetzen, keine Beschleunigungslöcher, der Neue funktioniert. Bei einem Preis von 31.250 Euro für die Topversion ohne viel Schnickschnack muss diese Qualität allerdings auch zu erwarten sein.

Finger weg vom VW-Navi

Einen Schatten auf eben jene Qualität werfen die Türen. "Da scheppert nichts": Der berühmte Spruch von VW-Chef Martin Winterkorn über einen Hyundai würde hier nicht fallen. Und auch das deutlich zu klein ausgefallene Handschuhfach kratzt ein wenig am ordentlichen Gesamtauftritt.

Äußerst positiv hingegen fällt die wie bei jedem VW zwar immer noch recht spärlich ausfallende aber mit ein paar hilfreichen Dingen gespickte Serienausstattung auf. Das knapp 2000 Euro Aufpreis pflichtige Navigationssystem kann allerdings ruhigen Gewissens unangekreuzt auf der Zubehörliste verweilen. Das Geld kann lieber in die optionalen Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht für 760 Euro, das schlüssellose Schließ- und Startsystem für 370 Euro und das 325 Euro teure Windschott investiert werden. Für den Rest darf es ein mobiles aber bestimmt benutzerfreundlicheres Navigationssystem sein.

  • Pressinform, 04.12.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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