Was gibt es nicht alles für schöne Mädchennamen: Marie, hatten wir überlegt, sei doch sehr hübsch. Irgendwie sanft und lieblich - und trotzdem so einfach. Dann bekam ich zufällig eine Bildzeitung in die Hand und mein Blick fiel zufällig auf die Zeile: "Marie ist beliebtester Mädchenname in Brandenburg".
Dort wo die Mädchen einst
Mandy hießen sollen sie jetzt Marie heißen?, fuhr es mir durch den Kopf. Soll
mein Kind eine Mandy des 21. Jahrhunderts werden? Aber nicht nur in
Brandenburg, auch in Hamburg , ja sogar im
Sachsen-Anhaltischen Merseburg wimmelt es von
kleinen Marien-Erscheinungen. Marie, musste ich lernen, ist der beliebteste
Namen Deutschlands.
Damit wurde einerseits deutlich,
dass ich ein klassischer Deutscher bin. Andererseits war damit klar, dass Marie
doch kein so toller Name ist. (Wir konnten ja noch nicht wissen, dass ein allzu
lieblicher und sanfter Name für Lotta ohnehin nicht soooo passend gewesen
wäre).
"Lotta..." sagen die Leute, wenn sie den Namen hören: " ...gibt es
nicht bei Astrid Lindgrens ,Kindern aus der Krachmacherstraße' eine kleine Lotta?" Der Gedanke
als Vater angesehen zu werden, der seine Kinder nach Astrid Lindgren-Figuren
benennt, gefällt mir bestens. Einzig störend ist, dass manche Leute "Lothar" verstehen und fragen, warum ich meinen Sohn rosa Söckchen anziehe.
Ich verzeihe den Redakteuren. Ich werde mich mit der Tatsache anfreunden
müssen, dass Lotta bald ein beliebter Name unter ProSieben-Zuschauern wird. Und
da es auch ProSieben-Konsumenten gibt, die nach dem Fernsehen Liebe machen,
könnte es in den Kitas bald nur so schwirren vor kleinen Lottas.





