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Merken   Drucken   12.01.2012, 06:50 Schriftgröße: AAA

Beige Book: Fed sieht US-Wirtschaft langsam wachsen

Die Federal Reserve attestiert der US-Wirtschaft ein langsames, aber stetiges Wachstum. Während sich die Lage aufhellt, sorgen sich die Notenbanker um den schwächelnden Arbeitsmarkt.
© Bild: 2010 AP
Die Federal Reserve attestiert der US-Wirtschaft ein langsames, aber stetiges Wachstum. Während sich die Lage aufhellt, sorgen sich die Notenbanker um den schwächelnden Arbeitsmarkt.
Die US-Wirtschaft ist nach Einschätzung der US-Notenbank in den vergangenen Monaten überwiegend leicht gewachsen. Insgesamt gebe es Anzeichen für eine andauernde Besserung der Wirtschaftslage in den vergangenen Monaten, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht (Beige Book) der Federal Reserve.
Im vierten Quartal des Jahres betrug das Wirtschaftswachstum nach Schätzungen von Macroeconomic Advisers 3,3 Prozent. In dem vorangegangenen Quartal hatte es noch bei 1,8 Prozent gelegen. Der breit gefasste S&P 500  reagierte nach einer anfänglichen Erholung am Vormittag mit einem leichten Dämpfer auf den Bericht.
Vielzahl von Arbeitssuchenden
In den meisten Regionen hätten die Verbraucher wieder tiefer in die Tasche gegriffen, was vor allem durch die Verkäufe vor den Feiertagen zu erklären sei. Die Nachfrage nach Dienstleistungen sei gestiegen, auch die erhöhte Förderung von Öl und Gas habe sich positiv ausgewirkt. Der Markt für Wohnimmobilien bleibe dagegen schwach, bei Gewerbeimmobilien seien aber Zeichen der Besserung zu erkennen. Die Inflation bereite der Notenbank momentan kaum Sorge.
Der Report, der jeweils zwei Wochen vor den Beratungen zur Geldpolitik veröffentlicht wird, bestätigt Befürchtungen, dass die Wirtschaft nicht in der Lage ist, ausreichend neue Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Die Arbeitslosenrate sank im Dezember auf 8,5 Prozent. Im Vorjahr hatte sie noch bei 9,4 Prozent gelegen.
Die Kombination aus wenigen Festanstellungen und einer Vielzahl von Arbeitssuchenden verhindert weiterhin einen Anstieg der Löhne. In manchen Branchen wie Technologie oder Energie mangelt es hingegen an Arbeitskräften.
Senkung des Leitzinses unwahrscheinlich
In ihrem letzten Konjunkturbericht vom 30. November hatte die Fed noch von einem "schwachen bis mäßigen" Wirtschaftswachstum gesprochen, dass von einer Zunahme in der Produktion und den Konsumentenausgaben gestützt werde.
Ende Januar wird sich der Offenmarktausschuss der Fed treffen, um über mögliche Maßnahmen zur Senkung der Kreditkosten zu beraten. Eine Senkung des Leitzinses halten Experten momentan für unwahrschienlich, nachdem dieser bereits im Dezember nicht angetastet wurde und nach wie vor bei null bis 0,25 Prozent liegt. Ende Januar sollen zum ersten Mal Prognosen zum Leitzins, dem Wirtschaftswachstum, der Arbeitslosigkeit und der Inflation veröffentlicht werden.
Der Chef der Fed in Chicago, Charles Evans, warnte vor einer zu rigiden Geldpolitik. Er plädiert dafür, den Leitzins erst wieder zu erhöhen, wenn entweder die Arbeitslosenquote unter sieben Prozent gesunken oder die Inflation auf mehr als drei Prozent gestiegen ist.
  • FTD.de, 12.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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