Eine Gastroenteritis wirft mich um und kaum stehe ich wieder auf, legt sich mir ein Husten um den Hals. Und Lotta? lacht. Natürlich bin ich dankbar für jedes Bakterium, das nicht meine Tochter befällt, sondern sich lieber am Erzeuger abarbeitet.
Wahrscheinlich sitzen die kleinen Erreger auf der Nasenspitze von
Lotta und entschließen sich einfach, mich anzufallen anstatt des Kindes. Wohl
weil ein alterndes Vatertier für so eine Bakterien-Bande einfacher niederzuringen
ist als ein energisches Krabbelkind (genau, Lotta krabbelt nämlich jetzt, wenn
auch erst rückwärts).
Man muss nur wissen: Es gibt einen
essentiellen Unterschied zwischen kranken Kindern und kranken Vätern. Kranke Kinder
bekommen warmen Tee und Zwieback und dürfen Fernsehen gucken, soviel sie
wollen. Kranke Väter sind Aussätzige. Schon eine einfache Erkältung genügt,
damit Kollegen sich Tücher vor den Mund legen und schreien: „Bleib fort“ oder „Avete
Satanas!“. Als kranker Vater darf man sich in ein Loch verkriechen und erst
wieder herauskommen, wenn man keine Infektionsrisiko mehr darstellt. Ich bin
gespannt, wie meine Kollegen reagieren, wenn Lotta Röteln und Mumps mitbringt. Die
hatte ich nämlich noch nicht.




