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Merken   Drucken   24.01.2012, 14:00 Schriftgröße: AAA

Fulda Challenge: Knackige Minusgrade und Riesenburger

Seit Jahren stellt Fulda die Leistungsfähigkeit seiner Winterreifen bei einem Trip durch den winterlichen Yukon unter Beweis. Ziel der über 1000 Kilometer langen Ausfahrt ist die Goldgräberstadt Dawson, wo extreme Kälte Mensch und Material einiges abverlangt.
Constable Andrew West von der Canadian Mounted Police ist ein ernster junger Mann, der in seinem Job aufgeht. Der berittene Ordnungshüter ist zuständig für die Sicherheit auf den Straßen des Yukon, dem fast menschenleeren, von Bären, Karibus und Wölfen besiedelten Territorium im äußersten Nordwesten Kanadas. Ein rotes Tuch für den Constable sind Touristen, die Lebensmittel aus den Autos werfen, um ein wildes Tier vor die Linse zu bekommen.
"A fed bear is a dead bear" ("Ein gefütterter Bär ist ein toter Bär"), mahnt der Polizist - soll heißen: Wer Wildtiere füttert, trainiert ihnen ein gefährliches Verhalten an. Denn wenn Bär, Wolf & Co. bei ihrer Futtersuche dem Menschen zu nahe kommen, steigt das Risiko, dass man sie erschießt - bevor es zu einem für den Menschen tragischen Ausgang der Begegnung kommt. Autofahrer, die zu schnell über die Highways fahren, bringen den Constable ebenfalls in Rage. Maximal 90 Stundenkilometer sind auf Kanadas Autobahnen erlaubt.
Galerie Knackige Minusgrade und Riesenburger
Dabei sind Begegnungen mit anderen Verkehrsteilnehmern äußerst selten, wenn man auf dem 713 Kilometer langen Klondike Highway fährt. Zwischen Whitehorse, der 25.000-Einwohner-Stadt im Süden des Yukon-Territoriums, und Dawson City, der einst berühmten Goldgräberstadt, liegen mehr als 500 Kilometer. Nur rund ein Dutzend Fahrzeuge - Trucks zumeist und ein paar Pick-ups - kommen dem Fulda-Konvoi auf der gesamten Strecke entgegen.
Die wenigen Begegnungen mit einem langen schweren Fahrzeug haben es allerdings in sich, werden für Sekunden zum undurchsichtigen Abenteuer. Weil der Schnee extrem trocken ist, wirbeln ihn die Räder der Trucks als eisige Staubwolke auf.
Wie der leibhaftige Santa Claus
Eine gute Fahrstunde nördlich von Whitehorse liegt die Braeburn Lodge. Das rustikale Gasthaus gehörte einst, wie viele Roadhouses im Yukon, zu den klassischen Einkehrmöglichkeiten für Musher und Pferdekutscher auf ihrem weiten und beschwerlichen Weg nach Dawson City. Steve, der Betreiber, sieht mit schulterlangem Silberhaar und Kringellockenbart aus wie der leibhaftige Santa Claus.
Der korpulente Mittsechziger ist Harley-Fan. Während der Feuerstuhl im Schuppen überwintert, genießt sein Fahrer die ruhige Jahreszeit und die bullige Wärme im Blockhaus. Lediglich einmal pro Woche lässt der Wirt seinen Dodge an, fährt nach Whitehorse zum Einkaufen, damit er seiner Trucker-Kundschaft bieten kann, was die von ihm erwartet: Kaffee und Zimtschnecken, die das Format eines Familienkuchens haben, eine dicke, reichlich salzige Suppe und überdimensionale Burger.
Stundenlang taucht die tiefstehende Sonne bei der Weiterfahrt gen Norden die Landschaft in ein zartes, pastellfarbenes Licht. Bis zum Horizont erstrecken sich schneebedeckte Hügelketten. Ein paar Tausend Wölfe sollen das fast 500.000 Quadratkilometer große Yukon-Gebiet durchstreifen. Vom Highway aus sieht man allerdings selten einmal ein Tier - sondern den schier endlosen kanadischen Wald: alpine Fichten, deren Astkränze immer mickriger werden, je weiter es in den hohen Norden geht.
Auch die Temperaturen sinken kontinuierlich. Nach einem vergleichsweise milden Winter mit moderaten Minusgraden haben die Meteorologen strengen Frost angekündigt. Für Dawson City werden nächtliche Tiefsttemperaturen von knackigen minus 48 Grad Celsius erwartet.
Es ist bereits dunkel, als die Kia-Geländewagen die an Yukon und Klondike River gelegene Goldsucherstadt erreichen. Selbst den kurzen Weg vom Auto zum Hotel legt hier niemand ohne Mütze, Polarjacke und Handschuhe zurück. Schon in Whitehorse war die beißende Kälte schmerzlich - und dort ist es noch mehr als 20 Grad wärmer gewesen als im eisigen Dawson City.

Teil 2: Kunde von sensationellen Goldfunden

  • Pressinform, 24.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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