FTD.de » Finanzen » Ölpreis bricht drastisch ein

Merken   Drucken   02.09.2008, 11:25 Schriftgröße: AAA

Erleichterung nach "Gustav": Ölpreis bricht drastisch ein  

Der Tropensturm hat die Ölanlagen im Golf von Mexiko nicht so stark beeinträchtigt wie befürchtet. Der Preis für US-Leichtöl bricht zeitweise um 10 $ ein - das gab es seit dem Golfkrieg 1991 nicht mehr. Anleger trennen sich auch von anderen Rohstoffen.
Die Anleger sind am Dienstag aus den internationalen Rohstoffmärkten geflohen. Vor allem der Ölpreis ging kräftig zurück, nachdem sich am Markt die Erwartung von Versorgungsengpässen durch den Hurrikan "Gustav" abschwächte. Er war mit Hurrikan-Stärke zwei und Windgeschwindigkeiten von knapp 180 Kilometern in der Stunde schwächer als gedacht westlich von New Orleans auf das Festland geprallt. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich in der Spitze um 10 $ auf 105,46 $ und kostete damit so wenig sie seit Anfang April nicht mehr.
Der Verfall von zeitweise 10 $ war der zweitgrößte Preisrutsch aller Zeiten binnen eines Tages. Am 17. Januar 1991 war der Ölpreis um 10,90 $ auf 21,10 $ abgerutscht. An dem Tag hatten die USA ihren Angriff auf Saddam Husseins Irak begonnen, nachdem er zuvor Kuwait besetzt hatte.
"Das ist wieder einmal ein Monat in der Haupt-Hurrikan-Saison, der vorbeigehen wird, und es wird andere Schwierigkeiten geben", schrieb Rohstoffexperte Michael Wittner. Die Marktreaktion auf "Gustav" habe ihn in der Ansicht bestätigt, wonach die Anleger - abgesehen von den Sorgen vor Produktionsstörungen - recht pessimistisch bezüglich der zu erwartenden Nachfrage seien.
Preisrutsch beim Öl hilft Dax
Parallel zum Ölpreis legte der Dollar deutlich zu. Im Gegenzug sank der Euro zeitweise auf 1,4467 $, etwa ein Prozent weniger als am Vortag. Der Euro notiert damit gegenüber dem Dollar so tief wie seit Februar nicht mehr. Im Juli hatte ein Euro zeitweise mehr als 1,60 $ gekostet.
Die deutliche Entspannung am Ölmarkt half auch dem Dax. Nach einem schwächeren Start zog er deutlich an und notierte am späten Nachmittag mit etwa 1,3 Prozent im Plus. Auch die Wall Street legte zu. Profitiert hätten Unternehmen, "die stark vom Ölpreis abhängig sind", wie Automobilwerte oder die Lufthansa , sagte ein Händler. Daimler  legten zeitweise um 4,1 Prozent zu, BMW  um 4,6 Prozent und Lufthansa um 5,2 Prozent.

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13:08:42 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Lufthansa 8,618 EUR   +1,59%  0.135
Shell 1991,5 GBp   +0,48%  9.5
Daimler 37,685 EUR   +1,74%  0.645
BMW 62,53 EUR   +1,99%  1.22
  • FTD.de, 02.09.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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