In Monterey geht es abseits des Concours d'Elegance nicht sonderlich exklusiv zu. Denn da gibt es noch den Concours de Lemons, wo die hässlichsten Karren mit Zitronen prämiert werden. "Wir wollten eine Alternative zu der Prunkveranstaltung in Pebble Beach machen", sagt Initiator Alan Galbrath bei der vierten Auflage: "Unsere Teilnehmer lieben ihre Klapperkisten genauso wie die Edelsammler ihre kostbaren Edelstücke." Hier die acht hässlichsten Autos, die man weltweit kaufen konnte. Nicht unter den ersten acht Teilnehmern des Wettbewerbs konnten sich Modelle wie der VW Phaeton, der aktuelle Fiat 500 oder ein VW Golf GTI platzieren. Sie landeten allesamt unter ferner liefen.
An sich bereits in den 70er Jahre ein imposanter Geländewagen, der sich gegen Ford Bronco und Chevrolet Blazer jedoch schwer tat. Immerhin reichte es beim Concours de Lemons zum Sieg und dem Titel "Best Car of the Show". "Ich habe diesen Scout Baujahr 1978 vor neun Jahren in New Mexiko gekauft", so Gewinner Kevin Downey, "die letzten Jahre stand er nur herum." Jetzt will Downey sein Siegerauto verkaufen. Viel Rost und wackelige Technik für 1500 Dollar.
Der grüne AMC Gremlin gehört zu den Seriensiegern beim Concours de Lemons. Die Mischung aus Crossover, Kleinwagen und Familienfahrzeug der Kompaktklasse wurde in Europa nicht angeboten - zum Glück. Besitzerin Varity Spencer ist eine der wenigen, die sowohl beim Concours de Lemons als auch bei der Millionenveranstaltung Concours d'Elegance in Pebble Beach vor Ort ist. Sie betreut drei echte Raritäten von Sammlern.
Auch der Ford Pinto hat seinen Weg auf den europäischen Markt nie gefunden. Seine Besitzer wurden seit den 70er Jahren belächelt, weil der Pinto nicht nur in Sachen Design zum schlimmsten gehört, was die amerikanische Autohistorie hervorgebracht hat.
Als erster Autohersteller überhaupt hat Mazda den Spaß der Lemon-Jünger verstanden und offiziell ein Auto zum Concours de Lemons entsandt. "Eine klasse Sache", sagt Initiator Galbrath, "dieser gelbe Mazda 323 ist wirklich besonders furchtbar."
Das kleinste Taxi der Welt ist auch in den USA ein echter Exot. Trotz echtem Checker-Design der alten US-Taxis hat im Innenraum kaum mehr als der Fahrer Platz. Seine Besitzer reisten jedoch aus 200 Meilen Entfernung mit dem Wagen an.
In den USA sind Volvo-Modelle besonders bei Alternativen sehr beliebt, weil sie als unkaputtbar gelten. Beim Thema Design muss man Abstriche machen. Aber gerade Studenten greifen immer wieder gerne zu Volvo-Modellen wie dem 240 oder dem jüngeren 740.
Eine Handvoll Trabants haben es auch über den Atlantik bis in die USA geschafft. Sie werden im Land der unbegrenzten Automöglichkeiten ebenso belächelt wie in Deutschland. Ein absolutes Muss auf dem Concours de Lemons.
Einer der Sieger der Herzen. Der grüne Fiat Ritmo kam in den 80er Jahren aus Deutschland herüber nach Kalifornien. Dass es noch schlimmer geht, zeigt das Cabrio nebenan: das Ritmo Cabriolet mit stilechtem Überrollbügel und PVC-Dach.