Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft steigt weiter. Der Ifo-Geschäftsklimaindex legte im April um 0,1 auf 109,9 Zählern zu, teilte das Münchner Ifo-Institut am Freitag mit. Das war bereits der sechste Anstieg in Folge. "Die deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Die 7000 befragten Manager schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate genauso gut ein wie zuletzt. Das Barometer verharrte bei 102,7 Punkten. Experten hatten hier einen Rückgang auf 102,5 Zähler vorausgesagt. Die Geschäftslage wurde etwas besser eingeschätzt. Dieser Index kletterte von 117,4 auf 117,5 Punkte. Hier waren 117,0 Punkte erwartet worden.
Sorgen um die kriselnden Euro-Staaten Spanien und Italien sorgten zuletzt für Unruhe an den Finanzmärkten. Ungeachtet der erwarteten Rezession im Euro-Raum sagen die führenden Forschungsinstitute der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 0,9 Prozent voraus. 2013 soll es sich auf zwei Prozent beschleunigen. In diesem Zeitraum sollen rund 800.000 neue Jobs entstehen.
Der Euro legte nach Veröffentlichung der Ifo-Daten zum Dollar deutlich zu, zum Yen kletterte er auf ein Zwei-Wochen-Hoch. Davon profitierte auch das britische Pfund , das auf ein Fünf-Monats-Hoch zum Dollar stieg. Die bessere Stimmung zeigte sich auch in einer steigenden Reisikobereitschaft: Die Renditen deutscher Bundeslanleihen stiegen wieder etwas an, der Bund-Future, der zuvor ein Allzeithoch erreicht hatte, fiel wieder leicht zurück. Der deutsche Leitindex DAX baute seine Kursgewinne aus.