Mit Griechenland fing alles an
Geschönte Statistiken aus Griechenland hatten Ende vergangenen Jahres die Schuldenkrise ausgelöst, auf deren Höhepunkt die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) ein 110 Mrd. Euro schweres Rettungspaket für Athen schnürten und bis zu 750 Mrd. Euro für weitere Krisen in Aussicht stellten. Schon seit Wochen wächst die Sorge, Irland werde diese Hilfe in Anspruch nehmen müssen.
Jetzt gibt es neuen Anlass, am Sparkurs der Schuldenstaaten zu zweifeln: Das griechische Haushaltsloch werde in diesem Jahr wohl mehr als neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen, meldete die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise. Noch im Oktober hatte Athen eine Verminderung des Defizits auf 7,8 Prozent versprochen.
Portugal muss Vertrauen teuer erkaufen
Solche Nachrichten können Portugal und Irland derzeit nicht gebrauchen. Zwar fand Lissabon am Mittwoch problemlos Abnehmer für Staatsanleihen im Gesamtvolumen von 1,24 Mrd. Euro. Die Regierung musste dafür aber teuer bezahlen: Für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren musste sie einen Zinssatz von 6,806 Prozent bieten. Bei der letzten Emission im September waren es noch 6,242 Prozent gewesen. Die Rendite auf sechsjährige Anleihen kletterte noch stärker, von 4,371 Prozent Ende August auf 6,156 Prozent. Um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen, will die Regierung ihr Haushaltsdefizit im nächsten Jahr von derzeit 7,3 Prozent auf 4,6 Prozent vermindern. Der Sparplan muss aber noch durch das Parlament.