Merken
Drucken
06.03.2010, 14:00
Schriftgröße: AAA
Trend:
Lademeister schlagen zurück - Vans auf dem Genfer Autosalon
Die Van-Liga hat harte Jahre hinter sich. Crossover und SUVs machten den geräumigen Allzweckwaffen das Leben schwer. Doch jetzt sind sie wieder da - und angeführt vom Hoffnungsträger VW Sharan wollen sich die Großen in die Herzen der Kundschaft fahren.
Es ist nicht so, dass die geräumigen Fahrzeuge in den vergangenen Jahren keinerlei Kundenzuspruch bekommen hätten. Doch gerade der ersten Generation von Großraumvans wurde mächtig das Wasser abgegraben. Mitte der 90er-Jahre galten Familienvans für viele als Raumschiffe aus einer fernen Galaxie. Renault Espace und Chrysler Voyager hatten Anfang der 80er-Jahre einen Trend nach Europa gebracht, dem die deutschen Hersteller nichts entgegenzusetzen hatten.
Erst Mitte der 90er-Jahre rauften sich Volkswagen, Ford und Seat zusammen, um der Konkurrenz von Renault und Chrysler etwas entgegenzuhalten. Jedem einzelnen der drei Hersteller war das Risiko zu groß, auf ein völlig neues und bis dato wenig deutsches
Fahrzeugsegment zu setzen. Doch die Vans wurden schnell zu Trendmobilen; in Deutschland allen voran der VW Sharan und sein Zwilling, der Ford Galaxy.
Galerie
Lademeister schlagen zurück - Vans auf dem Genfer Autosalon
Doch SUVs und kleinere Familienvans brachten die geräumigen Familientransporter zum Jahrtausendwechsel ins Abseits. Nachdem Ford mit dem Doppelpack aus Galaxy und S-Max
bereits vor Jahren aus dem erfolgreichen Triumvirat ausscherte, schlägt Volkswagen mit seinem neuen Sharan auf dem Genfer Autosalon nun zurück. Dabei könnte die Zeit für große Vans besser sein: Renault hat den Nachfolger des Van-Urgesteins Espace zunächst einmal auf Eis gelegt, und auch der Chrysler Voyager ist vom einstigen Familienliebling zum Spartenmodell geworden.
Der mindestens 28.750 Euro teure VW Sharan führt eine Riege neuer Vans an, die Lust auf einen Familienausflug machen. Volkswagen hat sich viele Jahre Zeit gelassen, ehe man einen neuen Sharan vorstellte. Das alte Modell verkaufte sich in 15 Jahren mehr als 600.000
Mal.
Sitze lassen sich im Fahrzeugboden versenkenDer Sharan II bietet Platz für bis zu sieben Personen, 33 Ablagen, neue Triebwerke und praktische Schiebetüren. Dass das Laderaumvolumen mit knapp 2300 Litern deutlich kleiner ist als beim Vorgänger, lässt sich leicht erklären. Bisher mussten die Sitze ausgebaut und zu Hause geparkt werden. Jetzt lassen sich die Sitzgelegenheiten in der zweiten und dritten Reihe nahezu spurlos im Fahrzeugboden versenken.
Die Motorenpalette bietet ausschließlich Turbo-Triebwerke mit Leistungen zwischen 140 und 200 PS. Optional sind bei dem Wolfsburger Mehrsitzer unter anderem Allradantrieb, Doppelkupplungsgetriebe und ein Erdgasantrieb zu bekommen. Eine besonders sparsame Blumotion-Version ist in Arbeit. Doch bereits der 140 PS starke Basisdiesel ist mit einem
Normverbrauch von 5,5 Litern der sparsamste Van seiner Klasse.
Ein direkter Konkurrent des VW Sharan feiert in Genf ebenfalls seine Weltpremiere: der neue Mazda 5. Nachdem Mazda mit zahlreichen Studien aus der Nagare-Designlinie eine betont weiche und natürliche Formensprache einleitete, ist der Fünfer das erste Serienmodell mit der
neuen Linienführung.
Die Front mit den großen Lüftungselementen in der Schürze wirkt weicher als bisher. Dagegen bringt der Grundaufbau des Mazda 5 überraschend wenig Neues und erscheint daher eher als eine gründliche Modellpflege denn als ein komplett neues Auto. Verändert haben sich jedoch die Leuchteneinheiten am Heck. Spannte sich das Leuchtenband hier bisher vertikal die D-Säule entlang, so gehen die neuen Module nun deutlich mehr in die Breite und ziehen sich unterhalb der Fuge für die hintere Schiebetür bis weit in die Seitenlinie.
Aber nicht nur außen finden sich zahlreiche Elemente der jüngsten Generation des Mazda 3, auch der Innenraum orientiert sich mit dem Instrumententräger und der neu aufgebauten Mittelkonsole am aktuellen Mazda-Design. Der Innenraum bietet hinter den beiden Schiebetüren nach wie vor Platz für bis zu sieben Personen. Die beiden Sitze in der dritten Reihe lassen sich mit einfachen Handgriffen im Kofferraumboden versenken. Optional ist der Mazda 5 wie schon sein Vorgänger und der VW Sharan mit elektrischen Schiebetüren zu bekommen.
Angetrieben wird der Mazda 5 von einem neu entwickelten Zweiliter-Direkteinspritzer, der mit Start-Stopp-System 151 PS leistet, oder einer kleineren 1,8-Liter-Version mit 115 PS. Die Angebotspalette wird später von einem Dieseltriebwerk mit rund 120 PS komplettiert. Auf den Markt kommt der Familienvan ab Spätherbst 2010.
Teil 2: Fledermaustüren beim Opel Meriva
-
Pressinform, 06.03.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
Bookmarken
Drucken
Senden
Leserbrief schreiben
Fehler melden