Die kriselnde österreichische Staatbank Hypo Alpe Adria braucht mehr Geld als erwartet. Die österreichischen Finanzmarktaufseher (FMA) seien bei einer neuerlichen Überprüfung der Bank zu dem Schluss gekommen, dass diese 2,19 Mrd. Euro an Kapital benötige, teilte das Institut am Donnerstag mit. Damit käme die ehemalige BayernLB-Tochter auf eine Eigenmittelquote von 12,67 Prozent. Ursprünglich sollte die Bank ihr Kapital bis Ende 2012 um 1,5 Mrd. Euro aufstocken und damit eine Eigenmittelquote von 12,04 Prozent erreichen.
Für das neue Ziel bekommt die Hypo Alpe Adria drei Monate länger Zeit: Sie muss die neuen Quoten per Ende März 2013 erfüllen. Es ist bereits das zweite Mal, dass die Aufseher dem maroden Finanzinstitut mehr Zeit einräumen, um ihr Kapital aufzustocken. Die Bank selbst versucht indes, ihre faulen Wertpapieren möglichst schnell abzubauen und ihre Töchter in Österreich, Italien und Südosteuropa zu verkaufen, um so die Geldlücke zu schließen.
Die höheren Kapitalvorschriften kommen laut Bankchef Gottwald Kranebitter für die Bank nicht unerwartet. "Der von der FMA in ihrem Entwurf verlangte Kapitalpuffer spiegelt die angespannte Lage auf den Finanzmärkten und insbesondere in den Kernländern der Hypo Alpe Adria wider." Die Bank habe bis zum 28. September Zeit, sich zu dem Entwurf der Regulierer zu äußern.
Schafft sie es nicht, die Vorgaben aus eigener Kraft zu erfüllen, dürften zwangsläufig neuerliche Staatshilfen fließen. Österreich hatte das Institut 2009 übernommen und so vor einem Zusammenbruch bewahrt. Damit wurden dem Staat und dem Land Kärnten milliardenschwere Garantien aufgebürdet.
Finanzministerin Maria Fekter hatte sich zuletzt bereits wenig erfreut gezeigt, der Bank erneut Staatsgeld zuschießen zu müssen. Sie gehe davon aus, dass der Kapitalbedarf nicht mehr als 1,5 Mrd. Euro ausmache, hatte sie Ende August gesagt.
Die Bank will "weiterhin alles daran setzen", ihre Risiken zu verringern und einen "direkten Zuschuss durch den Eigentümer" zu vermeiden.