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Merken   Drucken   13.11.2009, 14:00 Schriftgröße: AAA

Praxistest: Skoda Yeti 1.8 TSI - robustes Schmunzelmonster

In einem SUV, der so niedlich heißt und auch optisch recht handzahm daherkommen, kann kein echer Offroader stecken? Der neue Tscheche räumt mit solchen Vorurteilen auf und zeigt, dass er bei aller Alltagstauglichkeit auch wild sein kann.
Genauso knuffig wie der Name wirkt der Yeti selbst: Kein protziger Offroader ragt da vor einem auf, sondern ein kleiner SUV mit runden Formen, der ein bisschen an den praktischen Roomster aus gleichem Hause erinnert und deutlich kürzer ist als sein Konzernbruder VW Tiguan.
Ein geradezu possierlich erscheindes Auto, dem man ansieht, dass es dennoch robust und praktisch ist. Und man sollte sich nicht täuschen lassen: Der Kleine kann zubeißen, auf der Straße wie im Gelände.
Praxistest Bilderserie: Skoda Yeti 1.8 TSI - robustes Schmunzelmonster
Ganze 4,22 Meter ist der Skoda Yeti lang und damit kaum größer als ein VW Golf. Auch die Höhe von 1,69 Metern ist im Vergleich zur SUV-Konkurrenz eher kompakt ausgelegt. Doch mehr Platz braucht man nicht, wenn man ihn so intelligent nutzt wie der Yeti.
Üppiges Raumangebot über Kombiniveau Die Türen öffnen weit, der Einstieg ist bequem und mühelos. Vorne gibt es reichlich Raum auch für große Passagiere. Das Lenkrad ist in der Tiefe und der Neigung zu verstellen. Die Sitze passen einwandfrei, lassen sich bei Bedarf weit nach hinten verschieben und geben guten Seitenhalt. Hinten geht es mit ein wenig Schieberei nicht minder bequem zu - wenigstens für zwei Passagiere. Der mittlere Sitz lässt sich ausbauen, die beiden übrigen können dann bis zu acht Zentimeter zur Seite und nach hinten verschoben werden.
Ähnlich generös sieht es mit dem Gepäck aus. Schon in der Grundkonfiguration sind 405 Liter Stauraum beachtlich. So viel schafft der Golf nicht einmal in der verlängerten Plus-Version. Über diverse Zwischenstufen lässt sich der Yeti-Stauraum auf bis zu 1760 Liter vergrößern - das ist mehr, als ein Passat-Kombi bietet. Der Laderaum des Yeti ist mit einem robusten Stoff ausgelegt, der auch mal matschig eingedreckte Wanderschuhe verzeiht. Die Heckklappe öffnet weit, die Ladekante ist angenehm niedrig.
Vom Fahrersitz aus blickt man auf eine überschaubare Zahl an Schaltern und Anzeigen. Hochwertig, aber nicht übertrieben edel. Das Navigationssystem, das auch dann noch klaglos mitarbeitet, wenn man die asphaltierte Welt hinter sich gelassen hat, liegt allerdings etwas arg weit aus dem Gesichtsfeld.
Die Sicht nach vorne - ist wie in einem SUV üblich - bestens und gibt einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen. Durch die runde Motorhaube und das hohe Heckfenster entgeht einem allerdings schnell so manche unangenehme Überraschung in unmittelbarer Nähe der Karosserie. Die 290 Euro für den Parkassistenten sind also gut angelegtes Geld. Wer es noch bequemer will: 480 Euro Aufpreis und die Elektronik sorgt dafür, dass der Yeti fast von selbst einparkt.
Der Yeti mag zwar harmlos aussehen - er ist aber ein respektabler und robuster Geländewagen. Mit Allradantrieb und 18 Zentimeter Bodenfreiheit kommt man auf matschigen Waldwegen und nassen Wiesen mit ihm erstaunlich weit. Dafür sorgen unter anderem kurze Karosserieüberhänge und diverse Zugaben bei der Elektronik, die eine "Off-Road"-Taste aktiviert. Eine Bergabfahrhilfe etwa sorgt dafür, dass der Yeti selbstständig auch rutschige Gefälle hinab kommt, das ESP stellt sich automatisch auf Sand, Matsch oder Schotter als Untergrund ein.
Offroad hin, offroad her: Asphalt wird auch beim Yeti der bevorzugte Lebensraum sein. Und auch da schlägt er sich bestens. Der agile TSI-Benziner läuft ruhig und kultiviert, verschluckt sich nur, wenn man zu zaghaft aus dem Drehzahlkeller will. 118 kW/160 PS liefert der turbogestärkte 1,8-Liter-Motor und ein Drehmoment von maximal 250 Nm, das bereits ab 1500 Umdrehungen pro Minute anliegt.
Überzeugend im Gelände Laut Datenblatt reicht das für eine flotte Beschleunigung des 1,5-Tonners in 8,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und maximal 200 Stundenkilometer. Leider gehört der TSI im Yeti nicht gerade zu den genügsamsten seiner Art: Acht Liter Super sind laut Datenblatt auf 100 Kilometern fällig, in der Praxis können es auch eher knappe zehn Liter werden. Ein Yeti hat anscheinend einen gesunden Appetit.
Das Allradsystem basiert auf der Technik des Octavia Combi 4x4 und sorgt für eine intelligente Kraftverteilung. Im Normalfall lenkt es 96 Prozent der Leistung an die Vorderräder. Verändert sich der Grip des Untergrundes, kann die Haldex-Kupplung aber auch bis zu 90 Prozent an die Hinterachse schicken. Zusätzlich hat Skoda den Yeti serienmäßig mit einer elektronischen Differenzialsperre ausgestattet.
Trotz des hohen Aufbaus gibt sich der Yeti auch in Kurven keine Blöße. Stur, ohne Wanken folgt er der Spur. Der Geradeauslauf ist ähnlich stoisch und selbst die Federung erweist sich als reisetauglich komfortabel. Auch sonst gibt sich der Yeti pflegeleicht und handzahm. Die 6-Gang-Handschaltung ist zwar nicht gerade knackig aber präzise und hakelt nicht, die saubere Lenkung passt zu einem Offroader und vermittelt ein leidliches Gefühl für den Untergrund, über den man gerade rollt.
Der 1.8 TSI ist mit ziemlich umfangreicher Serienausstattung und Allradantrieb bereits für 23.590 Euro zu bekommen. Auch das macht ihn zum ernsthaften Konkurrenten für SUV wie den Suzuki Grand Vitara (mit 166-PS-Benziner ab 24.000 Euro) oder den VW Tiguan (ab 26.050 Euro mit 150 PS).
  • Pressinform, 13.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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