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Merken   Drucken   23.02.2011, 14:00 Schriftgröße: AAA

Trend: Mercedes plant Modelloffensive

Die Schwaben haben bis 2015 viel vor. Aus dem aktuellen Doppelpack von A- und B-Klasse werden in den nächsten Jahren vier neue Modelle - mindestens.
Alle sprechen derzeit von der New Small Family von Volkswagen. Zum Genfer Salon gibt es den Ausblick auf einen kleinen VW-Van und auf der IAA soll das erste Serienmodell aus der Wolfsburger Up-Reihe folgen. Einen ähnlichen Zeitplan hat auch Daimler. Auf der größten deutschen Leistungsschau der Automobilindustrie Mitte September wird die neue Mercedes B-Klasse offiziell enthüllt.
Bereits auf den parallel stattfindenden Automessen in Shanghai und New York im April soll es einen Designausblick auf die nächste Generation der A-Klasse geben. Sie wird sich deutlich emotionaler und dynamischer als bisher präsentieren. Das wenig ansehnliche Hochdach-Modell gehört ab Frühjahr 2012 der Vergangenheit an. "Die B-Klasse ist für unsere loyalen Kunden", sagt Mercedes-Chefdesigner Gorden Wagener, "die neue A-Klasse wird unser Angreifer." Und der soll Audi A3 und den 1er BMW ins Visier nehmen.
Galerie Mercedes plant Modelloffensive
Im Mercedes-Designstudio am Comer See wurde in den letzten zwei Jahren aufwendig an einem neuen Interieur für die A-Klasse des Jahres 2012 gearbeitet. Arbeitstitel: my first Mercedes. Klar strukturierte Runduhren, Lüftungsdüsen in Turbinenform und moderne Bedienelemente sollen den überschaubaren Charme des aktuellen Modells vergessen machen.
Erfolg von Mini und Fiat 500 als Vorbild "Wir wollen jünger und mutiger werden", sagt Hartmut Sinkwitz, verantwortlich für die Gestaltung der Mercedes-Innenräume, "man sieht, wie erfolgreich zum Beispiel Mini oder ein Fiat 500 sind."
Preiswertere Navigations- und Multimediasysteme werden dabei gerade in den unteren Klassen ein essentieller Bestandteil des Konzepts. Die gefällige Armaturentafel mit farbigen Textileinsätzen wird oberhalb der Mittelkonsole von einem Flachbildschirm gekrönt. Die A-Klasse soll - wie auch andere Modelle - zudem künftig ein ganzes Bündel von Ausstattungspaketen bekommen, die das Fahrzeug vielfältig individualisieren. So soll der kleinste Mercedes endlich zu einem echten Erfolgsmodell werden.
Doch zunächst debütiert die B-Klasse auf der IAA. Sie soll die traditionellen Kunden von den aktuellen A- und B-Modellen übernehmen. Ein halbes Jahr später folgt die deutlich jünger positionierte A-Klasse.
Auf der gleichen Plattform wird es 2013 einen Mercedes-Crossover geben, der Druck machen soll auf BMW X1, Audi Q3 und die Asien-SUV von Toyota, Nissan und Co. Der BLK, über dessen offiziellen Produktnamen noch nicht entschieden wurde, ist ebenfalls emotional gezeichnet und erinnert nicht nur durch die abfallende Dachlinie und die dynamische C-Säule an die Luxus-Crossover von Infiniti. Wahlweise wird der BLK ebenso wie die B-Klasse mit Front- und Allradantrieb zu bekommen sein. Für Vortrieb sorgen aufgeladene Vierzylinderbenziner und -diesel zwischen 120 und 300 PS.
Ein kleiner Bruder für den CLS Mercedes hat mit seiner neuen Frontantriebsplattform noch mehr vor: Neben BLK, A- und B-Klasse wird es 2013/14 eine sportlich-elegante Mittelklasselimousine im Stil eines kleinen CLS namens CLC geben. Ebenfalls mit kraftvollen Motoren, Front- und Allradantrieb. Obligatorisch ist eine AMG-Version, die knapp 300 PS leistet und kräftig an die Tür zur C-Klasse klopft.
"Vor rund zwei Jahren fiel bei uns die Entscheidung sportlicher und damit auch jünger zu werden", berichtet Steffen Köhl, verantwortlich für das Advanced Design bei Mercedes. Und umweltbewusster - neben einfach und doppelt aufgeladenen Vierzylinder-Triebwerken werden die Modelle durchweg mit Start-Stopp-Automatik, regenerativen Bremsen, entkoppelbaren Nebenaggregaten und einem optionalen Doppelkupplungstriebe ausgestattet sein.
Die Chancen stehen zudem gut, dass dem 4,60 Meter langen Mercedes CLC weitere Modellvarianten zur Seite gestellt werden. Wie bei seinem größeren Bruder CLS ist bis 2015 eine Touringversion in Form eines Shootingbrake denkbar. Ein zusätzliches Cabriolet ist ebenfalls im Gespräch.
  • Pressinform, 23.02.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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