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14.06.2010, 14:00
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VW Golf Blue-E-Motion - potenzieller Volksstromer
Schnell, leise, sauber: Der erste rein elektrisch angetriebene Wolfsburger kommt voraussichtlich 2013 auf den Markt. Ob er sich wie sein benzinbetriebener Bruder zum Referenzmodell mausert, bleibt jedoch fraglich.
Die Tachonadel steht fast bei 140 Stundenkilometern, nur ein ganz leises Surren dringt aus dem Motorraum, ansonsten hört man nur den Fahrtwind.
Die nächste Biegung erfordert starkes Anbremsen, und der mit vier Personen besetzte Stromer legt sich genauso straff in die Kurve wie ein normaler Golf. Mit 1,5 Tonnen ist er auch nicht viel schwerer. Tief unter der Haube verrichtet ein 80 Kilogramm leichter Elektromotor mit einer Maximalleistung von 85 kW/115 PS seinen Dienst und leitet ab dem Stand 270 Newtonmeter an die Vorderräder.
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VW Golf Blue-E-Motion - potenzieller Volksstromer
Tritt man im stehenden Fahrzeug das Gaspedal, gibt es ein kurzes Rucken an den Rädern, dann schießt der Golf dank des stufenlosen Getriebes wie am Gummiband gezogen los. Die gefühlte Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 ist daher größer als die gemessenen 11,8 Sekunden. Das Maximaltempo ist auf 135 Stundenkilometer begrenzt.
Kilowattanzeige statt Drehzahlmesser
Wo normalerweise der Drehzahlmesser sitzt, hat der Golf Blue-E-Motion eine kW-Anzeige. So sieht man, wie viel Leistung der Motor gerade abfordert. Mit einem Knopf an der Mittelkonsole kann man die Systeme auf maximale Reichweite oder größtmögliche Leistung trimmen. Je nach Einstellung stehen dann 50 bis 85 kW zur Verfügung. Im Sparmodus schaltet sich auch die Klimaanlage ab.
An der Mittelkonsole ist ein Wahlhebel mit den gewohnten Stufen Rückwärts, Vorwärts und Leerlauf montiert. Dazu kommt die Stufe B (Bremsen), in der der Golf beim Gaswegnehmen und Bremsen die maximale Menge kinetischer Energie zurückgewinnt. Dieses Rekuperieren fühlt sich ungefähr so an wie eine starke Motorbremsung bei einem normalen Auto. In der Stufe D rekuperiert der Golf ebenfalls, dann lässt sich die Intensität mit Schaltwippen am Lenkrad fein dosieren.
Der 315 Kilogramm schwere Kraftspender des Stromers besteht aus 180 Lithium-Ionen-Zellen, die im Unterboden, im Rücksitz und unter dem Kofferraum untergebracht und mit einem Kühlsystem versehen sind. Der Kofferraum des viertürigen Fünfsitzers ist kleiner als beim Standard-Golf (237 statt 350 Liter).
Erfolgloser Vorgänger
Schon 1993 baute VW in einen Golf Batterien ein, doch der City-Stromer schaffte es nicht in die Großserie. Sein Nachfolger soll 2013 auf den Markt kommen und erfolgreicher werden. Doch so richtig elektrisiert ist man in Wolfsburg noch nicht.
Wie andere Konzerne steckt auch VW in einem Dilemma: Diesel- und Benzinmotoren werden noch jahrelang die Überhand haben. Wer jetzt den Kunden vermittelt, er könne seinen Verbrenner bald einmotten, gewinnt vielleicht potenzielle Elektroauto-Käufer, gräbt sich aber an anderer Stelle womöglich das Wasser ab.
Da die Batterie des Golf-Stromers ein durchschnittliches Autoleben - also rund acht Jahre - durchhalten soll, kommt es auf die richtige Pflege an. "Man kann die Akkus nicht wie eine Zitrone auspressen", sagt VW-Ingenieur Peter Weisheit. Das sogenannte Tiefentladen verringert die Lebensdauer. Wie der Opel Ampera nutzt daher auch der Elektro-Golf nur einen Teil seiner Batteriekapazität, nämlich 21 kWh statt der kompletten 26,5 kWh. Das genügt nach VW-Angaben für eine maximale Reichweite von 150 Kilometern, bei einem Verbrauch von 140 Wattstunden pro Kilometer. Niedrige Umgebungstemperaturen reduzieren die Reichweite aber ebenso wie die Klimaanlage und anderer Nebenaggregate.
Teil 2: Der größte Schwachpunkt des Strom-Golfs
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Pressinform, 14.06.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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