Der Arm wird lässig aus dem Fenster gelehnt, das Autoradio ist voll aufgedreht, der Motor sorgt mit seinem satten V8-Blubbern für wohliges Kribbeln im Nacken, und die Straße zieht sich als endloses Asphaltband bis zum Horizont. Der Sprit ist billig, an jeder Straßenecke wartet ein Drive-in-Restaurant, und wer will, kreuzt einfach ganz entspannt und ziellos durch die Nacht. So etwa muss man sich die amerikanische Cruising-Kultur vorstellen, die in Filmen wie "American Graffiti" verewigt wurde.
Wenn alljährlich am vorletzten August-Wochenende der Woodward Dream Cruise mehr als eine Million Besucher und 30.000 bis 40.000 Autoklassiker anzieht, werden die 50er- und 60er-Jahre mit ihrer Cruising-Kultur wieder lebendig. Die berühmte Straße, die sich teilweise in acht Spuren von Norden bis Süden durch die Autostadt Detroit zieht, ist dann voll im Griff der Old- und Youngtimer. Dass das gigantische Event nicht auf einer abgesperrten Fläche stattfindet, sondern mitten im normalen Verkehr, macht es nur noch faszinierender.