FTD.de » Finanzen » Fed will bis Ende 2014 an Minizins festhalten

Merken   Drucken   26.01.2012, 08:25 Schriftgröße: AAA

Offenmarktausschuss: Fed will bis Ende 2014 an Minizins festhalten

Die US-Wirtschaft kann sich für längere Zeit auf Nachschub mit billigem Geld einstellen. Die US-Notenbank Federal Reserve kündigt einen für zwei Jahre niedrigen Leitzins an - und nennt erstmals ein Inflationsziel.
© Bild: 2010 AP
Die US-Wirtschaft kann sich für längere Zeit auf Nachschub mit billigem Geld einstellen. Die US-Notenbank Federal Reserve kündigt einen für zwei Jahre niedrigen Leitzins an - und nennt erstmals ein Inflationsziel.
Die US-Notenbank Fed gibt sich erstmals in ihrer fast hundertjährigen Geschichte ein Inflationsziel. Sie peile langfristig eine Teuerungsrate von zwei Prozent an, teilte die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch in Washington mit. Bis dato hatte die Fed diese Zielmarke zwar verfolgt, es jedoch nicht offiziell in ihren Zielkatalog aufgenommen. Andere wichtige Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) oder die Bank von England haben seit vielen Jahren Inflationsziele - teils selbst gewählt wie bei der EZB, teils von der Regierung vorgegeben wie bei den Briten.
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Zudem wird der US-Leitzins voraussichtlich noch für fast zwei Jahre auf Tiefstständen verharren. Das wäre deutlich länger als bislang angenommen. Die Konjunkturlage und Inflationsaussichten auf mittlere Sicht rechtfertigten es, dass der Zins bis Ende 2014 auf "außergewöhnlich niedrigem Niveau" bleibt. Das teilte die Fed nach der Sitzung des Offenmarktausschusses mit. Bislang war von Niedrig-Zinsen bis Mitte 2013 die Rede gewesen. Die Fed hatte inmitten der schweren Finanzkrise im Dezember 2008 ihren Leitzins auf eine Spanne zwischen 0,0 und 0,25 Prozent gesenkt.
Mit der Ankündigung geht die Fed neue Wege, indem sie erstmals für einen längeren Zeitraum Auskunft über ihre Zinspolitik gibt. Mit dem Schritt will die Fed der Öffentlichkeit und den Finanzmärkten ihr Handeln besser vermitteln. Sie hatte die neue Phase der Transparenz in ihrer vergangenen Sitzung Ende Dezember angekündigt.
In ihrer Konjunktureinschätzung erwartet die Fed weiterhin moderates Wachstum über die nächsten Quartale, während die Arbeitslosigkeit nur schrittweise zurückgeht. Die gegenwärtigen Probleme der Weltwirtschaft "stellen immer noch erhebliche Risiken für den Wirtschaftsausblick dar", warnte die Notenbank weiter.
Die Federal Reserve will im Laufe des Tages zum ersten Mal in ihrer fast 100-jährigen Geschichte konkrete Zinsprojektionen vorlegen. Darin soll deutlich werden, wann die Mitglieder des Offenmarktausschusses mit einer Anhebung rechnen und wo sie den Leitzins in den nächsten Jahren und auf lange Sicht sehen.
In ihrem vergangenen Konjunkturausblick (Beige Book) hatte die Fed Mitte Dezember die Einschätzung geäußert, dass die US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten überwiegend leicht gewachsen ist. Insgesamt habe es Anzeichen für eine andauernde Besserung der Wirtschaftslage in den vergangenen Monaten gegeben.
Im vierten Quartal des Jahres betrug das Wirtschaftswachstum nach Schätzungen von Macroeconomic Advisers 3,3 Prozent. In dem vorangegangenen Quartal hatte es noch bei 1,8 Prozent gelegen. Der breit gefasste S&P 500  reagierte nach einer anfänglichen Erholung am Vormittag mit einem leichten Dämpfer auf den Bericht.
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