Kaum zu glauben, dass die motorsportverrückteste Region Deutschlands bisher ohne eine eigene Oldtimer-Rundfahrt auskommen musste. Die europäischen Topveranstaltungen wie Sachsen-Classic, Histo-Monte, Mille Miglia oder Ennstal Classic können auf eine ebenso lange wie ereignisreiche Historie zurückblicken. Bei der ersten Auflage der Eifel Classic erscheint alles etwas anders.
Doch für Hanns-Werner Wirth ist es ein Wochenende wie fast jedes andere. Im Cockpit einer Oldtimer-Rallye ist der Hobbyrennfahrer aus Fürth zigmal im Jahr unterwegs. Am Steuer schmucker Oldtimer kämpft er Inhaber anderer sehenswerter Preziosen nieder; diesen Herbst erstmals in der Eifel. "Ich fahre seit zwölf Jahren Oldtimer-Rallyes", so der Rennsportfan aus Franken, "zumeist in Vorkriegsautos. Das macht mir einen Riesenspaß."
In der Eifel ist Wirth diesmal mit einem der jüngsten Modelle im Feld unterwegs. Doch mit seinem bunt beklebten Rallye-Manta von 1983 verbreitet er im 150-köpfigen Fahrerfeld der Eifel Classic einmal mehr Angst und Schrecken. Am ersten Abend, nach Wertungsprüfungen rund um und auf dem Nürburgring, liegt Hanns-Werner Wirth bereits auf Platz zwei. Er ist nicht unzufrieden. Sein Rückstand: gerade einmal eine Zehntel Sekunde.