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Merken   Drucken   06.11.2011, 14:00 Schriftgröße: AAA

Trend: Im SLK 55 AMG auf der Route 66

Sie gilt als die Mutter aller Straßen. Die Route 66 von Chicago nach Los Angeles wurde in den 30er- und 40er-Jahren zur Straße ins gelobte Land. Eine Ausfahrt im Mercedes SLK 55 AMG zeigt, dass sich vieles, aber nicht alles geändert hat.
Es gibt ein paar Routen, die sollte man in seinem Leben einmal befahren haben. Und wenn es nur eine Straße gäbe, für die man sich entscheiden müsste, dann wäre es fraglos die legendäre Route 66. Vom einstigen Weg aus dem industriellen Großraum Michigan, Illinois, ins gelobte Land Kalifornien, wo Milch und Honig fließen, ist nicht mehr viel geblieben.
Das Highway-Netz, nach dem Vorbild der deutschen Autobahnen erschaffen, nahm Hunderten von Ortschaften in den 60er- und 70er-Jahren die Lebensgrundlage. Diese lebten nur von der Route 66. In den letzten Jahren kommt die Historic Route 66 wieder zu neuen Ehren. Immer mehr Touristen bevölkern die rund 4000 Kilometer lange Traumstraße, die durch acht Bundesstaaten, drei Zeitzonen und unzählige Wetterregionen führt. Ein Muss - nicht nur für Autofans.
Galerie Im SLK 55 AMG auf der Route 66
Der fahrbare Untersatz auf der Route 66 sollte mit Bedacht gewählt werden. Eine Tour durch die Vereinigten Staaten - kleinvolumige Turbomotoren oder gar ein Hybridmodell wären mit Rücksicht auf die hubraumstarken Vorfahren, die einst auf der Route 66 unterwegs waren, eine Beleidigung. Der neue Mercedes SLK 55 AMG verbindet gestern und heute nicht nur durch optische Designelemente miteinander. Beim Antrieb verbindet der 422 PS starke Achtzylinder bulligen Antritt mit einem sparsamen Verbrauch.
Während die größeren AMG-63-Modelle der E- oder S-Klasse mittlerweile von einem 5,5 Liter großen Doppelturbo mit bis zu 571 PS befeuert werden, verrichtet im Vorderwagen des SLK Roadster ein V8-Sauger seine Arbeit. Der soll sich aufgrund einer neu entwickelten Zylinderabschaltung mit 8,4 Litern Superkraftstoff auf 100 Kilometern zufrieden geben - und trotzdem sportlichste Fahrleistungen bieten. Ob dieser Spagat gelingen kann, soll die Tour über die knapp 4000 Kilometer lange Historic Route 66 ebenfalls zeigen. Ganz günstig ist das Vergnügen im Mercedes SLK 55 AMG nicht. Sein Basispreis liegt bei 73.000 Euro.
Tag für Tag ein anderes Amerika
Sparen kann man stattdessen auf der Route selbst. In den meisten Städten auf der Tour wie beim Start in Chicago, Illinois, kostet die Gallone (3,8 Liter) Kraftstoff gerade einmal 3,20 Dollar. Zudem sind die Motels auf der Strecke alles andere als teuer. Übernachtungen gibt es pro Person und Zimmer ab 20 Dollar. Da kann man einiges für den edlen Zweisitzer zurücklegen.
Die Route selbst führt einen ins Herz Amerikas. Wer bisher nur gängige Urlaubsdestinationen wie New York, Florida oder Kalifornien besuchte, wird entlang der Route 66 Tag für Tag ein völlig anderes Amerika kennenlernen. Bis nach St. Louis, wo der Arch als fast 200 Meter hohes Symbol die Stadt überspannt, geht es vergleichsweise industriell zu. Hat man das Tor zum Westen hinter St. Louis schließlich durchfahren, geht es in die Staubschüssel, wie die Amerikaner den mittleren Westen wenig ehrfürchtig nennen. Landwirtschaft und hier vorrangig Getreideanbau und Viehwirtschaft geben den Ton bis zu den Wüsten von New Mexico an.
Missouri, Kansas, Oklahoma und besonders Texas zeigen eindrucksvoll, wie die kleinen Ortschaften am Rande der Route 66 in den letzten 50 Jahren ausgeblutet sind. Als im Jahre 1953 zwischen Tulsa und Oklahoma das erste Teilstück des neuen Interstate-Highway-Systems eröffnet wurde, war das für viele der Anfang vom Ende. Diejenigen, die sich zuvor auf der alten Route 66 über nicht enden wollende Landschaften durch kleine Orte gequält hatten, stiegen fortan auf den breiten Highway um, auf dem man bis zu 85 Meilen pro Stunde fahren konnte. Von solchen Tempi kann man zum Beispiel im winkeligen Dreiländereck Missouri, Kansas und Oklahoma nur träumen.
Doch kleine Ortschaften wie Galena oder Baxter Springs kommen langsam - sehr langsam - wieder auf die Beine. "Man merkt in den letzten Jahren schon, dass es auf der alten Route 66 wieder voller wird", sagt die 62-jährige Maggie aus dem Deli Angels of Route 66, "es kommen wieder mehr Leute. Aber trotzdem ist die Region in den letzten Jahrzehnten ausgeblutet. Wer Arbeit suchte, ist weggezogen, und sei es nur Richtung Joplin. In Missouri gibt es mehr Arbeit und das Schulsystem ist besser."
Kurz vor der Staatengrenze in Missouri halten viele Touristen an dem mächtigen 66-Drive-In-Autokino in Carthage oder gerade in Kansas angekommen an der restaurierten Tankstelle 4 Woman of Route 66. Von so viel Aufmerksamkeit kann ein Ort wie Baxter Springs nur träumen. Doch die frisch gemachten Sandwiches mit Kraut von Seniorin Maggie sind eine Wucht, und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Der leistungsstärkste Mercedes SLK kann auf der Route 66 seine Stärken ausspielen. Er ist kein Kurvenjäger und kann trotz der sportlichen Fahrwerksabstimmung auf den bisweilen sehr schlechten Straßen glänzen. Einen guten Teil seiner Arbeit spult der 422 PS starke Achtzylinder im Teillastbetrieb ab. Das Display im Armaturenbrett zeigt einen Durchschnittsverbrauch von durchweg unter neun Litern. Das geöffnete Klappdach und sportliche Überholmanöver machen sich kaum nennenswert auf dem Bordcomputer bemerkbar.

Teil 2: Alles dreht sich um Kraftstoff

  • Pressinform, 06.11.2011
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