In einer fünfteiligen FTD-Serie gewähren Frauen Einblick in ihre Finanzen. Sie zeigen, wie stark die Einkommensschere im Alter aufgehen kann. Doch selbst, wer spät vorsorgt, kann seine Rente aufpeppen.
Altersvorsorge:Frauen sollten früher an die Rente denken
Frauen starten heute eher mit dem Vermögensaufbau. Denn sie leben länger und arbeiten weniger Jahre. Damit wird die private Altersvorosrge für sie besonders wichtig. von Ina Lockhart
Constanze Hintze ist es gewöhnt, um Hilfe gebeten zu werden. Als Geschäftsführerin des Vermögensverwalters Svea Kuschel + Kolleginnen berät sie vor allem Frauen bei ihrer Altersvorsorge. Früher konnte jedoch selbst sie und ihr Team nur wenig ausrichten. Denn viele Frauen hatten das Thema zu lange vernachlässigt und kamen erst, als sie in finanziellen Nöten steckten. "In der Anfangsphase unseres Unternehmens war die Finanzberatung für Frauen eine Defizitberatung", sagt Hintze.
Heute ist das anders: Immer mehr Frauen erkennen früh die Bedeutung der privaten Altersvorsorge und beginnen rechtzeitig mit dem Vermögensaufbau. Denn im Vergleich zu den Männern müssen sie einiges aufholen. Frauen leben im Schnitt fünf Jahre länger, entsprechend größer ist ihr Absicherungsbedarf.
Gleichzeitig verdienen sie immer noch deutlich weniger als Männer. Nach Aussage von Ute Klammer, Professorin für Sozialpolitik an der Universität Duisburg-Essen, haben sich die Einkommensunterschiede seit Beginn der 90er-Jahre kaum verringert. Eine vollzeitbeschäftigte weibliche Angestellte verdiente im vierten Quartal 2008 durchschnittlich knapp 79 Prozent dessen, was ihre männlichen Kollegen erhalten.
Große Abhängigkeit
Zudem werden ihre Einkommenssituation und der entsprechende Rentenanspruch durch berufliche Auszeiten - etwa wegen der Betreuung der Kinder - geschmälert. Im Schnitt zahlen Frauen aus den alten Bundesländern 14 Jahre weniger in das Rentensystem ein. Eine geplante Auszeit, um sich um Kinder und Haushalt zu kümmern, ist weiterhin eine Frauendomäne, wie die jüngste Statistik zum Elterngeld zeigt.
Ein Großteil der Männer (38 Prozent) schlüpft für zwei Monate in die Rolle des Kinderdompteurs und Küchenmanagers - gerade lang genug, damit das Paar das Elterngeld für die maximale Förderdauer von 14 Monaten erhält. Danach übernimmt meist wieder die Frau, und die alte Rollenverteilung bleibt.
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