Auch zehn Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds rostet die alte Liebe der Deutschen zur D-Mark nicht. Nach Zahlen der Deutschen Bundesbank waren Ende November 2011 noch rund 172 Millionen D-Mark-Scheine und fast 23,8 Milliarden D-Mark-Münzen im Umlauf.
Oft sorgen nicht Treue oder Sammlerleidenschaft, sondern schlicht die Vergesslichkeit dafür, dass das ausgediente Geld nicht umgetauscht wird. Es bleibt jahrelang verschollen und wird dann zufällig bei Umzügen irgendwo im Keller oder in alten Koffern entdeckt.
Die Bundesbank berichtet von Geldscheinfunden im Wert von einigen Tausend D-Mark, die etwa nach dem Tod der Großeltern beim Tapezieren hinter der alten Tapete entdeckt wurden. Und eine Tochter stieß nach dem Tod der Mutter auf eine außergewöhnlich wertvolle Gardine: In den Vorhang waren von oben bis unten 1000-DM-Scheine eingenäht.
Die Bundesbank vermutet größere Mengen auch im Ausland: "Die D-Mark fand vor allem im damaligen Jugoslawien sowie seinen Nachfolgestaaten und in anderen Teilen Osteuropas zum Teil als Zweitwährung Verwendung und wurde weltweit als Transaktions- und Wertaufbewahrungsmittel genutzt."
Die D-Mark-Banknoten, die Ende November 2011 noch im Umlauf waren, haben einen Wert von 6,4 Mrd. D-Mark oder umgerechnet 3,27 Mrd. Euro. Den Wert der Münzen beziffert die Notenbank auf 6,9 Mrd. D-Mark (3,53 Mrd. Euro). Insgesamt waren damit noch 13,3 Mrd. D-Mark nicht umgetauscht (6,8 Mrd. Euro).
Dabei wechselt die Bundesbank das alte Geld weiterhin und unbefristet kostenlos in Euro - entweder direkt in einer ihrer Filialen oder postalisch über die Hauptverwaltung Mainz. Der Versand geschieht allerdings auf Risiko des Kunden.
In den ersten elf Monaten 2011 wurde knapp 220.000 Mal von dem Umtauschangebot Gebrauch gemacht. Dabei wurden Scheine und Münzen im Wert von 99,5 Mio. D-Mark (50,9 Mio. Euro) aus dem Verkehr gezogen - pro Geschäft gingen demnach bei der Bundesbank durchschnittlich rund 450 D-Mark ein.