Die Bundesregierung hat einen nationalen Aktionspläne zur besseren Integration Menschen mit Handicap beschlossen. Doch nach einer aktuellen Studie lehnen viele Deutsche den gemeinsamen Unterricht von geistig behinderten und nicht behinderten Kindern ab.
Viele Deutsche sind gegen einen gemeinsamen Schulunterricht von Kindern mit und ohne Behinderung. Nur etwa die Hälfte der Befragten (56 Prozent) befürwortet die Einbeziehung geistig behinderter Schüler, wie die Bertelsmann Stiftung in Gütersloh am Montag mitteilte. Das Meinungsforschungsinstitut Emnid hatte im Auftrag der Stiftung im Februar bundesweit gut 1500 Menschen zu dem Thema befragt. Lediglich 53 Prozent sprachen sich dafür aus, verhaltensauffällige Kinder in den Unterricht zu integrieren. Der gemeinsame Unterricht mit Körperbehinderten wird hingegen von 88 Prozent der Teilnehmer gut geheißen.
"Kinder mit Behinderungen haben ein Recht auf den Besuch einer allgemeinen Schule", sagte der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe. "Die seit März 2009 für Deutschland verbindliche Uno-Behindertenrechtskonvention macht den Weg zum inklusiven Schulsystem unumkehrbar."
In der vergangenen Woche hatte die Bundesregierung einen Nationalen Aktionsplan zur besseren Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft beschlossen. Er sieht unter anderem das gemeinsame Lernen behinderter und nichtbehinderter Schüler vor. Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) kritisierte, dass bislang nur ein Fünftel der Schüler mit Förderbedarf eine Regelschule besuche. Die Deutsche Unesco-Kommission sieht trotz Fortschritten in Deutschland im internationalen Vergleich noch immer großen Nachholbedarf.
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