Niemand kann diese Freude verstehen, der nicht vielleicht schon vor einem eingepflanzten Ahornsamen gesessen hat und gewartet hat, bis sich ein grüner Keim aus dem Erdreich reckt.
Denn dem zu harren, dass ein Baby sich endlich entschließt, den Hintern in die Höhe zu strecken, sich hoch zu stemmen und dann den Oberkörper nach vorne zu schieben - was ja die Vorstufe zum Krabbeln ist - ist so ähnlich, als sitze man vor einem Dreifingerfaultier und warte, bis es sich regt.
Als starre man in den Himmel, bis man eine Sternschnuppe entdeckt.
Als erwarte man den Aufschwung in Deutschland...
...oder die Ankunft des Messias....
Man hat jedenfalls unendlich viel Zeit, sich passende Vergleiche zu überlegen.
So lange, wie zuzusehen, wie ein Stalagmit mit einem Stalaktiten zusammenwächst.
So lange wie es braucht, bis der Nordkaper-Wal ausstorben ist.
So lange wie es dauert, bis ein Windows-XP-Rechner tatsächlich aus ist, nachdem man "Herunterfahren" angeklickt hat.
Sehr, sehr,sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr lange eben.Und was muss man derweil nicht alles ertragen: Freundinnen der Freundin, die die Fortschritte ihrer Babys per SMS durch die Gegend funken. Kollegen, die während der Mittagspause so eben mal in die Suppe fallen lassen, dass ihre kleine Frida ja schon so mit fünf Monaten gerobbt sei, mit sechs gekrabbelt habe, und nun schon.... Ärzte, die konstatieren, man habe ihnen, motorisch gesehen, kein Wunderkind auf den Behandlungstisch gelegt.
Nun ist alles gut, ich kann wieder hoffen,
dass es nicht verfrüht, war, das Kind zum Berlin-Marathon im September anzumelden. Und was die motorischen
Fähigkeiten betrifft: Einer der ersten Wege, die Lotta robbend zurücklegte, war
der zu meinem Laptop, das auf dem Boden stand. Dort baute sie eine Taste aus.
Ich wußte gar nicht, dass das geht.





