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03.09.2010, 14:00
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Scuderi Split-Cycle-Motor - Quadratur des Kreises
Seitdem Elektroantriebe in aller Munde sind, scheinen auch traditionelle Motorenbauer zu neuem Leben erwacht. Viele wollen Kilowatt und Ampere nicht kampflos das Feld überlassen. Die amerikanische Scuderi Group tüftelt an einem Triebwerk, das mehr kann als alle anderen Verbrenner.
Wenn sich ein Motorenbauer einen Namen aussuchen könnte, dürfte "Scuderi" angesichts von Wohlklang und Historie wohl nicht die letzte Wahl sein. Die Scuderi Group mit Hauptsitz in West Springfield, rund 60 Meilen von Boston entfernt, hat jedoch mehr zu bieten als einen guten Namen. Sie tüftelt seit Jahren an einem Verbrennungsmotor, der sparsamer und leistungsstärker ist, als jeder andere auf dem Markt.
Zahlreiche Autohersteller haben großes Interesse an dem ungewöhnlichen Konzept. Mitarbeiter des amerikanischen Mikro-Konzerns mit seinen nicht einmal 25 Angestellten gehen bei Autoherstellern mittlerweile ein und aus. Ziel: das Scuderi-Motorkonzept an mehrere Großserienhersteller zu lizensieren. Gespräche mit Firmen wie Volkswagen, BMW, Ford, Daimler, Toyota oder Peugeot sind in der entscheidenden Phase.
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Scuderi Split-Cycle-Motor - Quadratur des Kreises
Firmengründer Carmello Scuderi trug seit frühester Jugend eine Menge Erfindergeist in sich. Den Großteil seines Lebens tüftelte der Amerikaner mit italienischer Abstammung an Aggregaten jedweder Art herum. Seine Liebe galt insbesondere der Luftfahrt. Im Jahre 1985 erfand er zusammen mit dem Großkonzern GE den weltweit ersten FCKW-freien Kühlschrank. Ein Kompressor erledigte fortan die Arbeit, die das ungeliebte Gas lange Jahre unentbehrlich gemacht hatte.
Nach dem Tod des Firmengründers Carmello Scuderi ging die Firma auf die acht Söhne über. Derzeit entwickelt die Scuderi Group einen Verbrennungsmotor, der die Triebwerke von morgen revolutionieren könnte. Der sogenannte Split-Cycle-Motor soll auf kürzeren Strecken sogar ohne Treibstoff funktionieren und den Wagen mit reiner Druckluft vorantreiben können.
Ergebnisse haben Erwartungen übertroffenNicht nur Autohersteller zeigen großes Interesse an der Technologie, auch Zulieferer wie Bosch bringen sich in den Entwicklungsprozess ein und haben für den Scuderi-Motor Komponenten wie Zündung, Einspritzanlage und Motorelektronik entwickelt. "Bislang haben die Ergebnisse unsere Erwartungen übertroffen. Was uns während der gesamten Konzeptphase bereits klar war, wurde letztlich bestätigt", sagt Salvatore Scuderi, Präsident der Scuderi Group. "Der Bericht zeigt deutlich, dass der Scuderi Split-Cycle-Motor die Automobilindustrie in eine umweltfreundlichere und kraftstoffeffizientere Zukunft führen kann." Ein normales Otto-Triebwerk hat einen Wirkungsgrad von knapp über 30 Prozent. Die Scuderi-Group spricht bei dem eigenen Proband von mehr als 40 Prozent.
Kern der Entwicklungen ist ein Verbrennungsmotor, bei dem im Gegensatz zum gewöhnlichen Viertaktmotor (Taktfolge: ansaugen, verdichten, arbeiten, ausstoßen) in einem Verdichtungszylinder die Kompression erzeugt wird und sich im zweiten die Verbrennung (Arbeitszylinder) vollzieht. Dabei wird die Zündung deutlich später als gewöhnlich eingeleitet, erst hinter dem sogenannten "Totpunkt". Das so stark verdichtete Gemisch verbrennt nach Aussagen von Scuderi deutlich sauberer und effizienter als gewöhnlich.
Seit Mai 2009 läuft in dem Southwest Research Institute in den USA der erste Entwicklungsmotor. Er ist ein Zweizylinder mit rund einem Liter Hubraum. Besonders innovativ wird das Triebwerk jedoch durch einen angeschlossenen Zusatztank. Ist dieser mit Druckluft aus den Zylindern gefüllt, kann er sie jederzeit auch wieder in die Zylinder abgeben und so die Kolben antreiben. "Bei einem gewöhnlichen Triebwerk hätte der Lufttank einen Druck von 40 bis 50 bar", sagt Lutz Deyerling, Leiter der deutschen Scuderi-Niederlassung in Frankfurt, "bei einem Turbotriebwerk wären es sogar bis zu 150 bar Luftdruck." Scuderi nennt dieses Motorprinzip Air-Hybrid, denn der Motor kann eben nicht nur mit Benzin betrieben werden, das herkömmlich via Direkteinspritzung verbrannt wird, sondern auch mit Luftdruck.
Teil 2: Effizienzsteigerung bis zu 50 Prozent
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Pressinform, 03.09.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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