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27.03.2011, 14:00
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Panamera S Hybrid - der sparsamste Porsche aller Zeiten
270 Stundenkilometer Spitze und einen Verbrauch von 6,8 Litern auf 100 Kilometern bietet nicht einmal ein Powerdiesel. Porsche will mit dem Panamera S Hybrid das amerikanische Luxussegment erobern. Stippvisite bei den letzten Testfahrten in Südafrika.
Ein sonniger Februartag in Kapstadt. Die Flieger sind voll von Touristen, die sich am Kap der guten Hoffnung zwei Wochen Sommerurlaub gönnen wollen, während in Europa noch der kalte Winter Hof hält. Auch ein Entwicklungsteam von Porsche hat sich aufgemacht nach Südafrika. Den Testingenieuren geht es ebenfalls ums Wetter. Doch die eigene Bräune und verträumte Stunden in Camps Bay sind nachrangig. Es geht darum, der Hybridversion des Porsche Panamera den letzten Feinschliff zu geben.
Der blaue Porsche Panamera S fällt im turbulenten Innenstadtverkehr von Kapstadt keinem auf. Nicht, dass viele Bewohner der Kapregion in einem neuen Panamera unterwegs wären, aber der Wagen ist auch kein Einzeltäter. Tarnungen sind für den Prototypen überflüssig, weil sich der Panamera S Hybrid optisch nicht von den anderen Versionen unterscheidet. Am Heck prangt mittig der Schriftzug "Panamera S". Eine schlichte Lüge. Denn unter der Haube arbeitet nicht der erwartete Achtzylinder, sondern ein aufgeladener V6 mit Elektro-Unterstützung. Die Serienmodelle des Panamera S Hybrid werden dagegen entsprechende Schriftzüge auf dem rundlichen Hinterteil zur Schau stellen.
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Panamera S Hybrid - der sparsamste Porsche aller Zeiten
Porsche steht für schnelle Autos, am meisten für den 911er, die Ikone aller Sportwagen und Motorleistung pur. Doch längst befassen sich die Entwicklungsabteilungen in Zuffenhausen und Weissach genauso mit dem Kraftstoffverbrauch wie mit Höchstgeschwindigkeiten, Beschleunigungen und Fahrdynamik. Der Panamera S Hybrid soll ein Meilenstein in der Porsche-Geschichte werden - der sparsamste Porsche überhaupt. "Wir schaffen einen Verbrauch von unter sieben Litern auf 100 Kilometern", sagt Dr. Michael Steiner, Baureihenleiter des Panamera nicht ohne Stolz, "das bietet derzeit kein anderer im Segment."
Steiner und sein Team sind ans Kap gereist, um die letzten Feinheiten in der Entwicklung des Hybrid-Panamera festzuzurren. Steiner sitzt am Steuer des Prototypen und rollt bei Temperaturen von über 30 Grad durch den Stau am Autobahnende Richtung Sea Point im Westen von Kapstadt. Immer wieder schaut Steiner auf den Bildschirm in der Mittelkonsole. Hier werden mit grünen Balken die Zeitanteile dargestellt, in denen der Panamera S Hybrid ohne Verbrennungsmotor läuft.
"Kann man fast mit Fahrradfahren vergleichen"56, 72, 68 und 52 Prozent der Fahrt - alles ohne Verbrenner. "Leider sinkt dadurch nicht auch der Verbrauch um den entsprechenden Anteil", so Michael Steiner, "wir schalten den Verbrenner beim Niederlastanteil aus. Schließlich wird beim Anfahren und Beschleunigen der meiste Kraftstoff verbraucht. Kann man fast mit Fahrradfahren vergleichen." Doch die Porsche-Entwickler sind bei ihrer letzten Entwicklungstour in Südafrika sichtlich zufrieden. Nochmals geht es um die Feinabstimmung von Verbrennungsmotor, E-Motor und Getriebe.
Anders als der normale Panamera ist das Hybridmodell mit einer achtstufigen Wandlerautomatik ausgestattet. Zwischen Motor und Getriebe liegt das Elektromodul, das sich über eine Kupplung immer wieder zu- und abschaltet. Der mehr als 60 Kilogramm schwere Akkupack liegt versteckt unter dem Kofferraumboden. Dem Hybriden ist sein Inneres auch auf den zweiten Blick nicht anzusehen.
Das Zauberwort heißt segeln - nicht nur hier am Kap. Wenn Dr. Michael Steiner vom Segeln spricht, kommen ihm kaum die Segeljachten in der Bucht von Kapstadt in den Sinn. Ist der Panamera Hybrid ohne Last unterwegs, schaltet sich der Verbrennungsmotor ab. Er segelt oder gleitet, und das bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 165 Stundenkilometern. Auf der Autobahn N1 immer wieder das gleiche Spiel. Tempo 80 im fließenden Verkehr. Die Insassen spüren nicht, dass sich der Verbrennungsmotor regelmäßig sanft ab- und wieder zuschaltet. Das klappt selbst bei höheren Geschwindigkeiten ohne nennenswerte Regungen des Triebwerks. Mit Tempo 120 rollt der Panamera gerade Richtung Nordwesten - der Drehzahlmesser liegt tot da, ehe er sich beim nächsten Hügel kaum spürbar wieder erhebt.
Teil 2: Auch die Klimaautomatik kommt unter die Lupe
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Pressinform, 27.03.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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