Der Zusammenbruch des Bankesnektors stürzte Island ins Chaos: Die Zentrale der Kaupthing Bank
Das sollte Investoren eigentlich abschrecken, sich für isländische Schulden zu begeistern. Doch als das Land im vergangenen Monat weniger als drei Jahre nach dem Fast-Zusammenbruch an den Kapitalmarkt zurückkehrte, war die Auktion einer 1-Mrd.-Dollar-Anleihe zweifach überzeichnet. Und die Zinsen, die Reykjavik zahlen musste, lagen mit 4,993 Prozent ebenfalls in einem sehr akzeptablen Bereich.
"Wenn man sieht, wie erfolgreich die Auktion war, wird deutlich, dass Investoren die Zahlen selbst analysieren und die Noten der Ratingagenturen wenig Relevanz haben", zitiert Bloomberg den Ökonomen Valdimar Armann vom Asset-Manager Gamma.
Der Fall Island zeiget, dass die Ratingagenturen derzeit übervorsichtig agierten, nachdem sie im vergangenen Jahrzehnt einige der Problemen, die zur Finanzkrise geführt haben, nicht erkannt hätten. Als Beispiel verweist er darauf, dass noch fünf Monate vor der Pleite der isländischen Banken das Land bei Moodys's mit der Höchstnote "Aaa" bewertet worden sei.
Die Vorsicht blockiere nun jedoch den Zugang zu einer bereiten Investorenbasis. Denn viele institutionelle Anleger richten ihre Kaufentscheidung vor allem nach den Noten der Bonitätswächter aus. Wie gut das Land aber in der Sicht von Anleger wirklich dasteht, zeigen die Kosten für die Absicherung gegen eine Kreditausfall des Landes. Diese betragen derzeit 229 Basispunkte. Das ist weniger als etwa für Spanien.