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Merken   Drucken   16.12.2009, 14:00 Schriftgröße: AAA

Trends: Der goldene Flügelbenz von Dubai

Am Golf gehören Ferrari, Maserati und Aston Martin zum Straßenbild. Wer da im täglichen Stau auf der Sheikh Zayed Road auffallen möchte, muss sich was einfallen lassen - einen vergoldeten Mercedes SLS zum Beispiel.
Wüste plus Gold gleich Dubai. Diese Gleichung muss man bei AMG im Sinn gehabt haben, als der Name "Desert Gold" für den neuen Lackton gewählt wurde. Verführerisch wie das Edelmetall schimmert der goldene Supersportwagen SLS. Er ist der Blickfang am Stand des Mercedes-Veredlers auf der Dubai Motor Show.
Zwar wurde die Aluminiumkarosserie nicht in echtes Edelmetall getaucht, doch der seidenmatte Goldton verleiht dem Flügeltürer eine besondere Aura. Als Kontrast sind sämtliche Zier- und Anbauteile wie Tankdeckel und Typenschilder mit einem tiefschwarzen Lack überzogen.
Galerie Der goldene Flügelbenz von Dubai
Wenn die Resonanz auf der Messe positiv ausfällt, soll der Goldlack künftig als Sonderausstattung angeboten werden. Guten Kunden muss man schließlich regelmäßig etwas besonderes bieten: Während Märkte wie Deutschland und die USA in der Krise schwächeln, bieten die Verkaufszahlen im Mittleren Osten anlass zur Freude.
"Eine Verneigung vor dem Mittleren Osten" "Im Jahr 2009 haben wir in Dubai mehr als 1000 Autos verkauft, das ist ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2008 und damit eine Entwicklung gegen den Trend", sagt AMG-Chef Volker Mornhinweg. Die Premiere des goldenen Flügeltürers in Dubai sei daher auch "eine Verneigung vor dem Mittleren Osten". Nach USA, Deutschland und Japan ist die Golfregion der viertgrößte Markt für AMG.
Auch bei Gargash Enterprises, einem der größten Mercedes-Händler in den Vereinigten Arabischen Emiraten, freut man sich auf den Flügeltürer. Für den SLS habe er schon rund zwei Dutzend Vorbestellungen, sagt Firmenchef H.E. Abdul Jabbar Gargash. Und dabei dürfte es nicht bleiben. "Ich schätze, dass wir im Jahr 2010 insgesamt 100 Stück verkaufen können", so Gargash.
Doch nicht nur im Mittleren Osten kommt der SLS als Imageträger für Mercedes und AMG gut an. Die Nachfrage in Deutschland sei so groß, das die ursprünglich für den deutschen Markt geplante Anzahl des SLS aufgestockt wurde, sagt AMG-Chef Mornhinweg.
Aber selbst in der Golfregion, in der der Bedarf an Luxusautos trotz Krise bislang nur moderate Einbußen verzeichnet, sind Supersportwagen eine Nische. Abdul Jabbar Gargashs erfolgreichstes Modell ist der G 55 AMG. 2008 hat er rund 200 Stück davon verkauft, 2009 waren es schon 300.
Schwarzes Gold im Tank ist Trumpf Auf der Dubai Motor Show steht deshalb auch eine Sonderedition zum 30-jährigen Jubiläum des kantigen Kraxlers, die Edition 79 mit 507 PS, mattgrauer Lackierung, Rammbügel an der Front, Zierleisten in Karbonoptik und 19-Zoll-Leichtmetallrädern. Nur 79 Exemplare werden gebaut. Der hohe Verbrauch des Geländewagens ist in einer Region, in der einmal Volltanken umgerechnet keine 20 Euro kostet, im Bewusstsein der Menschen nicht wirklich als Problem verankert.
In ein paar Jahren könnte allerdings selbst der SLS nicht mehr aufs schwarze Gold im Tank angewiesen sein. Die Elektro-Version des Schwaben-Renners läuft bereits im Testbetrieb.
Zunächst einmal wird der SLS jedoch mit konventionellem Antrieb an die Kunden ausgeliefert werden. 177.310 Euro kostet der Flügeltürer in der Grundausstattung, damit ist er preiswerter als das bisherige Topmodell SLR.
  • Pressinform, 16.12.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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