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<title>Lost in Language</title> 
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 <title>Gestendschungel</title> 
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 <summary type="text/plain">  Wer hat den Film &amp;quot;Inglourious Basterds&amp;quot; von Quentin Tarantino gesehen? Man könnte schon eine Menge dazu schreiben, mich interessiert jedoch die Szene, in der Lt. Hicox mit drei Fingern ...</summary> 
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 &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wer hat den Film &amp;quot;Inglourious Basterds&amp;quot; von Quentin Tarantino gesehen? Man könnte schon eine Menge dazu schreiben, mich interessiert jedoch die Szene, in der Lt. Hicox mit drei Fingern statt zwei Fingern und einem Daumen drei Getränke bestellt. Briten und Deutsche zählen anders mit den Fingern. Dieser Blog heißt zwar &amp;quot;lost in language&amp;quot;, aber heute bin ich ziemlich lost in Gestik. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;&lt;span style=&quot;FONT-SIZE: 12pt; LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: &quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;font size=&quot;2&quot;&gt;Fangen wir mit was Leichtem an. Wenn ein Deutscher die Hand vor seinem Gesicht hin- und herbewegt, ist klar, dass etwas oder jemand bescheuert war. Besser gesagt, es wird einem deutschsprachigen Engländer aus dem Zusammenhang oder durch den Gesichtsausdruck klar. Bedient man sich so einer Geste auf der Insel, werden die meisten behaupten, der Gestikulierende gehörte selbst ins Irrenhaus. Bei uns gibt es zwei Möglichkeiten, diesen Eindruck mitzuteilen: Die erste wäre, die Unterlippe mit der Zunge hervorzudrücken, die Augenbrauen hochzuziehen (als ob man etwas gar nicht fassen kann), die Nase zu rümpfen und dabei vielleicht ein &amp;quot;nnn&amp;quot; rauszulassen. Das würde dann heißen, dass man selber einen dummen Fehler begangen hat oder dass das Gegenüber eine doofe Äußerung hervorgebracht beziehungsweise Blödsinn gemacht hat. Diese Geste ist aber eher kindisch. Um die zweite Geste erfolgreich durchzuziehen, dreht man den Zeigefinger an der Schläfe, als drehe man eine Schraube fest. Denn man schraubt tatsächlich am Gehirn: Wir gestikulieren einfach die Redewendung &amp;quot;to have a screw loose&amp;quot; - eine Schraube locker haben. &lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font size=&quot;2&quot;&gt;Als ich hierhergezogen bin, hat mich dieses typisch deutsche Unterlidherunterziehen ziemlich irritiert. Mittlerweile glaube ich, dass man so etwas macht, um dem anderen zu zeigen, dass man ihm nicht glaubt oder dass man ihn im Auge behalten wird. Es kam mir damals ein bisschen so vor, als ob der Deutsche auf komische Art und Weise versucht, einen Fremdkörper aus dem Auge zu entfernen. Es ist also klar, dass wir uns anders ausdrücken. Wir streicheln uns das Kinn. Klingt das nicht komisch? In Wirklichkeit wollen wir einen imaginären Bart anfassen. Das klingt aber immer noch seltsam, oder? &lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font size=&quot;2&quot;&gt;Hier die Erklärung: Im englischen Märchen &amp;quot;Die drei kleinen Schweinchen&amp;quot; sagen die Schweinchen dem Wolf, als sie ihn nicht ins Haus reinlassen wollen: &amp;quot;Not by the hair of my chinny chin chin&amp;quot;. Haben Schweine eigentlich Haare am Kinn? Das weiß ich leider nicht. Egal, in der Märchenwelt darf man so etwas sagen. Die deutsche Übersetzung ist nicht so mitreißend: &amp;quot;Ich lass dich nicht ins Haus herein.&amp;quot; Wenn wir uns also das Kinn streicheln, denken wir uns: &amp;quot;Nee, mich kannst du nicht so einfach täuschen.&amp;quot; &lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font size=&quot;2&quot;&gt;Drücken Sie jemandem die Daumen? Na ja, für einen nicht Eingeweihten sieht das eher aus, als ob man einen etwas Langsameren bei einem Wettkampf anfeuert. Wir kreuzen die Finger. Vor Äonen vertrieb man böse Hexen mit gekreuzten Fingern, daher kommt es. Wenn wir das offen zeigen, meinen wir, dass wir viel Glück wünschen. Wenn wir die Geste hinter dem Rücken machen, halten wir unser Versprechen nicht (aber da sind wir uns alle einig). Sollten wir ein Geheimnis nicht verraten, aber dem anderen Bescheid geben wollen, dass wir etwas wissen, dann tippen wir mit dem Zeigefinger leicht an den Nasenflügel. &lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;font size=&quot;2&quot;&gt;Womit ich bisher am allerwenigsten anfangen konnte, ist diese komische Bewegung mit den beiden Zeigefingern: Der linke Zeigerfinger zeigt nach vorne und der rechte wird entlang gerieben (der begeleitende Gesichtsausdruck ist gemein). Ätschi-Bätschi. Ich war mit Freunden in einem Café und hatte eine heiße Schokolade bestellt. Ich glaube, die anderen hatten entweder Bier oder Kaffee bestellt, aber das spielt keine Rolle. Dann wurde die oben genannte Geste gemacht. Ich konnte nichts damit anfangen. Eine Freundin hat meinen verwirrten Blick bemerkt und mir weitergeholfen: &amp;quot;Er findet einfach, du hast das Falsche bestellt.&amp;quot; Na toll, dann hat die Schokolade mir auch nicht mehr geschmeckt. Ich kenne nur einen &amp;quot;Fingerzeig&amp;quot;, der in dem Fall passend ist, und der wird überall verstanden. &lt;/font&gt;&lt;/p&gt;&lt;/span&gt; 
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 <title>Versuch und Irrtum</title> 
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 <summary type="text/plain">  God shave our gracious Queen,     Long live our noble Queen,     God shave the Queen    Send her victorious    Happy and glorious     Long to reign over us,     God shave the Queen.     So singt ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Nicholls</name> 
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 <email>nicholls.victoria@guj.de</email> 
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 &lt;p&gt;&lt;strong&gt;God shave our gracious Queen, &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Long live our noble Queen, &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;God shave the Queen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Send her victorious&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Happy and glorious &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Long to reign over us, &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;God shave the Queen. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;So singt man&#039;s doch, meinte eine Kollegin. Dass ich es geschafft habe, das Zucken der Lachmuskeln unter Kontrolle zu halten und keine Miene zu verziehen, ist die Erfolgsgeschichte des Jahrzehnts. Nichtsdestotrotz hatte sie halbwegs recht: Nur Gott bekäme die Erlaubnis, unsere Königin zu rasieren. Obwohl Tony Blair vielleicht auch den Mut fände, wenn es ihn weiterbringen würde. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Einige Fehler sind lustig. Wenn man eine Fremdsprache lernt, ist das eine Tatsache, die sich nicht vermeiden lässt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich habe auch einige schöne Fehler begangen. Einmal habe ich einen Freund gefragt, ob er sich einen Umzug zum Abi-Ball angezogen hat. Einem anderen habe ich erzählt, dass man nach einem Rezept von Nigella Lawson - britische Köchin, die dafür bekannt ist, &amp;quot;unabsichtlich&amp;quot; auf erotische Weise zu kochen -  indisches Naanbrot als Pizzateich nutzen kann. Naanbrot kann er beim Indianer kaufen, meinte ich. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich habe auch mal (eigentlich mehrmals) angekündigt, dass ich zu viele Süßigkeiten gegessen hätte und nun etwas Ernsthaftes zum Essen bräuchte. Ich stehe dazu, dass es dafür doch einen wohlüberlegten Grund geben muss, wenn man auf Süßigkeiten verzichtet. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Einer Italienerin, die seit einigen Jahren in Deutschland studiert, ist ein herrlicher Fehler unterlaufen, als sie einen spanischen Mitbewohner hatte. Da italienische und spanische Wörter viele gemeinsame Wurzeln haben, haben die beiden miteinander auf Spanisch kommuniziert. Nur weil Wörter einander nah sind, heißt es natürlich nicht immer, dass sie die gleiche Bedeutung haben. In der gemeinsamen Küche hat der spanische Mitbewohner eines Abends mitgeteilt, er müsse sofort aufräumen, weil sein Zimmer aussähe, als habe eine Bombe eingeschlagen. Die Italienerin wollte ihn mit einem &amp;quot;Mach dir keine Sorgen, du hast mein Zimmer nicht gesehen&amp;quot; beruhigen. Was sie tatsächlich sagte, war: &amp;quot;Du warst noch nie in meinem Bett.&amp;quot; Daraufhin hat er mit einem Augenzwinkern reagiert. Verständlich - sie ist sehr hübsch. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Obwohl ich mich mittlerweile ziemlich gut eingelebt habe, bin ich mir immer noch nicht sicher, wer das Wort &amp;quot;geil&amp;quot; äußern darf. Umgangssprachlich hört man es an jeder Ecke. Jedoch sind die Wurzeln des Wortes nicht ganz so salonfähig. Ich selbst benutze das Wort nie. Ich habe Angst davor. Es ist mir unangenehm und ruft Erinnerungen aus der Kindheit hervor: Damals dachte ich, dass das englische Wort &amp;quot;twat&amp;quot; &amp;quot;idiot&amp;quot; bedeutet. Mit einem strengen Blick hat meine Mutter mich gefragt, ob ich die genaue Bedeutung kenne. Ich lag falsch und musste mir von ihr erklären lassen, dass es eine Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan ist. Das Wort nehme ich nicht mehr in den Mund. Vielleicht bin ich einfach eine prüde Engländerin. Dennoch ist es ganz wichtig, einen Unterschied hervorzuheben. Die umgangssprachliche Variante von &amp;quot;geil&amp;quot; wäre so etwas wie &amp;quot;cool&amp;quot; &amp;quot;awesome&amp;quot; oder &amp;quot;wicked&amp;quot; bei uns. Sagen Sie einem englischen Mädchen, dass Sie auf eine &amp;quot;horny electro party&amp;quot; gehen wollen, stellt sie sich nicht unbedingt einen Abend mit &amp;quot;cooler&amp;quot; Musik vor. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Übrigens schauen Sie doch mal nach, wovon sich das Wort &amp;quot;Palatschinken&amp;quot; ableitet. Ich glaube nicht, dass Sie dann noch Appetit haben werden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Bratkartoffeln&amp;quot; schreibt sich &amp;quot;fried potatoes.&amp;quot; Unter &amp;quot;fright potatoes&amp;quot; versteht man etwas ganz anderes. Zittern die Kartoffeln aus Angst auf dem Teller? Oder möchte man sie nicht essen, weil sie Furcht einjagen? Einen Schiedsrichter &amp;quot;refugee&amp;quot; zu nennen, ist auch nicht besonders nett, nur so als Hinweis. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was mich aber bis jetzt am meisten gestört hat, ist dieser Satz: &amp;quot;I don&#039;t load music from the internet down.&amp;quot; Wie kann es sein, dass ein englisches Wort, das eingedeutscht wurde, auf Englisch mit deutschem Satzbau wieder rauskommt? Schrecklich. So ein Fehler wird dort geboren, wo die lustigen Fehler sich zum Sterben hin zurückziehen.  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;In diesem Sinne gehen Sie hin, erobern Sie neues Terrain, und begehen Sie fantastische Fehler. Es bereichert das Leben, das Lernen und meinen Tag. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt; 
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 <title>Die sieben Todsünden und deutsche Männer</title> 
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 <summary type="text/plain"> Perfekte Leute sind ziemlich langweilig.   Diesen Eintrag widme ich den besten Männern (weil sie von meinen Sünden betroffen sind) und schrecklichsten Männern (weil das Gegenteil der Fall ist), ...</summary> 
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 <name>Nicholls</name> 
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 <email>nicholls.victoria@guj.de</email> 
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 &lt;strong&gt;Perfekte Leute sind ziemlich langweilig.&lt;/strong&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Diesen Eintrag widme ich den besten Männern (weil sie von meinen Sünden betroffen sind) und schrecklichsten Männern (weil das Gegenteil der Fall ist), die ich hier in Deutschland kennengelernt habe. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Hochmut&lt;/strong&gt; (Stolz, Arroganz und Eitelkeit) ist ein großes Problem für viele deutsche Männer. Geht eine Frau aus, kommt sie sich - ganz unbeabsichtigt - oft so vor, als sei sie ein Angebotshappen auf einem Fleischmarkt: Es ist nicht unsere Schuld, dass wir weibliche Rundungen haben. Ständig angesprochen, angefasst und belästigt zu werden macht keinen Spaß, das können Sie mir glauben. Selbst wenn frau ein Schild um den Hals tragen würde, auf dem &amp;quot;Zieh Leine&amp;quot; steht, könnte das die Machos nicht abhalten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Demut soll das positive Gegenteil sein. Das negative wäre, sich kleiner zu machen, damit frau sich hinter einem starken Retter verstecken kann. So einen Ritter ohne Furcht und Tadel habe ich: einen Freund, der einmal einen ganzen Abend lang in unbequemer Haltung auf seinem Stuhl saß, damit ich nicht von bösen Blicken verschlungen werde. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bis mich so ein böser Blick tötet oder mich zu Stein erstarren lässt, würde ich alles für diesen Freund tun. Ich würde ihm sogar dabei helfen, eine Leiche zu entsorgen. Falls er je für Hochmut büßen muss - also aufs Rad geflochten werden soll - (was mich ziemlich wundern würde), wäre ich bereit, mich für ihn zu opfern. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Habgier &lt;/strong&gt;(Avaritia, Geiz) - Beim ersten Date ist das so ziemlich die schlimmste Sünde. Bestellen Sie nicht das Billigste auf der Karte. Lassen Sie wenigstens ein bisschen Trinkgeld liegen. Sie müssen kein Einstein sein: Die Regeln sind nicht besonders schwierig.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Grönemeyer zufolge können Sie es viel besser: &amp;quot;Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit.&amp;quot; Keine Frau steht morgens auf und denkt sich: &amp;quot;Nee, heute ist nicht wirklich der Tag, von einem Mann beeindruckt zu werden. Ich will lieber von seinem Geiz enttäuscht werden.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Interessant ist auch, dass &amp;quot;Ehrgeiz&amp;quot; vom Wort &amp;quot;Geiz&amp;quot; abgeleitet ist. Hier kann Grönemeyer noch mehr beisteuern (er ist eben ein weiser Mann): &amp;quot;Ohh, Männer sind einsame Streiter, müssen durch jede Wand, müssen immer weiter.&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Fettes Brot&amp;quot; hält dagegen: &amp;quot;Erklimmt ein Mann nicht die Leiter der Karriere, das wäre eine schwere Schwächung seiner Ehre. Muck auf und spuck auf den gesellschaftlichen Druck. Wenn du willst, dann bleib zuhause, wie die Stubenfliege Puck.&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vielleicht bin ich ja etwas anspruchsvoll, aber Stubenfliegen liegen mir nicht. &amp;quot;Ehrgeiz&amp;quot; bedeutet im Englischen &amp;quot;Ambition&amp;quot;, das hat nichts mit Sünde zu tun. Ansonsten wäre die Strafe nämlich, in Öl gekocht zu werden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wolllust&lt;/strong&gt; - Bezieht sich doch nicht auf uns, oder? &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Letztes Jahr berichtete die seriöse britische Zeitung &amp;quot;The Telegraph&amp;quot;, dass eine Umfrage unter 15.000 Frauen folgendes Urteil ergeben hat: Deutsche Männer sind die schlechtesten Liebhaber (zu stinkig). Den ersten Platz verfehlten die Engländer nur knapp. Sie seien nämlich zu faul in der Kiste. Wenn so etwas stimmt, frage ich mich, wieso viele Leute es trotzdem schaffen, alles zu begatten, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. (Heißt bei uns übrigens &amp;quot;chase anything in a skirt&amp;quot; - allem hinterherrennen, was einen Rock anhat).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich bin mir ganz sicher, dass mindestens die Hälfte derartiger Probleme auf Jägermeister zurückzuführen sind. Wenn der Teufel (uns alle) in der Hölle mit Feuer und Schwefel vernichtet (ja, haben wir angesichts der Sünde verdient), schaut er sich das Spektakel bestimmt mit einem extra großen Glas dieses ekligen Schnapses an. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;An meine Lieblingsmistbauer: Ich bin froh, dass es Euch gibt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Völlerei&lt;/strong&gt; - Selbstbeherrschung macht überhaupt keinen Spaß. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ben &amp;amp; Jerry&#039;s, die italienische Küche, Sushi, Buletten und deutscher Kuchen wurden alle nur erfunden, damit wir in die Hölle kommen. Dafür war&#039;s aber ein köstliches Leben. Tunkte man dort unten Ratten, Kröten und Schlangen in ein Milka-Fondue, würde ich sie gern essen. Komisch, dass man Männer auch als Ratten, Kröten und Schlangen beschimpfen könnte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mit Alkohol kann man es natürlich auch übertreiben. Laut Homer Simpson (Quelle der ewigen Wahrheit) ist Alkohol &amp;quot;die Ursache und die Lösung aller Lebensprobleme&amp;quot;. Wenn Sorgen gute Schwimmer sind, wie Robert Musil schreibt, muss man wohl ein gutes Tempo vorlegen können. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Neid &lt;/strong&gt;- (Missgunst, Eifersucht, wenn fremdes Glück das eigene Unglück ist) &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Hallo, mein Schatz, ich liebe dich,&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Du bist die Einzige für mich&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Anderen find ich alle doof,&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Deswegen mach ich dir den Hof&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Woraus entsteht denn bitte die Eifersucht?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie viele Menschen kennen Sie, die nach einer schmerzhaften Trennung sagen würden &amp;quot;Ich hoffe ganz ehrlich, der andere findet eine neue Liebe und wird für immer und ewig glücklich&amp;quot;? Keinen einzigen. Es ist ein Wettbewerb, bei dem das Motto lautet: &amp;quot;Wer von uns stirbt unglücklich und allein?&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vielleicht gibt es doch gute Seelen, die darüber hinwegkommen. Ich bin eher der Meinung, dass wir alle manchmal Grün sehen (und nicht die Farbe der Hoffnung!). Dafür sollte man sich auch nicht bestrafen. Solange man den anderen noch ohne Voodoo-Puppe und innerhalb der eigenen vier Wänden verflucht, fände ich dafür in gefrorenes Wasser versenkt zu werden als Strafe absolut überzogen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zorn&lt;/strong&gt;: Kein Kommentar. Die Strafe? Bei lebendigem Leib zerstückelt werden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Trägheit &lt;/strong&gt;- (Faulheit) ist genau das, was geschieht, wenn man nicht am Ball bleibt, und dadurch eine Abfahrt in der Beziehung verpasst. Einer meiner Freunde ist so schlau, dass er sich nie fangen lässt, aber nebenbei auch total charmant wirkt. Das muss man schon bewundern. Ich hoffe, er bleibt so, wie er ist. Ich will ihn nicht wirklich aus einer Schlangengrube befreien müssen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Außerdem ist Trägheit das, was nie während eines Dates passieren sollte. Wenn man die Holde um ein wenig ihrer wertvollen Zeit gebeten hat, sollte er NIE ein &amp;quot;Was wollen wir denn machen&amp;quot; loslassen. Strengen Sie sich an, oder fragen Sie lieber nicht. So einen Typen werfe ich höchstpersönlich den Schlangen zum Fraß vor. Der Teufel muss keinen Finger rühren. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Nur noch ein Gedanke (von Jacques Brel), und dann lasse ich Sie in Ruhe: C&#039;est un travail, les femmes, c&#039;est un travail. &lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p&gt;Hochmut = Pride&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Habgier = Greed&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wolllust = Lust&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Völlerei = Gluttony &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Neid = Envy&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zorn = Anger&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Trägheit = Sloth&lt;/p&gt;&lt;p /&gt;&lt;p /&gt; 
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 <title>German Exports</title> 
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 <summary type="text/plain"> Mein durchaus britischer Vater kann Deutsch. Zumindest behauptet er das.   Zu seinem sehr überschaubaren deutschen Wortschatz zählen die Wörter &amp;quot;Michael Ballack&amp;quot; und &amp;quot;Oliver ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>Nicholls</name> 
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</author> 
<dc:subject>
General 
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 &lt;strong&gt;Mein durchaus britischer Vater kann Deutsch. Zumindest behauptet er das.&lt;/strong&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Zu seinem sehr überschaubaren deutschen Wortschatz zählen die Wörter &amp;quot;Michael Ballack&amp;quot; und &amp;quot;Oliver Kahn&amp;quot;. Das sind doch vier Wörter Deutsch, oder? Man mag vielleicht denken, dass Namen nicht in eine Vokabelliste hineingehören. Jedoch heißt &amp;quot;to do a Klinsmann&amp;quot;, sich auf den Boden zu werfen, und jeder Engländer (na ja, vielleicht eher Männer als Frauen) versteht, was gemeint ist. Als Chelsea-Fan freut sich mein Vater natürlich, dass der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft auch für seine Mannschaft spielt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Vorsprung durch Technik&amp;quot; kann er auch. Sehr wenige deutschsprachige Texte, Filme und Werbungen schaffen den Sprung über den Ärmelkanal, ohne verändert oder übersetzt zu werden. Audi ist eine Ausnahme. Was Fremdsprachen betrifft, haben Engländer große Hürden zu überwinden: &amp;quot;Alle können Englisch, es ist die Welt- und Geschäftssprache, warum sollten wir eine andere Sprache lernen?&amp;quot; hört man ziemlich oft im Fremdsprachenunterricht auf der Insel. Wenn alles schon auf Englisch ist, kann man den Standpunkt natürlich verstehen (auch wenn man die Meinung nicht teilt). Offen gestanden ist die Tatsache, dass wir uns lieber &amp;quot;Grey&#039;s Anatomy&amp;quot;, &amp;quot;24&amp;quot; und &amp;quot;CSI&amp;quot; als &amp;quot;Gute Zeiten, schlechte Zeiten&amp;quot; anschauen, kein großes Wunder. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dank Audi kann fast jeder Inselbewohner einen interessanten Versuch der Wörter &amp;quot;Vorsprung durch Technik&amp;quot; hervorbringen. Dank BMW und Mercedes-Benz wissen wir, dass die Deutschen gute Ingenieure sind. Dank VW habe ich nach langen Jahren Peinlichkeit feststellen können, dass mein Vater doch manchmal Ahnung und Geschmack hat: Als ich ein Teenager war, schämte ich mich so oft für meine Eltern und dachte echt, mein Schwein pfeift, als mein allererster Freund das alte Auto meines Dads cool fand. Es war ein Golf I GTI. (Er fuhr 1983 noch mit Haarpracht - so lange ist das her - mit der Bahn nach Münster, um den Wagen abzuholen und damit auf deutschen Autobahnen entlangrasen zu können.) &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auch Porsche sollten wir danken: Dieses Unternehmen ermöglicht vielen Geschäftsmännern, ihre Midlife-Crisis auf unseren Straßen voll auszuleben. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob man die Leistung dieses Autos tatsächlich genießen kann, wenn man nicht schneller als 70 Meilen pro Stunde fahren darf. Egal, die Deutschen wissen, wo&#039;s lang geht, wenn Autos im Spiel sind. Aus Neid wird dieser Pluspunkt zum Stereotyp verdreht: &amp;quot;Kauf dir ein deutsches Auto, da kann nichts schiefgehen. Im  Sport sind sie zwar nicht so doll, aber was Autos anbelangt, brauchst du dir keine Sorgen zu machen.&amp;quot; Die Deutschen können stolz sein: Mit dem Tata Nano haben sie nur wenig zu tun. Schlimmer geht ja immer. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie sollten froh sein: Sie mussten nie versuchen, einen Rover zu lieben. Ich war erstaunt festzustellen, dass BMW doch auch mal ein Stück an diesem Kuchen abhaben wollte! Dann ist mir aufgefallen, dass die deutsche Schwäche für britische Maschinen nachvollziehbar ist: James Bond in einem Aston Martin und Michael Caine in einem Mini sind Augenblicke, die in die Filmgeschichte eingegangen sind. Sogar ich als Mädel kenne sie. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein anderer Film ist dafür verantwortlich, dass mein Vater noch mehr Wörter Deutsch kann. Aus dem Film &amp;quot;Die Bourne Verschwörung&amp;quot; kennt er die Wörter &amp;quot;Ausgang&amp;quot; und &amp;quot;Bahnhof&amp;quot;, da Jason Bourne seine Pässe und eine Menge Geld in einem Schließfach am Ostbahnhof in Berlin ablegt. Dass kein Mensch es schafft, vom Ku&#039;damm bis zum Bahnhof Friedrichstraße innerhalb von 10 Sekunden zu laufen, ist ihm allerdings erst später aufgefallen. Außerdem war er von der Eisenbahnbrücke am Bahnhof Friedrichstraße enttäuscht, von der Bourne auf ein Schiff springt - die Brücke ist komplett mit Vogeldreck bedeckt. Er habe Bournes Abenteuer nur wegen des Gestanks nicht nachgemacht, meinte er, sonst wäre er natürlich sofort dabei gewesen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;Prost!&amp;quot;-  vielleicht das wichtigste Wort überhaupt -  hat er von meinen Freunden in einer Berliner Kneipe gelernt. Wenn man nicht in die Augen guckt, kann das sieben Jahre Unglück bedeuten, brachten sie meinem Vater bei. Seitdem zieht er jedes Mal beim Anstoßen unabsichtlich aber konzentriert die Augenbrauen hoch und schaut allen Anwesenden ein wenig irre in die Augen. Es treibt seine englischen Freunde in den Wahnsinn. In deutscher Gesellschaft machen sie natürlich mit: Sie sehen zwar geistesgestört dabei aus, geben aber trotzdem ihr Bestes, die deutsche Sitte zu übernehmen (und dabei keinen Tropfen aus dem Glas schwappen zu lassen - ein bisschen Engländer darf man doch zu erkennen geben, oder?).  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Fußball, Autos, Filme und Bier. Muss er mehr Deutsch können? &lt;/p&gt; 
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 <title>Wortungetüm und verbrecherische Absichten</title> 
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 <modified>2010-01-11T15:20:06%O</modified> 
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 <summary type="text/plain"> Weihnachten nach Hause zu fahren, ist eine perfekte Gelegenheit, wieder zu merken, dass man vieles nicht weiß.   Wie immer bei solchen Familientreffen vertreibt man sich häufig die Zeit mit ...</summary> 
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 &lt;strong&gt;Weihnachten nach Hause zu fahren, ist eine perfekte Gelegenheit, wieder zu merken, dass man vieles nicht weiß.&lt;/strong&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Wie immer bei solchen Familientreffen vertreibt man sich häufig die Zeit mit Gesellschaftsspielen. Dabei ist mir dieses Jahr etwas Ungewöhnliches aber Wundervolles passiert: Ich habe mich breitschlagen lassen, beim &amp;quot;really long word game&amp;quot; mitzuspielen, obwohl ich solche Spiele eigentlich nicht besonders mag. Diesmal habe ich aber tatsächlich davon profitiert: Ich habe die Wörter &amp;quot;sesquipedalian&amp;quot; (Wortungetüm) und &amp;quot;prolix&amp;quot; (weitschweifig) gelernt. Treffend, nicht wahr?! &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn man jedoch solche Wörter in einem normalen Gespräch loslässt, wird man angeguckt, als ob man mit einem Fünfjährigen im Stil eines Shakespeare-Dramas spricht. Ist auch richtig so, wer mag schon Typen, die sich so schwülstig ausdrücken, dass man bei jedem Satz im Wörterbuch nachsehen muss?! Ich möchte betonen, obwohl mir hochnäsige Schlaumeier auf die Nerven gehen, lege ich großen Wert auf einen guten Wortschatz. Als ich eine Bewerbung für meine Schwester redigierte, und deren Stil mit dem Wort &amp;quot;Propensity&amp;quot; (Neigung/Tendenz) verbesserte, meinte eine Freundin von ihr, ich hätte einfach im Thesaurus nachgeguckt und irgendein Wort rausgenommen, das eigentlich gar nicht passe. Dabei gab es an meiner Wortwahl nichts auszusetzen, aber es gibt wohl nicht so viele Facebook- und Twitter-Updates, in denen &amp;quot;propensity&amp;quot; vorkommt. Trotzdem dürfte das Wort einem Muttersprachler so unbekannt nicht sein. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gäbe es nicht diesen Blog, würde ich nie im Leben solche aufgeblasenen Wörter schreiben, und glücklicherweise sind sie nicht die einzigen Wörter, die ich in meinem Urlaub (wieder) entdeckt habe. Im Ausland spricht man meistens Englisch mit Nicht-Muttersprachlern, und da kommt es durchaus vor, dass man manche Wörter der eigenen Muttersprache kaum wiedererkennt, weil sie phonetisch auf interessante Art und Weise verfremdet wurden: biscwit, häppi nu year, Oirop. Der einzige englische Ausdruck, den ich tatsächlich von einem Deutschen gelernt habe, ist &amp;quot;Charley Horse&amp;quot; (Pferdekuss) -  was eigentlich zum amerikanischen Englisch gehört, und ob das als &amp;quot;richtiges&amp;quot; Englisch durchgeht, könnte man schon bestreiten. Deshalb stagniert mein Idiolekt. Ich stecke in meinem eigenen Sprachverhalten und meiner Ausdrucksweise fest. Es ist nicht so, dass ich Wörter wie &amp;quot;flabbergasted&amp;quot; (verblüfft) &amp;quot;codswallop&amp;quot; (Quatsch) oder &amp;quot;shenanigans&amp;quot;(Unfug) - die hören sich schön an, oder? -  nicht kenne oder nicht hin und wieder lese, aber sie sind einfach nicht in meinem aktiven Wortschatz. Ich freue mich, sie wiederzuentdecken. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mit einer meiner Freundinnen zu reden, ist wie eine Reise in die Vergangenheit: Wir kennen uns seit dem vierten Lebensjahr, und sie spricht mit einem Idiolekt, der unseren schulischen Werdegang schildert. Sie sagt sehr gern &amp;quot;eggy&amp;quot; - wenn ein Lehrer sauer oder verärgert ist, oder jemand überreagiert. Dabei fühle ich mich jedes Mal in die Grundschule zurückversetzt: Wir hatten mit elf so eine &amp;quot;eggy&amp;quot; Lehrerin, und sie wurde &amp;quot;Eggy-Ellis&amp;quot; genannt. Eigentlich hatte sie etwas Schlimmeres verdient. Sie jagte jedem Angst ein, denn die Kinder mit den schlechtesten Noten im Diktat mussten aufstehen und geschämt werden. Aber damals waren wir nicht so kreativ. Na ja, immerhin ist es onomatopoetisch.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der eigene Idiolekt ist wie ein DNA-Profil. Dass ich manchmal &amp;quot;Babber&amp;quot; (baby) und &amp;quot;&#039;ark at ee&amp;quot; (listen to him) hervorbringe, weist auf meine Heimatstadt hin. Wenn ich mich mit Freundinnen über die zwei Wörter &amp;quot;Bawl Bag&amp;quot; kaputtlache, steckt eine lange Geschichte dahinter. In der Schule bekam eine von uns den Spitzennamen &amp;quot;Ballbags&amp;quot; (vulg.: Skrotum) von den Jungs. Es gab sogar ein Lied dazu &amp;quot;B**** Ball Bags, will she go mad?!&amp;quot;, das man wiederholt in Freddy Mercurys Stimmlage singt. &amp;quot;Bawl bag&amp;quot; ist eine Weiterentwicklung davon, die sich aus dem Mädchenfilm &amp;quot;Wie ein einziger Tag&amp;quot; ergeben hat. Im Film heult die Mutter in einer ergreifenden Szene (genau dann, wenn es eigentlich ernst wird) und nennt sich &amp;quot;a big ol&#039; bawl bag.&amp;quot; Den Film schauten wir uns mit einer Flasche Wein an. Ich brauche ja nicht dazuzusagen, dass das alles lockert. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mein deutscher Idiolekt ist sogar noch stärker von Bekannten und Begegnungen mit Wörtern geprägt als mein englischer. Greifen Sie auch oft zum Hörer und lassen im Gespräch immer wieder ein &amp;quot;sozusagen&amp;quot; fallen? Haben Sie in fünf Sätzen dreimal &amp;quot;hervorragend&amp;quot; gesagt? Waren Sie mal schlampig und das nicht im hurenhaften Sinne des Wortes? All diese Wörter sage ich Ihretwegen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;So viel Identität steckt in der Ausdrucksweise! Ist es nicht schön zu wissen, dass man eigentlich nur konzentriert zuzuhören braucht, um vieles über einen Menschen zu erfahren?  Das könnte sogar die Unschuld beweisen.  Der Name des 1953 wegen Mordes hingerichteten Briten Derek Bentley wurde im Nachhinein reingewaschen und das Urteil aufgehoben, weil nachgewiesen werden konnte, dass er sein Geständnis weder geschrieben noch gesprochen haben konnte. Die Kombinationen der verwendeten Wörter kam selten vor und passte nicht zu seinem üblichen Satzbau. Die Polizei hatte das Geständnis gefälscht. Wer eine SMS geschrieben hat, verrät der Stil, und die forensische Linguistik kann bedeutende Beweise gegen einen Täter vorlegen, wie in den Fällen der Mörder David Hodgeson und Howard Simmerson und auch im Fall des Terroristen Dhiren Barot. Man mag gar nicht glauben, dass man wegen seines Idiolekts im Gefängnis landen könnte, oder dass der Idiolekt so persönlich ist wie ein Fingerabdruck - na ja, eigentlich ist es in den Wurzeln des Wortes versteckt, da es vom griechischen &amp;quot;Idios&amp;quot;(eigen, selbst) abgeleitet ist.  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jetzt weiß ich Bescheid. Wenn ich das nächste Mal Buchstaben aus der Zeitung schneide und eine Morddrohung zusammenbastele, sollte ich den Empfänger als &amp;quot;eggy&amp;quot; und &amp;quot;sesquipedalian&amp;quot; beschreiben. Keiner würde mich erkennen. &lt;/p&gt; 
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 <title>Dezember in Deutschland</title> 
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 <author> 
  
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 &lt;strong&gt;Vor ungefähr einem Jahr saß ich in einem Vorlesungssaal und musste mit den anderen in meinem Jahrgang vom Auslandsjahr in Deutschland berichten.&lt;/strong&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Die meisten sagten, sie hätten gern mehr Unterstützung von der Fakultät gehabt (oder in einigen Fällen wohl gar keine). Andere haben darüber gestritten, ob es für die Deutschkenntnisse besser sei, in einer Klein- oder in einer Großstadt zu wohnen. Die Veranstaltung schien nur dazu zu dienen, dass diejenigen, die kein glückliches Jahr hatten, ihrem Ärger Luft machen konnten. Plötzlich kam etwas Unerwartetes von einer Studentin:Sie meinte, wenn man das Jahr zwischen Sprachen und Ländern teilen müsse, dann solle man unbedingt im Dezember in Deutschland sein, denn die Weihnachtsstimmung und die Weihnachtsmärkte seien einfach toll. Ich spreche jetzt nicht im Konjunktiv: Die deutschen Weihnachtsmärkte strahlen gute Laune aus und erwärmen das Herz im tiefsten Winter. Sie sind tatsächlich das Allerbeste. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;German Christmas Markets&amp;quot; werden in England immer beliebter. Birmingham rühmt sich, den größten Weihnachtsmarkt außerhalb Deutschlands zu haben. Sogar Nottingham, das auf Platz 18 der größten Städte Englands rangiert und wo ich studiert habe, lässt sich von der deutschen Tradition anstecken. Was bei uns in den Innenstädten auftaucht, ist jedoch nur eine billige Fälschung dieses wundervollen Brauchtums. Leider musste ich gerade feststellen, dass es für zwölf Tage diesen Dezember auch einen &amp;quot;German Christmas Market&amp;quot; in meiner Heimatstadt Bristol gibt. &amp;quot;The streets are lined with 30 beautifully decorated wooden chalets selling a range of products from handcrafted decorations and toys, to German bier and traditional Gluhwein.&amp;quot; Oje, wenn sich Glühwein ins Englische falsch als &amp;quot;Gluhwein&amp;quot; einschleicht, raste ich aus - unsere Aussprache ist ja schon schlimm genug. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mag sein, ich reagiere ein wenig empfindlich. Dass Kultur sowieso nur eine Erfindung ist, weiß ich natürlich. Dennoch habe ich wirklich Angst, dass - so wie die Engländer zum Oktoberfest nur zum Saufen hinfahren oder dank Easyjet auf einem Junggesellenabschied in Berlin die Sau rauslassen - die &amp;quot;Christmas Markets&amp;quot; nur dazu dienen, dass sich meine Landsleute besaufen können, und damit eine schöne Tradition zum Klischee verkommt. Eigentlich wollte ich meine Liebe für das deutsche Weihnachten kundtun, aber irgendwie bin ich schon wieder dabei, mich für die &amp;quot;Inselaffen&amp;quot; zu schämen. Allerdings würde ich mich in England vor so einem Christmas Market mit einem Plakat postieren, auf dem steht: &amp;quot;Fahrt alle nach Deutschland, und schaut euch an, wie man das richtig macht!&amp;quot; Vielleicht könnte ich mir noch ein Paar Franzosen holen, die sind immer für einen Protest zu begeistern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber zurück zum Thema, über das ich schreiben wollte: das himmlische deutsche Weihnachten. Meiner Meinung nach ist die weihnachtliche Begeisterung in der deutschen Sprache vorhanden. Die Deutschen haben sogar ein Verb, das so etwas ausdrückt! &amp;quot;Es weihnachtet sehr.&amp;quot; Die englischen Entsprechungen sind dagegen richtig langweilig: &amp;quot;It&#039;s Christmassy&amp;quot; oder &amp;quot;It&#039;s beginning to look a lot like Christmas&amp;quot; zum Beispiel. Letzteres ist natürlich von Bing Crosby geborgt und wird mir wahrscheinlich den ganzen Tag im Kopf herumgeistern. Normalerweise ginge mir das sehr schnell auf die Nerven. Aber da mir hier in Deutschland in den Geschäften noch keine schrecklichen Weihnachtsalben aufgefallen sind, zumindest nicht vor der Adventszeit (in England geht&#039;s schon ab Oktober los), kann ich schon damit leben. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich sitze hier im Büro und sehe einen Weihnachtsbaum auf einem Kran, er wird sogar abends beleuchtet. Was für eine schöne Idee! Vielleicht erweise ich den Engländern einen Bärendienst, aber so etwas habe ich bei uns noch nie gesehen, und auf die Idee käme ich auch selbst nicht. Ich frage mich, wie sie den bloß hochbekommen haben. An den Weihnachtsmann hatte ich nie wirklich geglaubt, meine Mutter musste die Geschichte ständig verteidigen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie der Weihnachtsmann es logistisch fertigbringt, dass alle Kinder der Welt gleichzeitig ihre Geschenke bekommen - ganz abgesehen davon, wie er überhaupt durch den Kamin kommt. Jedoch glaube ich in diesem Fall, dass die Bäume auf den Kränen stehen, weil der Weihnachtszauber das gemacht hat. Genau deswegen bin ich im Dezember in Deutschland. &lt;/p&gt; 
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 <title>Wer sagt so was? </title> 
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 Der neue Song von John Mayer &amp;quot;Who says?&amp;quot; hat mich zum Nachdenken gebracht. Als Erwachsene treffen wir täglich ohne fremde Hilfe viele kompetente Entscheidungen und leiden nicht darunter. Ich genieße es, dass ich nicht den Blick meiner Mutter ertragen muss, wenn ich Eis zum Frühstück esse, und freue mich jedes Mal dabei, weil ich mich unartig fühle.&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Normalerweise versuche ich halbwegs ordentlich zu essen, und ich weiß, wie man sich benehmen sollte. Die kleinen Unartigkeiten gehören einfach zum Erwachsensein. Nach Jahren bei den Eltern dürfen wir das uns gönnen. Aber was ich gestern in der Bahn gesehen habe, hat mich wirklich erschreckt: Ein erwachsener Mann hat nicht nur in der Nase gebohrt, sondern er hat danach den Popel auch noch in den Mund gesteckt. Hat er nicht irgendwann von anderen gehört, dass er sein Gehirn durchbohren könnte?! Wurde es ihm nie erzählt, dass er nicht nur seinen eigenen Schleim da isst, sondern auch Dreck und Staub? &amp;quot;Who says you can&#039;t pick your nose?&amp;quot; Ich sag das.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als ich noch (sehr) klein war und auch so etwas gemacht habe, wurde ich sofort bestraft. Mother knows best. Ich durfte keine Kekse vor dem Abendbrot naschen, weil es mir den Appetit verderben würde. Ich musste meine Kruste verzehren, wenn ich Locken kriegen wollte. (Ich habe es eine Zeit lang probiert, hatte aber keinen Erfolg.) Noch dazu kann man im Dunkeln sehen, wenn man seine Karotten aufisst. Karotten habe ich nie gemocht, ich habe sie immer an den Tellerrand geschoben. Ich sehe im Dunkeln nichts, meine Geschwister auch nicht, und sie haben ihre Karotten aufgegessen, selber schuld! Vorher ist es mir nie aufgefallen, dass diese Sprüche Teil der Sprache und nicht überall gleich sind. Weiterhin fehlen mir die deutschen Eigenarten. Um so was zu können, bräuchte ich wahrscheinlich eine zweite Kindheit hier in Deutschland (eigentlich keine verkehrte Idee). Allerdings kann ich unsere Besonderheiten schildern. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wussten Sie, dass Sie beim Grimasseziehen aufpassen sollten, da sie auf immer und ewig so bleiben und aussehen werden, wenn der Wind sich genau in dem Moment dreht? Hatten Sie schon mal einen Fall des grünäugigen Monsters, weil sie etwas aus Neid getan haben? Wussten Sie, dass Sie, wenn Sie aus Überraschung den Mund offenhalten, Fliegen fangen könnten? Bei uns kommt das Christkind auch, wenn wir uns schlecht benommen haben - aber es verteilt dann nur Kohle (und nicht die grüne, sondern die schwarze Variante). Nach dem Motto &amp;quot;Etwas Schreckliches zu bekommen ist sogar noch schlimmer als überhaupt nichts&amp;quot;. Das ist eine Art Schadenfreude unserer Eltern. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Komisch sind auch die Wörter für &amp;quot;Pups&amp;quot; oder Geschlechtsorgane, die wir Kindern beibringen. Ich habe letzte Woche einige Freunde gefragt, wie sie einen &amp;quot;Furz&amp;quot; als Kinder genannt haben. Hier die Ergebnisse: &amp;quot;fluff&amp;quot;, &amp;quot;guff&amp;quot;, &amp;quot;poot&amp;quot;, &amp;quot;pump&amp;quot; und &amp;quot;bottom burp&amp;quot;. Bei uns zu Hause durften wir &amp;quot;fart&amp;quot; nicht äußern, dafür haben wir &amp;quot;poo smell&amp;quot; gesagt. Ich erinnere mich immer noch, wie ich gescholten wurde, als ich so ein Wort vom Schulhof mit nach Hause gebracht habe. Offen gestanden habe ich bis zum heutigen Tag keine Ahnung, wie meine Eltern der Ansicht sein können, dass &amp;quot;Kackegeruch&amp;quot; viel schöner ist. Das Gleiche gilt auch für Geschlechtsorgane. Meine Freundinnen sagten Wörter wie &amp;quot;noo-noo&amp;quot;, &amp;quot;winkie&amp;quot;, &amp;quot;lily&amp;quot; und &amp;quot;minnie&amp;quot;. Sie klingen nicht so vulgär und umgehen ein Problem: Es ist den Eltern nicht mehr peinlich, falls kleine Kinder in der Öffentlichkeit sagen wollen, dass ihnen etwas wehtut oder juckt. Im Prinzip ist das ganz gut. Was passiert aber, wenn die Familien verschiedene Wörter verwenden? Mein Vater nennt sein Rasierwasser &amp;quot;fu-fu&amp;quot;, weil sein Vater das auch gesagt hat. Es war also ziemlich lustig, als er der kleinen Tochter meiner Cousine gesagt hat, dass er sich erstmal mit &amp;quot;fu-fu&amp;quot; bespritzen wollte, bevor wir ins Restaurant gehen. Sie hat daraufhin schützend die Hände vor ihre &amp;quot;fu-fu&amp;quot; gehalten. Das alles in derselben Familie!  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Ende des Liedes balzt Mayer: &amp;quot;Who says I can&#039;t get stoned, plan a trip to Japan alone, doesn&#039;t matter if I even go...&amp;quot;. Ja, er hat schon recht, freier Wille und so weiter. Jedoch sind die Rüffel und Umschreibungen unserer Kindheit Teil unserer Identität und Sprache, und davon kommt man schlecht weg. Ich sehe nicht immer das Gesicht meiner Mutter, wenn ich etwas Fragwürdiges mache. Aber mein Gewissen redet mit mir auf Englisch. Oder besser gesagt: Meine deutschen Gedanken sind ein heimliches Vergnügen. &lt;/p&gt; 
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 <title>Alter Schwede! </title> 
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 <summary type="text/plain"> Gestern habe ich mir eine Stunde lang schreckliches Fernsehen gegönnt und gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin &amp;quot;Schwiegertochter gesucht&amp;quot; angeschaut. Das sollte eigentlich peinlich sein, ...</summary> 
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 &lt;strong&gt;Gestern habe ich mir eine Stunde lang schreckliches Fernsehen gegönnt und gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin &amp;quot;Schwiegertochter gesucht&amp;quot; angeschaut. Das sollte eigentlich peinlich sein, ist es aber nicht. Zwar könnte dieser Blog nun vom Niedergang des Fernsehens handeln, doch mich hat am gestrigen Abend etwas vollkommen anderes fasziniert.&lt;/strong&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Die Äußerungen meiner Mitbewohnerin über die unmöglichen Teilnehmer dieser Sendung haben mich so unglaublich gefreut. Woher kommt der Spruch &amp;quot;Alter Schwede&amp;quot;?! Oder &amp;quot;Menschenskinder&amp;quot;?! Noch interessanter, was sagen die Engländer im Vergleich? &amp;quot;Old Swedish Person&amp;quot; kommt uns ja nicht über die Lippen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Beim Sport hört man sehr viele schöne Sprüche, zum Beispiel &amp;quot;Meine Fresse&amp;quot;. Wieso bitte your mouth? Was hat dein Mund damit zu tun?! Natürlich ertönen alle möglichen Schimpfwörter, bei &amp;quot;Mann, ej&amp;quot; spitze ich jedoch gern die Ohren. Das klingt so wunderschön. Meiner Meinung nach könnte man die unterschiedlichen Geräusche, die auf dem Badmintonfeld entstehen, aufnehmen und dann zusammenschneiden, um Musik zu machen. Der Schmetterball erzeugt einen schönen Knall, der mehrmals als Beat wiederholt werden könnte, das unterschiedliche Quietschen der Turnschuhe wäre die Melodie, und die Tourettesyndrom-ähnlichen Ausrufe der Spieler könnten in den Rhythmus eingebaut werden. Knall, bumm, quietsch quietsch, Blödsinn, Knall, bumm, Wach doch auf hier, quietsch, quietsch, Blödsinn, knall, bumm, quietsch oh neiiiin, bumm bumm, quietsch, knall, bumm, komm schon, quietsch quietsch, und das Crescendo am Ende wird von einem &amp;quot;Du kannst mich mal&amp;quot; begleitet. So ungefähr stelle ich mir das vor. &lt;/p&gt;&lt;p&gt; &amp;quot;Das gibt&#039;s doch nicht&amp;quot; oder &amp;quot;Das kann doch nicht wahr sein&amp;quot; finde ich auch herrlich. Nein, das gab&#039;s tatsächlich, ich hab&#039;s mit meinen eigenen Augen gesehen, und ja, es wäre mir auch peinlich gewesen.  &amp;quot;You&#039;ve got to be kidding me&amp;quot; beziehungsweise &amp;quot;I don&#039;t believe it&amp;quot; wäre das englische Äquivalent. &amp;quot;I don&#039;t believe it&amp;quot; ist in England sehr mit einer TV-Persönlichkeit verbunden: Victor Meldrew aus der Serie &amp;quot;One foot in the grave&amp;quot; (wörtlich: Mit einem Fuß im Grab). Er ist ein zickiger alter Herr, der sich ständig in nervigen Situationen befindet, und sich für den einzigen normalen Mensch in dieser Welt voller Idioten hält. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Da so viele englische Schimpfwörter eingedeutscht sind, kann ich meinem Ärger beim Sport nicht mehr auf derbe Weise Luft machen (ist auch gut so), aber vielleicht sollte ich mich mehr darum bemühen, Sprüche aus meiner Kindheit einzuführen. Die Queen, meine Oma und die längst verstorbene Enid Blyton sind wahrscheinlich die Einzigen, die &amp;quot;Oh Golly Gosh&amp;quot; sagen würden. Die Herausforderung dabei ist, es auszusprechen, ohne dabei hochnäsig zu klingen. Der typische Engländer, der sich so ausdrückt, wird oft bedauerlicherweise von Hugh Grant gespielt. Im Film &amp;quot;Notting Hill&amp;quot; versucht Hugh Grant, über ein Gatter zu klettern, fällt hin und sagt &amp;quot;Whoopsidaisies&amp;quot;. Julia Roberts macht sich darüber lustig: Seit 50 Jahren sage keiner mehr &amp;quot;Whoopsiedaisies&amp;quot;, und damals seien es auch nur kleine Mädchen mit Löckchen gewesen. Beim zweiten Versuch, in den Garten zu gelangen, taucht das Wort wieder auf. Hugh Grant behauptet dann, dass es eine Krankheit sei und er Medikamente dagegen bekomme. Das ist aber eine Krankheit, worunter wir alle leiden sollten. Auf dem Feld hört man vulgäre Schimpfwörter nicht gern. Warum ist es im Deutschen akzeptabel, die englische Variante mit &amp;quot;F&amp;quot; zu verwenden?  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;quot;My goodness&amp;quot; oder &amp;quot;Goodness gracious me&amp;quot; sollten nicht so verwirrend sein. &amp;quot;Ach Du meine Güte&amp;quot; wäre eine logische Übersetzung. Was ich aber nicht verstehe ist, was &amp;quot;Du&amp;quot; damit zu tun hat. &amp;quot;Ach&amp;quot; ist ein Ausdruck der Verwunderung, so weit komme ich klar. Nehmen wir  aber die etwas vulgäre Alternative. Werde ich dann so eine Art von braunem Stoff genannt, wenn es in meiner Nähe geäußert wird? Oder redet der Schimpfende mit sich selbst? Ich glaube, wir haben alle schon im Kindergarten gelernt, dass es nicht gut ist, jemanden (auch sich selbst) als &amp;quot;Kacke&amp;quot; zu bezeichnen.  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Alles, was man nicht vor den Großeltern sagen würde, zählt hier als Schimpfwort. Blasphemie sollte am besten auch vermieden werden. Zu diesem Zweck verteile ich noch ein paar Gedanken. Ich könnte keinen Affenhintern geben, was Sie in ihrer eigenen Sprache sagen, schimpfen Sie nur nicht in meiner. Zum Lautheulen, bitte nicht, es tut meinen Ohren so weh. Krümel, ich glaube, keiner versteht mich. Stopf es, schon wieder?! &lt;/p&gt;&lt;p&gt;I couldn&#039;t give a monkey&#039;s... = es ist mir völlig egal&lt;/p&gt;&lt;p&gt;For crying out loud = um Gottes Willen&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Crumbs= Mensch&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Darn it = Verflixt&lt;/p&gt; 
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 <title>Kleine Lügen erhalten die Freundschaft</title> 
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 <summary type="text/plain"> Ich lüge. Ich lüge ziemlich oft.   Ich bin kein böser Mensch und auch keine krankhafte Lügnerin. Wenn ich Lügen erzähle, dann sind es &amp;quot;White Lies&amp;quot;. Laut Wörterbuch ist die Übersetzung ...</summary> 
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 <email>nicholls.victoria@guj.de</email> 
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 &lt;strong&gt;Ich lüge. Ich lüge ziemlich oft.&lt;/strong&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Ich bin kein böser Mensch und auch keine krankhafte Lügnerin. Wenn ich Lügen erzähle, dann sind es &amp;quot;White Lies&amp;quot;. Laut Wörterbuch ist die Übersetzung &amp;quot;Notlüge&amp;quot;: eine Lüge aufgrund einer Notsituation, um etwas Schlimmeres zu vermeiden. Die Deutschen kommen mir so ehrlich vor, dass es entweder eine glatte Lüge sein muss oder die ganze Wahrheit. Dennoch genügt diese Begriffserklärung nicht, um englische White Lies zu definieren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn ich hier in Deutschland jemandem eine Geschichte unabsichtlich zum zweiten Mal erzähle, höre ich im höflichsten Fall so etwas wie &amp;quot;Ja, hast du schon mal erwähnt, und was ist dabei rausgekommen?&amp;quot;. Sind die Rollen vertauscht, sage ich oft gar nichts und tue, als ob die Neuigkeiten mich überraschen. Ich bin nicht die Einzige, die das macht. Genau wie beim &amp;quot;Jasagen&amp;quot; fühle ich mich da meistens verpflichtet, weil es mir unangenehm ist, das Gespräch irgendwie zu stören. Der Zwang ist so groß, dass ich einfach nicht anders kann. Ich merke meinen Fehler erst zwei Sekunden nach meiner Nicht-Äußerung der Wahrheit, und dann wäre es noch peinlicher, etwas zu sagen. Es ist ähnlich wie das Gefühl, wenn man in der Konditorei einem Kuchen nicht widerstehen kann, aber nach dem ersten Biss enttäuscht ist und seine Tat bereut.  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Manchmal haben meine White Lies einen bestimmten Zweck. Eine schöne White Lie kann den anderen zum Sprechen animieren: &amp;quot;Wow, es gibt tatsächlich eine Fußballmannschaft da am Ende der Welt, wie interessant.&amp;quot; Die Lüge lohnt sich, weil man später das herausfindet, was man eigentlich wissen wollte. Das ist keine Notlüge, denn es gäbe einen anderen Weg, sondern es ist eine White Lie, die dem anderen schmeichelt. So etwas tue ich täglich. Zu meiner Verteidigung (ich bin nicht komplett oberflächlich) möchte ich sagen: Ich verbringe sehr viel Zeit beim Small Talk, da ist ein fließendes angenehmes Gespräch hilfreich. Und welche Frau hat nicht mal gelogen und gefragt, ob der schöne Herr gegenüber ihr vielleicht (zum x-ten Male) das Abseits im Fußball erklären könnte?! Ja, wir lügen Sie an, diese Regel haben wir schon vor einer Ewigkeit gelernt.  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Einer meiner deutschen Freunde hat seiner Freundin mal gesagt, dass ihm ihre Hose nicht gefalle. Seine Begründung: &amp;quot;Na ja, dann weiß sie Bescheid, und ich muss den Anblick der hässlichen Hose nie wieder ertragen.&amp;quot; Ich bin mir nicht sicher, ob das an einem Mangel an Frauenverständnis liegt oder ob so etwas tatsächlich hier in Deutschland geht. Bei uns aber gibt es eine klare Regel: Man darf eine negative Meinung zu einem Kleidungsstück nur dann äußern, wenn es noch nicht gekauft wurde. Weiterhin muss dies sehr diplomatisch formuliert werden. Zum Beispiel: &amp;quot;Nee, das gefällt mir nicht so, aber was du vorher anhattest, war echt schön&amp;quot;, wenn eine 50-Jährige einen Minirock anzieht. Oder wenn man in der Anprobekabine mit einer 110-kg-Frau steht, die sich in eine Elastanhose reinpressen will, böte sich ein &amp;quot;Ich finde das ein wenig eng, aber die Farbe steht dir ganz toll&amp;quot; an. Nachdem der andere das Kleidungsstück gekauft hat, egal wie hässlich man selbst es findet, darf man sich NIE dazu äußern. Auch wenn man die eigene Freundin nicht mehr attraktiv findet. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es geht noch extremer: In der Regel muss man eine neue Frisur immer kommentieren, genauso wie ein Kleidungs- oder Schmucksstück und andere Äußerlichkeiten, die man bisher noch nicht gesehen hat - besser noch, man macht ein Kompliment. In einigen Fällen führt das wohl zu einer Lüge. Eine Freundin ließ sich mit 14 die Haare absichtlich kurz schneiden (ungefähr zehn Zentimeter) und färbte sie dann mit Peroxid, aber nur die Hälfte, weil sie den Haaransatz cool fand. Trotz der komischen gelb-grünen Farbe machte ich nur Komplimente: Es sehe nämlich sehr schick aus. Dafür hatte ich sie mit elf darauf hingewiesen, dass sie wirklich etwas wegen ihrer Füße unternehmen sollte, denn die stinken (und ich meinte es echt nicht als Beleidigung, sondern nur als gut gemeinten Rat). Und mit neun habe ich nur komisch geguckt, als sie mich fragte, ob sie hübsch sei. Na ja, sie habe &amp;quot;bronzefarbenes&amp;quot; Haar und nicht &amp;quot;goldenes&amp;quot; Haar wie ich, meinte ich damals. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Lügen sind eine komische Sache, die sich bei allen auf unterschiedliche Weise äußert. Meine White Lies entstehen meistens aus Gründen der Höflichkeit. Vielleicht ist alles, was nicht 100 Prozent ehrlich ist, doch ein Verbrechen an einem anderen, egal ob man einen guten Zweck verfolgt (siehe Kant). Aber ist es nicht schlimmer, jemandem wehzutun, wenn es eigentlich vermieden werden könnte? Geben Sie zu: Sie haben irgendwann angebranntes Essen hinuntergeschluckt und dabei &amp;quot;Lecker&amp;quot; gesagt. Oder vielleicht haben Sie auch Ihre Kinder mal angewiesen, sich für ein schreckliches, altmodisches Geschenk zu bedanken? Psychologen zufolge haben erfolgreiche Lügner mehr Freunde: Zum Wohle der Freundschaft sollte man einem Freund nicht immer eine Lektion über Fußhygiene erteilen habe ich gelernt. White Lies sind das Motoröl der Gesellschaft und bedeuten nicht, dass die Einwohner des White-Lie-Landes oberflächlich und nicht vertrauenswürdig sind. Schließlich sind wir alle nur Menschen, ob Lügner oder Angelogener. &lt;/p&gt; 
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 <title>Die Grammatik des gebrochenen Herzens </title> 
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 &lt;p&gt;Diese Woche hat mich das folgende Problem beschäftigt, und es liegt mir sehr am Herzen. Ich habe diese zwei Sätze verglichen:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1)Die Mannschaft hat uns das Herz gebrochen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;2) The team broke our hearts. &lt;/p&gt;&lt;br/&gt;&lt;p&gt;Bei dem deutschen Satz stelle ich mir ein einzelnes Herz vor, das für sein Volk schlägt und das über dem ganzen Land aufplatzt. Das englische Bild ist für mich wie tausende lebende Herzen, die gleichzeitig brechen, als ob in einem Film bei einem Erdbeben alles aus Glas in einem einzigen Moment kaputt geht. Spricht das große deutsche Herz für alle, empfinden alle dasselbe Gefühl? Bilden die englischen Herzen gemeinsam wie Wassertropfen eine große Welle? &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es gibt eine schöne Erklärung, die um das Possessiv geht. Hüpft Ihnen schon das Herz vor Freude? Mir zumindest lacht das Herz im Leibe. Im Deutschen gibt es einen Pertinenzdativ, der durch den Genitiv oder ein Possessivpronomen ersetzbar ist. Die Verbindung zwischen dem Dativ und dem Verb weist darauf hin, dass das Objekt nicht nur dazugehört, sondern auch unabdingbar ist. Wenn es deutlich ist, dass das Herz und der Mensch nicht voneinander getrennt sein können, dann braucht man auch kein possessives Pronomen vor dem Objekt, weil der Besitzer schon erwähnt wurde. Um den Pertinenzdativ verwenden zu können, muss ein Körperteil genannt werden oder ein &amp;quot;Zugehörigkeitsverhältnis&amp;quot; bestehen. Mein Herz kann nur mir gehören (im wortwörtlichen Sinne), ein Handy dagegen besitze ich, zum Beispiel. Wenn mir natürlich das Herz gestohlen wird, haben wir wieder ein Problem (und auch wieder einen Pertinenzdativ). &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Im Englischen wird dieser Unterschied nicht deutlich. Das trifft mich bis ins Herz! Weiterhin gibt es seit dem Mittelalter keinen hervorgehobenen Dativ. Da Altenglisch eine germanische Sprache ist, wurden Wörter im 10. Jahrhundert noch gebeugt.  Jedoch gab es im Altenglischen einen systematischen Verlust der Kasusendungen, weil die unbetonten Silben am Ende eines Wortes durch eine Synchronisierung der Dialekte verloren gingen. Vielleicht waren die Inselbewohner nur mit halben Herzen dabei. Dieser Prozess wurde durch die Invasionen beschleunigt, denn die Ausländer mussten erstmal kommunizieren können, bevor sie die Grammatik der Sprache bzw. den Dialekt lernten. Tja, anscheinend haben sie die alte Grammatik nicht ins Herz geschlossen. Der Akkusativ und der Dativ wurden zu einem Fall fusioniert, der immer noch in der Sprache vorhanden ist. (Es gibt wenige Ausnahmen, aber die interessieren uns hier nicht.)  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jetzt kommen wir wieder zurück zu Herz und Seele der Sache: Da es keinen Dativ und in diesem Fall keinen Pertinenzdativ im Englischen gibt, muss die Zugehörigkeit anders angezeigt werden. Der englische Satzbau überwindet dieses Problem mit possessiven Pronomen, die zu den Nomen passen müssen. Deshalb gibt es nicht nur &amp;quot;our&amp;quot;, sondern auch eine Pluralform des Nomens: our hearts. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Den Unterschied zwischen dem deutschen und dem englischen Beispiel habe ich recherchiert und weiß im Grunde meines Herzens, dass trotz einer Unstimmigkeit in der Grammatik der beiden Sprachen die Übersetzung tatsächlich stimmt und genau dasselbe bedeutet. Das Herz wird mir schwer: Ich mochte die Vorstellung, dass es verschiedene Arten gibt, mitzuleiden. Zum Glück jedoch gewinnen einige Mannschaften auch, dann kann es mir mal wieder warm ums Herz werden. &lt;/p&gt; 
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