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  <title>Kapitalist</title>
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  <item rdf:about="http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/471_gute_konjunkturpolitik_ist_antizyklisch.html">
  <title>Gute Konjunkturpolitik ist antizyklisch</title>
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  <dc:description>&lt;p&gt;Eine vorausschauende und solide Finanz- und Wirtschaftspolitik ist antizyklisch. &lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/politik/deutschland/127830.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Gerade wenn die Steuereinnahmen höher sind als erwartet&lt;/a&gt;, die Konjunktur läuft und die sozialen Sicherungssysteme ausnahmsweise mal nicht völlig überlastet sind, gerade dann muss eiserne Haushaltsdisziplin gewahrt werden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn Herr Steinbrück also beim nächsten Kassensturz tatsächlich einen zweistelligen Milliardenbetrag mehr im Sparschwein haben sollte als zunächst geplant, dann muss er damit ohne Wenn und Aber die Neuverschuldung absenken und darf nicht einen müden Cent den &lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/politik/deutschland/125929.html&quot;&gt;Begehrlichkeiten christomarxistischer Verteilungspolitiker&lt;/a&gt; opfern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In guten Zeiten muss man für schlechte vorsorgen – denn gerade, wenn der Wind sich wieder drehen sollte, muss die Politik Handlungsspielräume haben. Nur so kann sie zukünftig drohende Rezessionen wenn nicht verhindern, so doch aber abmildern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Selbst Lieschen Müller weiß das: Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not. Hoffentlich kommt Lieschen Merkel auch noch auf den Trichter.&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;</dc:description>
    <dc:subject>General</dc:subject>
    <dc:date>2006-11-02T14:21:20Z</dc:date>
    <dc:creator>Schimpf</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/469_meine_daten-zugreifen_fuer_nur_1500_euro.html">
  <title>Meine Daten - zugreifen für nur 15,00 Euro!</title>
  <link>http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/469_meine_daten-zugreifen_fuer_nur_1500_euro.html</link>
  <dc:description>&lt;p&gt;Am Samstag waren wir bei Auto Teile Unger. Der altersschwache Golf meiner Freundin musste zur Inspektion. Absichtlich haben wir um VW einen großen Bogen gemacht. Man weiß ja nie, wie viel Prozent einer VW-Rechnung letzten Endes bei &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/542743.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;brasilianischen Freudenmädchen landen oder auf irgend welchen Sausen versoffen und verhurt werden&lt;/a&gt;. Daher also diesmal ATU. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Wagen, ein Golf IV, hat noch keine 200.000 Kilometer runter, pfeift aber schon aus dem letzten Loch. Es kam also ein bisschen was zusammen. Doch die freundliche ATU-Beraterin wusste Rat: „Haben Sie schon eine ATU-Karte?“ fragte Sie mich. Natürlich nicht. „Ja, wenn Sie jetzt gleich eine beantragen, dann erlassen wir Ihnen 15,00 € von der Rechnung. Natürlich ist die ATU-Karte für Sie absolut kostenlos.“&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Fein. Damit man in den erlauchten Kreis der ATU-Karteninhaber (Mein Haus – mein Boot – meine ATU-Card!) aufgenommen wird, muss man ein paar seiner persönlichen Daten preisgeben. Familienstand, verfügbares monatliches Nettoeinkommen, Kontoverbindung, ob man ein Auto hat, wenn ja welches, wo man arbeitet und seit wann und in welcher Funktion. Das war’s auch schon. Finito. Ende der Selbstentblößung. Dafür gibt es 15,00 €. Schneller und schmerzloser als Blutspenden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das finde ich ausgesprochen interessant. Ich habe nämlich überhaupt keine Probleme damit, seriösen Unternehmen die oben genannten Daten für 15,00 € zu verkaufen. Brutto für netto. Weitere Daten gerne auf Nachfrage und extra Zahlung. Endlich weiß ich jetzt Dank ATU genau, wie viel diese banalen und ohnehin kurzlebigen Daten schon einem Low-Budget-Autoschrauber wert sind. Wer in Zukunft diese Informationen von mir haben will, muss also mindestens den ATU-Tarif blechen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nur bei ganz besonders ausgesuchten Unternehmen wäre ich vielleicht bereit, darüber nachzudenken, ganz ohne Gegenleistung gläserner Kunde zu sein. Manchmal will ich ja sogar, dass die Unternehmen, wissen, was ich will. Sonst stellen sie womöglich noch eine meiner Lieblingsproduktlinien ein, weil sie nicht genug über mich bescheid wissen. Vielleicht könnte es „Dolomiti“, das rot-grün-weiß gefärbte Eis am Stil oder das IKEA Metallregal „Peter“ noch geben, wenn es damals schon die Langnese-Card gegeben oder ich in den frühen 90ern nicht einen großen Bogen um die IKEA-Kundenkarte gemacht hätte. Aber das sind absolute Einzelfälle.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;ATU &amp;amp; Co. müssen natürlich zahlen für meine Daten. Fassöl und Bremsklötze kann ich notfalls auch woanders kaufen. Also, liebe Jungs von VW: wenn ihr mich als Kunden wieder haben wollt, bietet mir die VW-Kundenkarte an – die Daten gibt’s für Euch allerdings erst ab 30,00 €. Bei zwielichtigen Firmen mit einer ungesunden Nähe zum Rotlichtmilieu muss der Aufschlag leider sein.&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;</dc:description>
    <dc:subject>General</dc:subject>
    <dc:date>2006-10-30T21:33:06Z</dc:date>
    <dc:creator>Schimpf</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/466_atomkraft-ja_bitte.html">
  <title>Atomkraft - ja bitte!</title>
  <link>http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/466_atomkraft-ja_bitte.html</link>
  <dc:description>&lt;p&gt;Natürlich wäre es schön, wenn man den ganzen Strom, den Deutschland braucht, mit erneuerbaren Energiequellen erzeugen könnte. Irgendwann wird das wahrscheinlich sogar gehen. Aktuell aber beträgt der Anteil von Windkraft &amp;amp; Co. schlappe 10 % an der gesamten deutschen Stromproduktion. Selbst die kühnsten Ökooptimisten werden kaum ernsthaft behaupten wollen, dass sich dieser Anteil mit vernünftigem Aufwand in den nächsten 30 Jahren verlässlich auf 90 % steigern ließe.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir brauchen also, zumindest für einen gewissen Zeitraum, eine andere Lösung. Für die heimische Steinkohle spricht nichts. Der Abbau ist absurd teuer. Aber überhaupt ist jede Art von Kohle unverantwortlich. Deren Verfeuerung ist, glaubt man dem beinahe-US-Präses &lt;a href=&quot;http://www.climatecrisis.net/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Al Gore,&lt;/a&gt; ökologischer Wahnsinn. &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Bruttostromerzeugung-de-nach-energietrÃ¤gern.png&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Aktuell aber tragen Braun- und Steinkohlekraftwerke die Hauptlast der heimischen Stromproduktion.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich hätte ja nie gedacht, dass ich einmal die populistischen Das-Ende-ist-nah-Prophezeiungen der globalen Erderwärmungshysteriker für mich instrumentalisieren könnte, aber manchmal kommt Hilfe eben von unerwarteter Seite. Wenn wir also in unseren Kraftwerken weiterhin Kohle verbrennen, entsteht ganz dolle viel böses CO2, davon schmelzen die Pole, davon geht die Erde unter und wir müssen alle sterben. Das wollen wir ja nicht, oder?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sich bei der Stromerzeugung statt dessen in die Abhängigkeit von Öl oder Gas zu begeben, würde die CO2-Bilanz nicht verbessern und wäre zudem russisches Roulette - bei Gas sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Blöderweise müssen diese beiden fossilen Energieträger größtenteils in Regionen aus der Erde gebuddelt werden, wo auch in den nächsten Jahrzehnten keine stabilen politischen Verhältnisse herrschen dürften. Die Mitgliedsliste der OPEC-Staaten liest sich wie eine kollektive Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Und dass die &amp;quot;lupenreinen Demokraten&amp;quot; im Kreml mit der Nonchalance sizilianischer Schutzgelderpresser den Gashahn zudrehen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, konnte man im letzten Winter live miterleben. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es wäre daher mehr als sinnvoll, auch beim Heizen nicht auf Gas, Öl oder Kohle zu setzen. Sondern auf sauberen Strom. Auf Atomstrom. Die Nutzung der Kernkraft ist ökologischer als das Verbrennen von Gas, Öl oder Kohle. &lt;a href=&quot;http://www.atomkraft-ja-bitte.de/html/gegner-befuerworter.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Sagen wettergegerbte Greenpeaceaktivisten der ersten Stunde&lt;/a&gt;. Und wer könnte in ökologischen Fragen glaubwürdiger sein?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Für neue deutsche Kernkraftwerke sprechen aber nicht nur Umweltargumente, sondern auch ökonomische Gründe. Zunächst einmal wäre da ein funktionierender Weltmarkt für den benötigten Rohstoff Uran. &lt;a href=&quot;http://www.energiewelten.de/elexikon/lexikon/seiten/htm/020702_Uranvorkommen_und_Lagerstaetten_der_Erde.htm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Abbaubares Uran findet sich in Kanada, USA, Australien, Frankreich oder Schweden&lt;/a&gt;, also Länder, in denen revolutionäre Umstürze auch in den nächsten Dekaden eher unwahrscheinlich sind. (Na gut, bei den Franzosen weiß man nie so genau und auch die gottesfürchtigen Amis sind einem skeptischen Mitteleuropäer ja nicht so recht geheuer, aber können Sie sich einen blutdürstenden islamistischen Terrorstaat in Schweden, Kanada oder Australien vorstellen?) Die Preisentwicklung beim Uran ist nicht so volatil wie beim Öl, ein Kartell in Form einer Organisation uranexportierender Länder ist mir unbekannt. Natürlich sind auch die Uranvorkommen endlich. Aber wie gesagt: es geht nicht um die nächsten 300 Jahre, sondern um die nächsten 30.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In Deutschland gibt es weiterhin ein immenses technologisches Knowhow. Exportfähiges Knowhow. Es wäre absurd, dieses Wissen und Können sowie unseren technologischen Vorsprung aufzugeben. Ausbauen und ausführen sollten wir ihn stattdessen. Andere Länder werden auf die Atomkraft nämlich nicht verzichten, weltweit sind &lt;a href=&quot;http://www2.onwirtschaft.t-online.de/dyn/c/78/25/75/7825758.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;mehr als 130 neue AKW bereits geplant oder im Bau&lt;/a&gt;. In China zum Beispiel. Und mir wäre es ehrlich gesagt lieber, wenn in China deutsche Atomkraftwerke mit deutschen Sicherheitsstandards gebaut würden als russische oder chinesische. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kurzum: Zeit zum Umdenken. Ökologisch und ökonomisch ist Atomstrom die Energie der nächsten Jahrzehnte. Raus aus der Kohle - rein ins Atom. Jedenfalls so lange, bis die erneuerbaren Energien so weit sind, den Löwenanteil der Stromproduktion zu bestreiten.&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;</dc:description>
    <dc:subject>General</dc:subject>
    <dc:date>2006-10-27T16:34:30Z</dc:date>
    <dc:creator>Schimpf</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/462_setzen_sechs_.html">
  <title>Setzen, Sechs! </title>
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  <dc:description>&lt;p&gt;Liebe Regierenden in Berlin, macht doch bitte, bitte, bitte einmal irgendetwas wenigstens handwerklich ordentlich. Das kann doch so schwer nicht sein! Jüngstes Beispiel für die schreiende Inkompetenz bei der Paragraphenproduktion ist das Gesetzgebungsverfahren über die &lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/unternehmen/handel_dienstleister/124586.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Privatisierung der Flugsicherung&lt;/a&gt;. Vor dem Bundesgesetz über die Privatisierung hätte erst einmal Artikel 87 d des Grundgesetzes geändert werden müssen, der klipp und klar sagt: „Die Luftverkehrsverwaltung wird in bundeseigener Verwaltung geführt.“&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Für solch eine Verfassungsänderung braucht man zwar eine zweidrittel Mehrheit &lt;span&gt; &lt;/span&gt;in Bundestag und Bundesrat – aber für die große Koalition wäre das ja nun ein Leichtes gewesen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Fassen wir zusammen: jeder Jurastudent im ersten Semester hätte wissen müssen: erst kommt die GG-Änderung, dann das Bundesgesetz. Was machen unsere Volksvertreter? Richtig: sie beschließen nur das Bundesgesetz und vergessen die Verfassungsänderung, wohl auch deshalb, weil die Juristen aus dem Innen- und Justizministerium der Auffassung waren, dass eine Privatisierung auch ohne Änderung des Grundgesetzes ginge. Obwohl es anders drin steht in unserer Verfassung. Bundespräsident Köhler blieb daher gar nichts anderes übrig, als das Gesetz über die Privatisierung der Flugsicherung wegen dieser offenkundigen Verfassungswidrigkeit nicht zu unterzeichnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jeder Malermeister, der sein Handwerk so schlecht beherrschte wie die große Koalition das Ihrige, würde von der Handwerksinnung und der Gewerbeaufsicht wegen erwiesener Unfähigkeit aus dem Verkehr gezogen werden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man mag ja über die Privatisierung der Flugsicherung denken, was man will. Selbst bei mir kommen bundesrepublikanisch-sozialdemokratische Reflexe durch. Ist es wirklich eine so tolle Idee, eine hoheitliche Aufgabe wie die Sicherung der Flugverkehrs zu privatisieren? Als Autofahrer möchte ich ja auch nicht von privaten Sicherheitsdiensten wegen Zuschnellfahrens geblitzt und abkassiert werden. Aber so ist das nun einmal in einer repräsentativen Demokratie: diese Entscheidung muss die Mehrheit der Parlamentarier treffen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber wenn die Entscheidung dann gefallen ist, mit welchem Ergebnis auch immer, erwarte ich als Untertan dann wenigstens, dass diese handwerklich sauber in Gesetze gegossen wird. Doch der gesetzgeberische Dilettantismus von rot-grün wird von der großen Koalition nahtlos fortgeführt. Es zum Haare ausreißen. Setzen, Sechs!&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;</dc:description>
    <dc:subject>General</dc:subject>
    <dc:date>2006-10-24T14:03:31Z</dc:date>
    <dc:creator>Schimpf</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/461_freiheit-auch_am_sonntag.html">
  <title>Freiheit - auch am Sonntag!</title>
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  <dc:description>&lt;p&gt;Den Staat hat es nicht zu interessieren, wann ich einkaufe. Es geht ihn auch nichts an, wann der Händler, bei dem ich kaufe, seine Türen für die Kundschaft öffnet. Das gilt auch am Sonntag. Zum 01. Januar 2007 &lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/boersen_maerkte/geldanlage/123189.html&quot;&gt;können die Bundesländer selbst über ihre Ladenöffnungszeiten bestimmen&lt;/a&gt; – und während diese sogar über eine totale Freigabe an Werktagen nachdenken, gibt es eine merkwürdige Allianz für ein Verkaufsverbot am Sonntag.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Denn es wäre ja auch schlimm, wenn die verwaisten deutschen Innenstädte am Sonntag mit ein wenig Leben gefüllt würden. Das wäre ja nicht auszuhalten, wenn die hochgeklappten Bürgersteige am Sonntag für die Auslagen der der Händler herhalten müssten. Es wäre ja nun wahrhaft schrecklich, wenn die Kunden mal nicht hetzend durch den Laden hasten müssten, sondern in Ruhe und Muße auswählen und vergleichen könnten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Bewahrung der Ödnis eines innerstäditschen deutschen Sonntages ist eine Glaubensfrage, im wahrsten Sinne des Wortes. Die einen glauben an die Predigten der Kirche, die anderen an die Parolen der Gewerkschaften. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zuerst zur Religion: jedem steht es frei, an welchen Gott auch immer zu glauben und ihn wann auch immer zu ehren. Der Staat aber hat sich aus religiösen Fragen so gut es geht herauszuhalten. Hinzu kommt: der Sonntag ist zwar ein christlicher Feiertag, aber keinem Katholiken drohte die Exkommunikation, wenn er sich sein neues Auto statt am Freitag am Sonntag kaufte. Will heißen: kaufen und verkaufen am Sonntag ist offenbar keine mit dem Fegefeuer belegte Sünde. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Parolen der Gewerkschaften sind bekannt: wenigstens am Sonntag soll der ausgebeutete Arbeitnehmer seine Ruhe haben. Das ist dummes Zeug. Entscheidend ist doch nicht, &lt;strong&gt;wann&lt;/strong&gt; der Arbeitnehmer ausgebeutet wird, sondern &lt;strong&gt;wie lange&lt;/strong&gt;. Nach dem Arbeitszeitgesetz aber sind mehr als 48 Stunden pro Woche ohnehin nicht erlaubt – warum es aber eine schlimmere Ausbeutung sein soll, wenn ein Teil dieser 48 Stunden am Sonntag und nicht am Dienstag geleistet wird, will mir nicht in den Kopf. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zu guter Letzt kommt immer noch das Argument, offene Läden am Sonntag brächten keinen zusätzlichen Umsatz, schließlich hätten die Leute ja nicht mehr Geld im Portemonnaie und könnten daher nicht mehr ausgeben. Das mag sein. Aber was geht es den Staat an, wann die Leute ihre Barschaft in den Wirtschaftskreislauf einschleusen wollen? Nichts. Wenn ein Händler seinen Umsatz lieber am Sonntag als am Montag macht, soll er das doch bitte tun.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vor allem aber hätten diese grässlich grauen und freudlosen Sonntage ein Ende. Ich habe in England drei Jahre lang das Paradies genießen dürfen: die Läden auf der Insel öffnen um die Mittagszeit und schließen am frühen Abend wieder – aber in den sechs Stunden dazwischen flanieren die Menschen über die High Street, alle Straßencafes sind offen, kurz: es herrscht lebendiges Flair und keine Totensonntagsstimmung. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Daher mein Appell an alle Bundesländer: gebt auch den Sonntag frei – wenigstens ein bisschen. Als guter Deutscher bin ich ja sogar kompromissbereit. Für den Anfang würde ein kleines Fensterchen schon reichen, sagen wir mal zwischen 11.00 Uhr und 18.00 Uhr. Gewerkschaften und Kirchen werden dann merken: die Welt geht nicht unter. Sie wird nur lebendiger und lebenswerter.&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;</dc:description>
    <dc:subject>General</dc:subject>
    <dc:date>2006-10-23T10:41:06Z</dc:date>
    <dc:creator>Schimpf</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/459_t-mobile_erst_muetzen_dann_profis.html">
  <title>T-Mobile: erst Mützen, dann Profis</title>
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  <dc:description>Erinnern Sie sich noch an &amp;quot;Wie bitte?!&amp;quot; mit Geert Müller-Gerbes? Running Gag dieser Verbraucherschutzshow, die in den 90ern auf RTL lief, waren die &amp;quot;Mützen von der Telekom&amp;quot;: die Mitarbeiter des einstigen Staatsmonopolisten wurden von durchschnittlich begabten Schauspielern als trottelig-dreiste Kundendienstverweigerer dargestellt, die selbst zum in-der-Nase-bohren nicht clever genug waren.&lt;p&gt;Seitdem ist viel passiert. Heutzutage überschlägt sich der Telefonriese geradezu vor lauter Customer-Relations-Management. Zumindest der Handyableger T-Mobile. Vor 2 Tagen habe ich bei T-Mobile meinen privaten Mobilfunk-Vertrag gekündigt. Einfach so. Ich brauchte das Ding schon lange nicht mehr, weil ich eigentlich nur noch auf meinem Diensthandy telefoniere. Gestern schon bekam ich Post aus Bonn. Und zwar nicht nur einen Brief, sondern gleich zwei. Beide unterschrieben vom Leiter des T-Mobile Kundenservice, Herrn ppa. Ralf H. höchstpersönlich. Ein echter Prokurist hat sich meines Falles angenommen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man bedaure wirklich außerordentlich, mich als Kunden verloren zu haben, heißt es in beiden Schreiben. Ich solle doch noch mal überlegen. Es gäbe da tolle Angebote. Alles sehr verlockend. Bevor ich mich aber für eins der unschlagbaren Schnäppchen entscheide, hätte ich eine Frage an Sie, Herr H. von T-Mobile: warum bekomme ich von Ihnen gleich 2 Schreiben, in denen mir die Kündigung ein und desselben Vertrages bestätigt wird. Vor allem aber: warum schreiben Sie mir einmal: &amp;quot;Wir haben Ihre Kündigung vermerkt und beenden Ihren Vertrag wunschgemäß zum&lt;strong&gt; 18. Januar 2007&lt;/strong&gt;.&amp;quot;, wo es doch in dem anderen Brief heißt: &amp;quot;In unseren Unterlagen haben wir vermerkt, dass wir Ihren Vertrag zum &lt;strong&gt;11.01.2007&lt;/strong&gt; beenden.&amp;quot; Was denn jetzt?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a id=&quot;res_159&quot; href=&quot;http://wwww.ftd.de/blog/resserver.php?blogId=3&amp;amp;resource=BLOG%2C%20T-Mobile%201%2C%2020061020.JPG&quot; type=&quot;image/jpeg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;T-Mobile 1 + 2&quot; src=&quot;http://wwww.ftd.de/blog/resserver.php?blogId=3&amp;amp;resource=BLOG%2C%20T-Mobile%201%2C%2020061020.JPG&amp;amp;mode=medium&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a id=&quot;res_160&quot; href=&quot;http://wwww.ftd.de/blog/resserver.php?blogId=3&amp;amp;resource=BLOG%2C%20T-Mobile%202%2C%2020061020.JPG&quot; type=&quot;image/jpeg&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;T-Mobile 1 + 2&quot; src=&quot;http://wwww.ftd.de/blog/resserver.php?blogId=3&amp;amp;resource=BLOG%2C%20T-Mobile%202%2C%2020061020.JPG&amp;amp;mode=medium&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a id=&quot;res_157&quot; title=&quot;T-Mobile 1&quot; href=&quot;http://wwww.ftd.de/blog/resserver.php?blogId=3&amp;amp;resource=BLOG%2C%20T-Mobile%201%2C%2020061020.pdf&quot; type=&quot;application/pdf&quot;&gt;BLOG, T-Mobile 1, 20061020.pdf&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a id=&quot;res_158&quot; title=&quot;T-Mobile 2&quot; href=&quot;http://wwww.ftd.de/blog/resserver.php?blogId=3&amp;amp;resource=BLOG%2C%20T-Mobile%202%2C%2020061020.pdf&quot; type=&quot;application/pdf&quot;&gt;BLOG, T-Mobile 2, 20061020.pdf&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich wage gar nicht daran zu denken, um welchen hohen zweistelligen Prozentsatz T-Mobile die Telefongebühren senken könnte, wenn alle Kündiger statt zwei sich widersprechender Schreiben nur ein Einziges erhielten. Wenn Sie, lieber Herr H., dieses Sparpotential gehoben haben, denke ich gerne mal über einen Anschlussvertrag nach. Vorher nicht. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;u&gt;Nachtrag vom 27.10.2007:&lt;/u&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;T-Mobile hat inzwischen reagiert - und das schnell und professionell. Ich ziehe meinen Hut und sage Danke für diese Email:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a id=&quot;res_161&quot; href=&quot;http://wwww.ftd.de/blog/resserver.php?blogId=3&amp;amp;resource=Blog%2C%20Email%20von%20T-Mobile%2C%2020061027.JPG&quot; type=&quot;image/jpeg&quot;&gt;&lt;img style=&quot;5px; WIDTH: 404px; HEIGHT: 225px&quot; height=&quot;225&quot; src=&quot;http://wwww.ftd.de/blog/resserver.php?blogId=3&amp;amp;resource=Blog%2C%20Email%20von%20T-Mobile%2C%2020061027.JPG&amp;amp;mode=medium&quot; width=&quot;404&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p /&gt;&lt;p /&gt;&lt;br/&gt;</dc:description>
    <dc:subject>General</dc:subject>
    <dc:date>2006-10-20T15:36:50Z</dc:date>
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  <title>„Die Details Ihrer Inkompetenz interessieren mich nicht.“</title>
  <link>http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/457_die_details_ihrer_inkompetenz_interessieren_mich_nicht.html</link>
  <dc:description>&lt;p&gt;Falls Sie noch nicht in &lt;a href=&quot;http://www.devilwearspradamovie.com/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;„The Devil wears Prada“&lt;/a&gt; waren – gehen Sie hin. Meryl Streep als knochenharte Leuteschinderin – grandios! In einer der schönsten Szenen will ihre neue zweite Assistentin erklären, warum es völlig unmöglich war, einen Auftrag der Chefin auszuführen, aber die fährt ihr einfach über den Mund: „Die Details Ihrer Inkompetenz interessieren mich nicht.“ Großes Kino!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Faszinierend auch Emily Blunt als erste Assistentin, die nach oben buckelt und nach unten tritt, kratzt, beißt. „Wen hat die Personalabteilung uns denn da geschickt?“ als Begrüßung zur neuen Kollegin – sehr hübsch.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nicht dass Sie jetzt denken, bei der Financial Times Deutschland herrschten ähnliche Sitten oder ich persönlich würde solche Umgangsformen gutheißen oder gar pflegen. Ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Hier gedeiht geradezu eine Kuschelkultur. Aktuell haben wir das Projekt „Mehr Menschlichkeit im Betrieb“ ins Leben gerufen und unterstützen &lt;a href=&quot;http://www.hsv-forum.de/showthread.php?t=53043&quot;&gt;suizidale HSV-Fans&lt;/a&gt; bei der emotionalen Trauerarbeit nach 14 sieglosen Spielen in Folge, nehmen sie gegen gemeinen Hohn und Spott von hämischen Kollegen in Schutz.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zurück zum Film. Das einzig enttäuschende ist das Ende. Das Gutmenschentum siegt. Verlassen Sie das Kino einfach 10 Minuten vor Schluss, dann wird der Gesamteindruck durch nichts getrübt. Und wenn mir jetzt irgendein Filmheini erklären will, warum der Schluss so mau ist wie er nun mal ist, dann kann ich nur sagen: „Die Details Ihrer Inkompetenz interessieren mich nicht.“&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;</dc:description>
    <dc:subject>General</dc:subject>
    <dc:date>2006-10-18T18:02:55Z</dc:date>
    <dc:creator>Schimpf</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/451_volkseigenes_kombinat_airbus.html">
  <title>Volkseigenes Kombinat Airbus</title>
  <link>http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/451_volkseigenes_kombinat_airbus.html</link>
  <dc:description>Quizfrage: was gehört nicht zu den Aufgaben eines Staates? Wählen Sie unter a) Schulwesen; b) Landesverteidigung; c) Steuerpolitik oder vielleicht d) Flugzeugbau.&lt;p /&gt;&lt;p&gt;In der guten alten DDR hätte die politisch korrekte Antwort gelautet: das sind doch alles staatliche Aufgaben! Der eine oder andere hätte sogar noch vom ersten deutschen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/BB-152&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Passagierstrahlflugzeug&lt;/a&gt; erzählen können, das in Sachsen entwickelt wurde, dann aber leider 1959 bei einem Testflug abstürzte und nie gebaut wurde. Vielleicht Probleme mit der Verkabelung, man weiß es nicht. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nun leben wir ja im Jahre 2006 und die DDR ist Geschichte, der Kapitalismus hat auf ganzer Linie gesiegt. Doch noch immer lautet die politisch korrekte Antwort auf die Quizfrage: auch der Flugzeugbau gehört zu den elementaren Aufgaben des Staates. Jedenfalls in Deutschland und Frankreich. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie glauben das nicht? Der Staat baue ja auch keine Autos, Waschmaschinen oder Trockenhauben, sagen Sie? Mag sein. Flugzeuge aber eben doch. So scheint auch die Chefposition von Airbus vor allem ein politisches Amt zu sein. &lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/print-archiv/index.html?pagenum=9&amp;amp;day=10&amp;amp;month=10&amp;amp;year=2006&quot;&gt;„Konzernkennern zufolge konnte Enders die Airbus-Führung nicht bekommen, weil er bei der französischen Regierung für die Sanierungsschritte kaum die Zustimmung erhalten hätte.“&lt;/a&gt; &lt;font size=&quot;1&quot;&gt;(FTD vom 10.10.2006, Seite 9) &lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So wie damals der Generaldirektor des &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Volkseigenes_Kombinat&quot;&gt;Volkseigenen Kombinats Carl-Zeiss Jena&lt;/a&gt; das Plazet des Politbüros brauchte, braucht heute der Chef von Airbus den Segen der französischen Regierung. Weiter heißt es in der FTD von heute: &lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/print-archiv/index.html?pagenum=9&amp;amp;day=10&amp;amp;month=10&amp;amp;year=2006&quot;&gt;„Hinter dem jetzt bekannt gegebenen Wechsel sehen Unternehmenskenner auch einen Machtpoker um die Mitsprache des französischen Staates bei EADS und Airbus.“&lt;/a&gt; Bingo. Auch der alte Chef Streiff musste gehen bei Airbus, weil er der französischen Regierung nicht passte: &lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/print-archiv/index.html?pagenum=9&amp;amp;day=10&amp;amp;month=10&amp;amp;year=2006&quot;&gt;„Auch habe er sich gegenüber der französischen Politik undiplomatisch verhalten.“&lt;/a&gt; berichtet die FTD. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ob die aktuelle Krise bei Airbus auch auf die politischen Einflussnahmen zurückzuführen ist, wird man nicht beweisen können. Aber eine Menge spricht dafür. Nach Informationen der WELT steht der Boss der Hamburger Dependance Puttfarcken vor seiner Ablösung, &lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/120407.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;weil er zu den Verantwortlichen bei Airbus gehöre, die die Probleme seit längerem erkannt und dennoch verschwiegen hätten&lt;/a&gt;. Wenn das stimmt, erinnerte das fatal an die Methoden der Planwirtschaft – nach oben immer nur Erfolge melden, die tatsächliche Lage vor Ort schönfärben auf Teufel komm raus und sich darauf verlassen können, dass die Oberen auch gar nichts anderes als Jubelmeldungen hören wollen. Damals durften den „Wirtschaftslenker“ der DDR &lt;a href=&quot;http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/BiographieMittagGuenter_photoMittagGuenterPortrait/index.html&quot;&gt;Günter Mittag&lt;/a&gt; nur gute Zahlen erreichen, heute eben die französische Regierung. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn jetzt schon alles und jedes bei Airbus auf den Prüfstand soll, müsste vor allem das Grundübel ausgemerzt werden. Ein Staat ist nicht dazu da, Flugzeuge zu bauen und eine Regierung nicht dazu, die Chefs von Wirtschaftsunternehmen zu bestimmen. Aber an dieses Problem traut sich natürlich mal wieder keiner ran – statt dessen streicht man lieber erst mal großzügig Stellen „&lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/120407.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;in der Verwaltung&lt;/a&gt;.“&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;</dc:description>
    <dc:subject>General</dc:subject>
    <dc:date>2006-10-10T20:05:38Z</dc:date>
    <dc:creator>Schimpf</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/450_wenn_moralisten_ein_auge_zudruecken.html">
  <title>Wenn Moralisten ein Auge zudrücken</title>
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  <dc:description>&lt;p&gt;&lt;font face=&quot;Arial&quot; size=&quot;2&quot;&gt;&lt;span style=&quot;FONT-SIZE: 10pt; FONT-FAMILY: Arial&quot;&gt;Immer wieder faszinierend, die Doppelmoral der Moralisten. Da lässt der Ex-KGB-Spion Wladimir Putin, laut Gerhard Schröder immerhin der Chef einer „lupenreinen Demokratie“, die in Russland lebenden Georgier mit übel rassistischen Methoden erfassen und teilweise deportieren. Und ich warte immer noch auf den Aufschrei des Establishments. Wo sind all die Menschenrechtler, die sonst immer mit guten „Ratschlägen“ für Israel zur Stelle sind, wenn es auf der Suche nach arabischen Terroristen ist? Wann kommt der „Brennpunkt“ nach der Tagesschau? Wo bleibt das hysterische Geschrei auf Spiegel-Online? Was sagt Hans Leyendecker dazu? Wann referiert Gerd Ruge bei Frau Christiansen? Warum rufen Volker Beck und Ulrich Wickert nicht dazu auf, seinen Protest durch Verzicht auf russischen Kaviar zu demonstrieren? Warum heuchelt Claudia Roth keine „Betroffenheit“ und mahnt zum Gewaltverzicht? Wann fordern Nils Annen und Krista Sager, dass sich die UNO damit beschäftigen muss? Die Herrschaften würden doch auch das ganze Arsenal von Presse-, Besinnungs- und Rotweingeschützen auffahren, wenn beispielsweise Frankreich eine ähnlich rassistische Erfassungs- und Deportationsaktion gegen Algerier anlaufen lassen würde. &lt;/span&gt;&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font face=&quot;Arial&quot; size=&quot;2&quot;&gt;&lt;span style=&quot;FONT-SIZE: 10pt; FONT-FAMILY: Arial&quot;&gt;Putin im Glück. Mit sozialistischer Historie hat man da einfach einen anderen Spielraum.&lt;/span&gt;&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;</dc:description>
    <dc:subject>General</dc:subject>
    <dc:date>2006-10-09T18:40:49Z</dc:date>
    <dc:creator>Frenzel</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://www.ftd.de/blog/3_kapitalist/archive/448_achtung_alter_sack.html">
  <title>Achtung! Alter Sack!</title>
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  <dc:description>&lt;p&gt;Ich werde alt. Dafür kann ich natürlich nichts und seit ich drei bin, weiß ich an sich auch, dass ich jedes Jahr eine Kerze mehr auf dem Geburtstagkuchen auspusten muss. Wie gesagt, an sich weiß ich das. Rein rational ist mir meine eigene Vergänglichkeit absolut klar. Aber die meiste Zeit verdränge ich erfolgreich die banale Erkenntnis, dass auch mein Leben endlich ist. Bis sie einen dann brutalstmöglich einholt und mir gerade volljährig gewordene Schülerinnen gnadenlos offen bescheinigen, ein Leben weit jenseits des Verfallsdatums zu fristen. Letzte Woche kam es jedenfalls knüppeldick. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Die 50%ige FTD-Mutter &lt;a href=&quot;http://www.guj.de/&quot;&gt;Gruner + Jahr&lt;/a&gt; &lt;span&gt;&lt;/span&gt;sucht gerade Azubis für den Beruf des Medienkaufmannes. Genauer gesagt den der Medienkauffrau, weil die schriftlichen Bewerbungen der wenigen männlichen Bewerber oft auch noch so spektakulär schlecht sind, dass sich eine Einladung zum Assessment Center verbietet. Meistens sind es also junge Frauen, die kurz vor dem Abitur stehen, die in die letzte Runde kommen.&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Dort müssen die Kandidatinnen eine Aufgabe lösen, in der sie die Zielgruppe einer fiktiven Zeitschrift herausfinden sollen. Eine aufgeweckte 19-jährige erklärt mit sanfter Stimme, die Zeitschrift richte sich &amp;quot;an ältere Leser.&amp;quot; Ein masochistischer Trieb lässt mich nachfragen: &amp;quot;Wie alt sind denn ältere Leser?&amp;quot; Die 19-jährige strahlt und erwidert: &amp;quot;Na, ab 30 Jahre würde ich sagen.&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Toll! Vielen Dank! Seit mehr als 7 Jahren also gehöre ich schon zu den Älteren. Ich bin nicht nur schon älter, sondern schon Asbach. Kurz vor der Gruft. 30 oder 60 - egal, dieselbe Generation. Vielleicht aber war ich besonders empfindlich, weil mir nur einen Tag zuvor von den Angestellten eines Fitnessstudios ähnlich feinfühlig klar gemacht worden war, dass ich nicht mehr jung bin.&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Jeden Donnerstagabend kicken die Schreibtischtäter und Bürohengste der FTD beim Betriebssport gegen den Ball - und nachdem meine Mannschaft drei Mal hintereinander wegen meiner miserablen Kondition verloren hatte, beschloss ich, nun doch endlich Mitglied eines Fitnessstudios zu werden.&amp;quot;Hallo, ich bin die Andrea.&amp;quot; begrüßte mich die Mitarbeiterin der Hamburger &lt;a href=&quot;http://www.kaifu-lodge.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;KaiFu-Lodge&lt;/a&gt;.&amp;quot;Hi, ich bin Adrian.&amp;quot; duzte ich sofort total locker und flippig zurück. Keine 120 Sekunden später allerdings hatte Andrea instinktiv zum &amp;quot;Sie&amp;quot; gewechselt. &amp;quot;Waren Sie schon mal im Fitnessstudio?&amp;quot; wollte sie in einem fürsorglichen Tonfall wissen, der deutlich machte, dass Andrea das für ziemlich ausgeschlossen hielt - und blieb fortan beim Sie. Ich komme offenbar bereits so gesetzt rüber, dass selbst die Firmenphilosophie der KaiFu-Lodge, jeden Kunden zwangszuduzen, bei mir intuitiv über Bord geworfen wird. Als hätte ich einen Stempel &amp;quot;Achtung! Alter Sack!&amp;quot; auf der Stirn. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Ich tröste mich damit, dass es für einen Justitiar und Personalchef wie mich nicht das schlechteste ist, wenn die Leute einen für alt und steif halten. In beiden Funktionen sieht man tatsächlich besser nicht so aus, als sei man gerade zum &lt;a href=&quot;http://www.bravo.de/online/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;BRAVO&lt;/a&gt;-Boy des Monats gewählt worden. Außerdem fange ich an, mich subtil zu rächen. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Wenn die jungen Leute mich schon für einen zauseligen Opa halten, darf ich mich wenigstens auch wie einer benehmen. &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/Rub501F42F1AA064C4CB17DF1C38AC00196/Doc~E537E0E25251441128284B0F44C598CDF~ATpl~Ecommon~Scontent.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Der über 80-jährige Queen-Gemahl Prinz Philip macht es einem vor - jeder noch so unverschämte Unsinn, den er verzapft, geht als Altersweisheit durch.&lt;/a&gt; Legendär ist seine Warnung bei einem Staatsbesuch in China an einen britischen Studenten: &amp;quot;Wenn Du noch länger hier bleibst, bekommst Du Schlitzaugen!&amp;quot; Oder sein Dialog mit einem Bauarbeiter, den er nach dessen Karrierechancen befragte: &amp;quot;Ach, da muss schon mein Chef sterben, bevor ich dessen Posten bekomme.&amp;quot; antwortete der Arbeiter. &amp;quot;Genau wie bei mir.&amp;quot; entgegnete der Prinz. Respektlosigkeiten dieser Art kann man sich eben eher leisten, wenn man schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Immerhin etwas. &lt;/p&gt;&lt;br/&gt;</dc:description>
    <dc:subject>General</dc:subject>
    <dc:date>2006-10-08T21:06:21Z</dc:date>
    <dc:creator>Schimpf</dc:creator>
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