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FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND
21. November 2009 07:23 Uhr

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Lothar in love

Prüfer | 20. März 2006 12:04 Uhr

Was gibt es nicht alles für schöne Mädchennamen: Marie, hatten wir überlegt, sei doch sehr hübsch. Irgendwie sanft und lieblich - und trotzdem so einfach. Dann bekam ich zufällig eine Bildzeitung in die Hand und mein Blick fiel zufällig auf die Zeile: "Marie ist beliebtester Mädchenname in Brandenburg".


Dort wo die Mädchen einst Mandy hießen sollen sie jetzt Marie heißen?, fuhr es mir durch den Kopf. Soll mein Kind eine Mandy des 21. Jahrhunderts werden? Aber nicht nur in Brandenburg, auch in Hamburg , ja sogar im Sachsen-Anhaltischen Merseburg wimmelt es von kleinen Marien-Erscheinungen. Marie, musste ich lernen, ist der beliebteste Namen Deutschlands.

Damit wurde einerseits deutlich, dass ich ein klassischer Deutscher bin. Andererseits war damit klar, dass Marie doch kein so toller Name ist. (Wir konnten ja noch nicht wissen, dass ein allzu lieblicher und sanfter Name für Lotta ohnehin nicht soooo passend gewesen wäre).

Lotta nahm also bei der Geburt dankbar ihren jetzigen Namen entgegen. Er ist auf der aktuellen Babynamenliste nicht einmal unter den Top 100.

"Lotta..." sagen die Leute, wenn sie den Namen hören: " ...gibt es nicht bei Astrid Lindgrens ,Kindern aus der Krachmacherstraße' eine kleine Lotta?" Der Gedanke als Vater angesehen zu werden, der seine Kinder nach Astrid Lindgren-Figuren benennt, gefällt mir bestens. Einzig störend ist, dass manche Leute "Lothar" verstehen und fragen, warum ich meinen Sohn rosa Söckchen anziehe.

Nun also muss ich erfahren, dass es eine neue Telenovela auf ProSieben gibt: "Lotta in Love"

Ach, weh.... Ich kann die koksnasigen ProSieben-Redakteure förmlich vor mir sehen, wie sie verzweifelt einen einen kurzen Mädchennamen suchten, der sich auf "Love" stabreimem lässt. "Laura? Neee...Lilly? Auch nicht... Louisa? Ach nööö...", werden sie gebrainstormt haben - und dann warf jemand keck "Lotta!"in die Runde. Das fanden alle super. Schließlich hat auch keiner von Ihnen eine Lotta zu Hause. Höchstens eine Marie.

Ich verzeihe den Redakteuren. Ich werde mich mit der Tatsache anfreunden müssen, dass Lotta bald ein beliebter Name unter ProSieben-Zuschauern wird. Und da es auch ProSieben-Konsumenten gibt, die nach dem Fernsehen Liebe machen, könnte es in den Kitas bald nur so schwirren vor kleinen Lottas.

Schlimmer ist, dass die Leute künftig sagen werden: "Lotta...gibt es da nicht diese Fernsehserie?" Und sich insgeheim denken werden: "Was ist das für ein Vater, der sein Kind nach einer Telenovela benennt?.

Ich könnte natürlich hoffen, dass Lotta in Love ein Fehlschlag wird, dass die Serie absesetzt wird, noch bevor die Hauptdarstellerin ihre Brille gegen Kontaktlinsen eingetaucht hat.

Aber als Vater zu gelten, der sein Kind nach einer gescheiterten Telenovela benennt, ist auch nicht besser.

Kommentare

Kopf hoch...

nicht verzagen. Lottas Eltern haben bei der Namensgebung - wenn's nun unbedingt einer Begründung bzw. eines Herkunftsnachweises bedarf - natürlich nur an Led Zeppelin gedacht: "whole LOTTA love" - die Tele-no-wella-Futzies brauchen viele zu lange um diesen Herkunftsnachweis zu verstehen - bis dahin sind Sie den Fragern locker entwischt!

ma

MarkusSchweizer | 21. März 2006 17:01 Uhr


Lotta ist doch Rosie...

und doch nicht Marie.....

AC/DC "Whole Lotta Rosie"

Astrid *vatiwolltesieMercedesnennen*

AstridKroos | 23. März 2006 23:17 Uhr




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