Der 31 Mrd. Dollar schwere, fast komplett schuldenfinanzierte Deal endete jedoch im Desaster - und inspirierte zwei Journalisten des "Wall Street Journal" zum Bestseller "Barbarians at the Gate".
Die Zeit der Barbaren und der zügellosen Megadeals ist zwar vorbei. Aber Kravis wieder da - und mit ihm eine ganze Branche. Das zeigt auch der geglückte Börsengang von KKR, drei Jahre nach Kravis' erstem Anlauf kurz vor der Krise.
"In den USA und Teilen Europas zieht das Private-Equity-Geschäft wieder deutlich an", sagt Jörg Kirchner, Private-Equity-Anwalt der US-Kanzlei Latham & Watkins. Eine Branche sendet Lebenszeichen, deren Geschäftsmodell im Krisenjahr 2009 vor allem eines war: tot.
Es gibt sie wieder, die Milliardendeals. So stemmte BC Partners mit dem US-Investor Silver Lake den Kauf des US-Gesundheitsdienstleisters Multiplan für 3,1 Mrd. Dollar. Carlyle schnappte sich NBTY, einen Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, zusammen mit dem US-Investor TPG erwarb er zudem den australischen Krankenhausbetreiber Healthscope für umgerechnet 1,8 Mrd. Euro. Und im Gespann mit
Goldman Sachs erwarb TPG für 1,2 Mrd. Euro den belgischen Windelhersteller Ontex.
Natürlich ist die Branche von der Party der Jahre 2006 und 2007 noch weit entfernt. Damals wurden Deals im zweistelligen Milliardenbereich oft im Wochentakt verkündet, pro Jahr kamen mehr als 700 Mrd. Dollar zusammen. Im ersten Halbjahr 2010 aber haben sich die Übernahmen durch Finanzinvestoren weltweit schon wieder auf 73 Mrd. Dollar verdoppelt. "Insgesamt habe ich das Gefühl: Da geht wieder was", freut sich Norbert Reis vom US-Investor Carlyle.
Viele hatten so eine Rückkehr kaum für möglich gehalten. Die Branche kommt aus einer ihrer schwersten Krise. Bis 2007 hatten viele Finanzinvestoren, beflügelt vom billigen Geld, viel zu teuer eingekauft. Plötzlich saßen sie auf ihren Beteiligungen, denen sie hohe Schulden aufgebrummt hatten - und mussten vor allem eines: Werte abschreiben.