Ein ausrangierter Firmenwagen. Meine Eltern fanden, die Kinder sollten als Erstes ein Gebrauchtauto mit viel Blech fahren. Reine Vorsichtsmaßnahme. Man trat das Pedal, und nach einer Weile kam man gerade auf 140 Stundenkilometer. Von Wiesbaden zum Studienort in St. Gallen war ich also ewig unterwegs. Dort konnte ich mich mit dem Auto nicht wirklich zeigen. Alle fuhren damals Golf GTI.
Heute bauen ja alle Hybridmotoren, aber damals waren die etwas Besonderes. Die Leute waren schon skeptisch: Das bringe ja nichts, habe ich mir oft anhören müssen. Aber der Lexus ist ein SUV, und selbst der ist in der Stadt durch die Hybridtechnik deutlich sparsamer als ein Normalbenziner. Toll, dass er sich sofort abschaltet, wenn man steht. Und superleise ist er auch noch.
Lange Zeit fuhr ich nur Dienstwagen, meist Mercedes, immer in Weiß, begeistert hat mich keiner. Dann entdeckte ich im Internet diesen DKW. Mich faszinierten die Audi-Ringe. Ich wusste erst gar nicht, dass das ein Audi-Vorgänger war. Manche Leute ziehen mich auf: Warum fährst du einen DKW und und nicht BMW oder Mercedes? Dabei macht er mir große Freude. Man sitzt darin wie auf einem Sofa.
Ich habe keinen Spaß mehr an modernen Autos - es sei denn, sie haben einen neuartigen Antrieb. Ich finde, das müssen wir ausprobieren! Auch wenn sich alle wundern, was ich damit will. Vor fünf Jahren kaufte ich den Lexus, jetzt teste ich den Opel Ampera als Dienstwagen. Fährt sich super, bis zu 175 Stundenkilometer Spitze, dabei so gut wie lautlos. Für den Alltag bloß etwas schmal.
Sein Vater, Erivan Haub, 79, hat ihm so einiges vermacht. Darunter einen guten Teil der Tengelmann-Gruppe (u. a. Kaiser's, Obi, Kik), die der Junior seit 2000 führt, mit mittlerweile 11,3 Mrd. Euro Umsatz und 80.000 Mitarbeitern. Dazu die Firmenauto-Sammlung am Stammsitz in Mülheim. Einige Dutzend Wagen stehen da, darunter der Mercedes seiner Großmutter, ein knallroter Käfer und zwei Hotzenblitz-Elektromobile aus den 1990er-Jahren. Eigentlich ist Haub kein Nostalgiker, seine Freizeit verbringt er mit Laufen statt mit Oldtimer-Rallyes. Der zweifache Vater sehnt die Ära der lautlosen E-Autos herbei. "Vielleicht erlebe ich noch, dass die Städte vom Motorenlärm befreit sind."