Die deutsche Privatwirtschaft ist mit einem geringen Wachstum in den Frühling gestartet. Der Einkaufsmanagerindex fiel im April um 0,7 auf 50,9 Punkte. Das teilte das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter 1000 Unternehmern mit. Das ist der bislang schlechteste Wert in diesem Jahr. Das Barometer hielt sich aber über der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. Der Einkaufsmanagerindex gilt als wichtiger Frühindikator.
Garant dafür sind die Dienstleister. Deren Barometer legte um 0,5 auf 52,6 Zähler zu. Deutlich schlechter lief es in der Industrie: Hier fiel der Index um 2,1 auf 46,3 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit fast drei Jahren. Erstmals seit Anfang 2010 habe die Privatwirtschaft wieder Stellen abgebaut, hieß es.
Der Ifo-Geschäftsklimaindex war im April kaum nocht gestiegen. Er bewegt sich aber noch auf einem hohen Niveau. "Die deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig", hatte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn am Freitag zu der Umfrage unter 7000 Firmenchefs gesagt.
Auch die Wirtschaft in der Euro-Zone musste im April einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Sowohl die Industrie als auch die Dienstleister verbuchten schwächere Geschäfte als im März, wie am Montag aus den monatlichen Markit-Umfragen hervorgeht.
Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie sackte um 1,7 auf 46,0 Zähler. Das Barometer entfernte sich damit weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird. Auch im Servicesektor lief es schlechter: Der Index fiel um 1,3 auf 47,9 Zähler.
Viele Ökonomen sagen den 17 Euro-Ländern eine milde Rezession in diesem Jahr voraus. Während es bei den Schwergewichten Deutschland und Frankreich bergauf gehen sollte, dürften viele Sorgenkinder am Rand der Euro-Zone wegen der Schuldenkrise an der Schwelle der Rezession bleiben.