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Merken   Drucken   27.06.2012, 14:16 Schriftgröße: AAA

Trends: Citroëns Schlachtplan für die Wachstumsmärkte

Die Franzosen wollen sich auf den neuen Wachstumsmärkten besser positionieren und schicken zwei komfortable Mittelklassevertreter ins Rennen. Die alte Absatzregion Westeuropa geht dabei jedoch leer aus.

Der PSA -Konzern, Frankreichs zweitgrößter Automobilproduzent, hatte sich schon früh in China in Stellung gebracht. Anfang der 1990er Jahre, lange bevor das kommunistisch regierte Land die Welt mit rasantem Wirtschaftswachstum zum Staunen brachte, wurde ein Joint Venture zwischen den Franzosen und dem chinesischen Autobauer Dongfeng vereinbart. In den Neunzigern konnten sich die Macher der Marken Peugeot und Citroën in China dann auch an einen Marktanteil zwischen acht und zehn Prozent erfreuen.

In den Jahren, in denen das Reich der Mitte zum ökonomischen Shooting-Star avancierte, verkannten die französischen Fabrikanten allerdings die Zeichen der Zeit und vernachlässigten den mittlerweile zum interessant gewordenen Tummelplatz internationaler Autobauer. Längst hat Volkswagen den Konkurrenten aus Frankreich nicht nur weltweit, sondern auch in China gnadenlos abgehängt. Während der Wolfsburger Konzern im vergangenen Jahr erstmals mehr als zwei Millionen Autos auf Chinas Straßen brachte, konnte PSA dort gerade einmal 400.000 Fahrzeuge absetzen.

Galerie Citroëns Schlachtplan für die Wachstumsmärkte

Inzwischen wollen die Franzosen auf den Märkten mit den vielversprechenden Wachstumsprognosen wieder angreifen und setzen dabei auf ihre traditionelle Stärke - Frankreich kann in Sachen Automobildesign auf eine lange Tradition und atemberaubend schöne Kreationen zurückblicken. Mit ihrer exklusiven DS-Linie setzen die Citroën-Strategen diese Werte auch weiterhin ins Scheinwerferlicht. Nach Europa, Russland und Lateinamerika geht die Linie Ende Juni auch in China an den Start. Zudem beweist die DS-Studie Numero 9, dass sich die Zukunft bei Citroën sehen lassen kann.

Gleichzeitig erweitert und erneuert Citroën seine Fahrzeugpalette mit zwei Modellen, dem Citroën C-Elysée und dem C4 L. Das Ziel ist klar definiert: Man will sich in China, in Russland und in der Mittelmeer-Region strategisch besser aufstellen. Und das kann nicht gelingen ohne Investitionen in den Ausbau der Mittelklasse.

Denn das Produktportfolio im sogenannten "C-Segment" wird über Erfolg oder Misserfolg im Kampf um die internationale Kundschaft entscheiden - das zeigen zumindest die Verkaufszahlen und Prognosen der Konzerne und Beraterunternehmen. So wurden im letzten Jahr weltweit rund 60 Millionen neue PKW verkauft, jedes dritte davon im kompakten C-Segment.

Die Stufenhecklimousine C-Elysée zielt auf die Kundschaft, die ein erschwingliches Modell der Mittelklasse sucht. Der Neuzugang in der Citroën-Produktpalette bietet dank seines Radstands von 2,65 Metern ein großzügiges Raumangebot, das den Passagieren im Fond Beinfreiheit wie in einer Oberklassen-Limousine bietet. Mit einem Kofferraumvolumen von 506 Litern (nach VDA-Norm) präsentiert er sich durchaus familientauglich.

Wohlfühlfaktor an Bord

Der C-Elysée bietet zudem zahlreiche Komfortausstattungen wie eine Klimaanlage mit Digitalanzeige, MP3-Radio und Bluetooth. In einigen Märkten wird das Modell mit dem neuen der Motor VTi 72 angeboten, der Effizienz, sparsamen Verbrauch und Langlebigkeit verspricht. Die Stufenhecklimousine wird in im spanischen Vigo produziert und Ende 2012 in der Türkei, in Mitteleuropa und in Algerien in den Handel gebracht.

Der Citroën C4 L ist die erste Entwicklung des Designzentrums in Shanghai und soll am oberen Rand des C-Segments mitmischen. Das Fahrzeug ist nach dem Vorbild des neuen Citroën C4 konzipiert und soll mit verlängertem Radstand, höchster Verarbeitungsqualität und hohem Federungskomfort für den Wohlfühlfaktor an Bord sorgen. 29 Grad Lehnenverstellung, Komfortkopfstützen, innovative Technologien, wie schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Navigation mit Touch-Screen und Rückfahrkamera sowie eine komplett beheizbare Frontscheibe sind weitere Zugaben, mit denen die Franzosen bei der Kundschaft in den neuen Wachstumsregionen punkten wollen.

Unter der Motorhaube kommen Benzinmotoren der jüngsten Generation zum Einsatz - wie der THP 155 beziehungsweise 170, der in Partnerschaft mit BMW entwickelt wurde. Produziert wird direkt im jeweiligen Absatzmarkt - in Wuhan für China, wo der Mittelklässler ab Ende des Jahres von den Bändern rollen soll, und in Kaluga für Russland, wo der Startschuss irgendwann im ersten Halbjahr 2013 fallen wird. Den deutschen Markt lassen beide Fahrzeuge links liegen.

  • Pressinform, 27.06.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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