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FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND
09. Februar 2010 18:11 Uhr

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Good Morning Vietnaaaam

Drost | 09. Juni 2008 18:08 Uhr

Es ist wohl gesünder, sein Fieberthermometer auszulutschen, als an einer der zahlreichen kleinen Straßenküchen in Hanoi einen Snack zu sich zu nehmen. Das war mein erster Gedanke an meinem ersten Morgen in Vietnam. Die Abgasglocke steht bei über 30 Grad Celsius und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit starr über der Stadt. Mopeds, Roller und Motorräder überall.



Es wird gehupt, gehupt und gehupt. Es stinkt unglaublich nach Abgasen. Und genau hier, auf Auspuffhöhe, wird geschnibbelt, gekocht und gegrillt – mitten auf dem Gehweg. Daneben unendlich viele Händler und Werkstätten. Deren Mechaniker schweißen, schrauben und schleifen – natürlich auch auf dem Gehweg. Da, wo noch Platz ist, parken Motorräder. Also gehe ich auf der Straße. Der Verkehr rauscht nur Zentimeter von mir entfernt vorbei. Cool bleiben. Es verschlägt mich in eine kleine Seitenstraße, die voll gepackt ist mit Marktständen. Viele Dinge, die hier verkauft werden, kenne ich nicht. Und was ich kenne, habe ich bisher so gut wie noch nie auf einem Markt gesehen.

Innerlich verspüre ich die große Juckerei. Lebende Egel in Blecheimern, kriechende Frösche in Plastikbottichen und am Stück gegrillte Hunde. "No Photo", bittet mich die Marktfrau. Das will sowieso keiner sehen. Für die ganz Neugierigen: sieht etwa aus wie Spanferkel. Zurück ins Verkehrsgetümmel und Slalom-Laufen zwischen den Mopeds. Den "Traffic-Beat" finden, sagt ein Tourist zu mir.

Mein Blick fällt auf Helme der US-Army. Nicht etwa in entsprechenden Military-Shops, nein, man trägt sie hier als Schutzhelm. Auch das Modell "Wehrmacht" ist extrem populär als Moped-Helm.

Hanoi ist eine Großstadt. Trotzdem hat die Stadt etwas vom ländlichen Treiben. Das liegt auch an den vielen Frauen, die ihre Waren traditionell durch die Straßen schleppen und dort verkaufen.

Etwas Ruhe finde ich am Hoan Kiem Lake im gleichnamigen Bezirk von Hanoi. Viele Menschen suchen hier ihre Ruhe. Doch das ist unmöglich. Es bleibt laut. Aber der Blick auf das Wasser scheint zu beruhigen.

An dem See bekomme ich eine Idee davon, dass Hanoi mal eine glanzvolle Zeit gehabt haben könnte. Doch die einst wunderschönen kleinen Stadtvillen sind heute viel zu oft zerfallen.

Dagegen sind die sozialistischen Bauten in der Regel gut erhalten.

"Hey Joe", ruft ein Mann rüber zu mir, der mich offensichtlich für einen Amerikaner hält. Er will mich durch die Stadt fahren. Motorräder können eben auch Taxis sein. "Charly doesn´t surf", rufe ich grinsend zurück und denke dabei an eine Szene aus dem Vietnam-Kriegsfilm "Apocalypse now". Er lacht und hat verstanden, dass ich seine Dienste nicht beanspruchen möchte.

Bis auf die Tatsache, dass es mittlerweile dunkel und ziemlich spät geworden ist, hat sich am Stadtbild nichts geändert. Immer noch schwül, immer noch ungebremster Verkehr, immer noch geschäftiges Gewusel auf den Bürgersteigen. Vor meinem Hotel macht ein kleiner Junge ein Feuerchen. Er verbrennt bündelweise Dollar-Blüten. Auch die gibt es auf dem Markt zu kaufen. Sie sind als Opfergabe gedacht.


Kommentare

Nur Klischees

Das ist mir einfach alles viel zu oberflaechlich und aus Vorurteilen heraus geschrieben. Aber wenn man ohne jede Kenntniss von Kultur und Lebensweise eines Landes durch die Gegend reist, dann kommt man eben zu solch komischen Erkenntnissen. Hanoi ist fuer mich eine Stadt mit sehr viel Charakter, in der eine mehrtausendjaehrige Kultur und die moderne Zeit gut miteinander auskommen. Wer nur immer das Negative sucht, sollte besser zu Hause bleiben.

Cathrin Karras | 12. Juni 2008 12:01 Uhr


Sehr interessant

Ihr Bericht ist sehr interessant und real.Ich kenne das und stimme Sie überein.
Ihr Bericht finden Sie in meinem blog

http://nikke005.multiply.com/

Nguyen | 23. Dezember 2009 20:46 Uhr




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